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Realisierungswettbewerb "Zurück in der Stadt" entschieden

(15.6.2008) Die Preisträger des Xella Realisierungswettbewerbs "Zurück in die Stadt" wurden jetzt im Rahmen der Vierten Architekturwoche München ausgezeichnet und die besten Projekte ausgestellt. Passend zum Wettbewerbsthema fand die Preisverleihung in der 10. Etage des Hochhauses im Münchener Sonnenblock statt. Über 150 Teilnehmer besuchten die Veranstaltung und Ausstellung.


Preisträger von links: André Leischner (ahoch4), Jan Ulmer (Ulmer TM Architekten), Jochen Friker und Tina Frank (frank&friker Architekten), Eberhard Möller, Markus Seifert, Prof. Dr. Thomas Jocher (Fink + Jocher, Juryvorsitzender)

"Zurück in die Stadt ist ein Trend, der klar zu beobachten ist. Was liegt da für einen der führenden Baustoffhersteller näher, hier einmal eine praxisnahe Umsetzung anzugehen", erklärte Martina Langnickel, Marketing Xella Deutschland GmbH. "Dies war der Anlass für Xella, den Realisierungswettbewerb auszuschreiben - auch um hier Diskussionen anzustoßen und zu zeigen, wie vielfältig dieses Thema ist."

Auftakt der Abendveranstaltung war die Podiumsdiskussion "Großstadt" an der Katrin Hootz (Goetz und Hootz Architekten BDA), Bruno Krucker (Ballmoos Krucker Architekten), Prof. Walter A. Noebel (Architekt), Cornelius Mager (Stadtdirektor, Referat für Stadtplanung und Bauordnung in München) und Dr. Knut Riesmeier (GF MEAG Munich Ergo AssetManagement GmbH) teilnahmen. Anschließend referierte Prof. Dr. Thomas Jocher zum Thema "Zurück in die Stadt" und zeigte weltweite Beispiele für Stadtplanungs- und Entwicklungstendenzen auf. Höhepunkt des Abends war die Preisverleihung des Wettbewerbs, bei der die fünf Preisträger ausgezeichnet und die Arbeit von Markus Seifert aus München lobend erwähnt wurden. Den Abend moderierte der Architekturkritiker und -theoretiker Andreas Ruby.

Die Preisträger des Wettbewerbs sind:

1. Preis (6.400 €): frank & friker Architekten, München
Ankauf (2.400 €): ahoch4 Architekten Ingenieure Designer, Zwickau
Ankauf (2.400 €): usp architekten, Berlin
Ankauf (2.400 €): Eberhard Möller, München
Ankauf (2.400 €): Ulmer TM Architekten, Berlin

Der Wettbewerb

Im Januar 2008 hat der Baustoffhersteller Xella Deutschland GmbH (Silka, Ytong, Multipor) in Kooperation mit der Architekturfachzeitschrift DETAIL den Realisierungswettbewerb "Zurück in die Stadt" ausgelobt (siehe auch Beitrag "Realisierungswettbewerb: Zurück in die Stadt - Urbane Dachverdichtung" vom 13.1.2008). Architekten und Planer waren eingeladen, einen "Dachparasiten" als Konzept zur Nachverdichtung von Städten zu entwickeln. Das Ytong Massivdach sollte dabei Bestandteil des Entwurfes sein. Die Anpassbarkeit der vorgeschlagenen Wohnkonzepte sollte anhand von zwei Dach-Bauplätzen in Berlin und München nachgewiesen werden. Partner des Wettbewerbs ist der Bund Deutscher Architekten. Zahlreiche Architekten folgten dem Aufruf und reichten ihre Vision einer ausbaufähigen Stadt ein.

Aus den 64 Arbeiten haben die Jurymitglieder Elke Delugan-Meissl (Delugan Meissl associated architects), Petra Hölscher (Xella Deutschland GmbH), Prof. Daniel Kündig (UC'NA, Präsident der sia) und Christian Schittich (Chefredakteur DETAIL) unter dem Vorsitz von Prof. Dr. Thomas Jocher (Fink + Jocher) das Siegerprojekt und vier weitere Arbeiten ausgewählt. Insgesamt war der Wettbewerb mit 16.000 Euro dotiert.


Siegerprojekt: Berlin Perspektive Südwest

Zu den Hauptkriterien der Jury zählte die Integrationsfähigkeit des Entwurfs in die Stadt sowie der Umgang mit dem Bestand in Berlin und München. Die Jurymitglieder legten außerdem Wert auf die Qualität der Grundrissgestaltung und den Umgang mit dem Ytong Massivdach. Sie wählte Projekte aus, die zudem das Thema Modularität entweder inhaltlich oder konstruktiv im Rahmen eines außergewöhnlichen Gesamtentwurfs beantworteten.

Neben der geplanten Realisierung in Berlin werden weitere Partner gesucht, die ein Dach als Bauplatz für die vielseitig anpassbaren neuen Wohnkonzepte zur Verfügung stellen.

Die Projekte

Dem Siegerprojekt von frank & friker Architekten aus München gelang es laut Jury, das Thema Dach architektonisch neu zu definieren (Bilder unten und oben). Der Entwurf überzeugte durch die Modulation der Dachlandschaft mit ihren Ausstülpungen und eingeschnittenen Atrien. Diese lassen zusammen mit der vorgeschlagenen Konstruktion eine hohe Flexibilität und die Anpassung auf unterschiedliche Dachbauplätze zu. Das Konzept ermöglicht auch in tiefen Grundrissen qualitativ spannendes und hochwertiges Wohnen. Die Raumfolgen, Querbezüge und Lichteinfälle sind von hoher Qualität.


Siegerprojekt: Berlin Teilschnitt

Das Zwickauer Büro ahoch4 gibt dem Dachparasiten, so die Jury, eine eigene Identität. Es wurden drei verschiedene Grundmodule entwickelt, deren einzelne formale Ausprägung in ihrer Gesamtheit wie eine Skulptur wirkt und damit eine hohe Eigenständigkeit betont. Diese Identität wird erreicht durch konisch modellierte Körper und eine vielfältige Kombinierbarkeit.

Der Entwurf der Berliner usp architekten schlägt ein einfaches und überzeugendes Gesamtmodul vor, das konstruktiv sorgfältig durchgestaltet ist. Die Einheiten werden durch eine konsequent durchgehende Ausformulierung von zweischichtigen Fassadenelementen zusammengebunden.

Die besondere Qualität der Arbeit von Eberhard Möller aus München sieht die Jury in der gelungenen Verzahnung des Dachparasiten mit dem Bestandsgebäude bzw. dem umliegenden Stadtraum. Diese wird durch großzügige, loggienartige Freisitze erreicht, die gleichzeitig die Gestalt prägenden Elemente des Entwurfs darstellen.

In Anlehnung an eine Baumkrone richtet sich der Parasit von Ulmer TM Architekten aus Berlin in alle Richtungen aus. Durch ein freies, flexibles System entsteht eine kleine Stadt auf der Stadt mit unterschiedlichen Raumqualitäten, Stationen und Atmosphären. Die Kleinmaßstäblichkeit ermöglicht dabei die einfache Integration in unterschiedliche Situationen und einfache technische Umsetzbarkeit.

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