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Ölkrise belebt Solarenergie-Markt

  • Solarverband erwartet 2008 Umsatzplus von 40 Prozent bei Solarheizungen
  • Solarbranche investiert bis 2010 7 Mrd. Euro und will Innovationstempo erhöhen
  • bis 2010 Umsatzverdoppelung erwartet

(16.6.2008) Ganz im Zeichen dramatisch steigender Energiepreise stand in diesem Jahr die größte Solartechnikmesse der Welt Intersolar (12.-14. Juni). Nach Angaben des Bundesverbandes Solarwirtschaft (BSW-Solar) hat die Nachfrage nach Solaranlagen unter dem Eindruck des Ölpreisschocks in den letzten Wochen kräftig angezogen. Bei Solarheizungen erwartet der Wirtschaftsverband in diesem Jahr ein Marktwachstum von 40 Prozent. Ursache für den Solarboom: Während sich der Ölpreis binnen eines Jahres verdoppelt hat, werden Solaranlagen immer preiswerter und können den Bürger vor steigenden Energiepreisen schützen.


Sonne, Wind, Erde & Co. bieten viel mehr Energie, als wir Menschen brauchen. Zumindest aber genug, um den Energiebedarf der Menschheit zu decken. Bislang wird nur ein Bruchteil dieser nahezu unendlichen Energiequellen genutzt (Quelle: DLR, Dr. Nitsch)

Um die stark wachsende Nachfrage nach Solarenergie zu befriedigen, will die deutsche Solarwirtschaft in den nächsten drei Jahren über sieben Milliarden Euro in den Ausbau moderner Solarfabriken investieren und das Innovationstempo weiter erhöhen. Auf deutschen Dächern wurden in den letzten Jahren bereits 1,5 Millionen Solaranlagen zur Strom- und Wärmeerzeugung installiert, allein im letzten Jahr kamen über 200.000 Solaranlagen dazu. Bis 2010 erwartet die Solarbranche eine Verdoppelung ihrer Umsätze.

Einen zusätzlichen Marktschub erhofft sich die Solarbranche vom Inkrafttreten des vorletzte Woche im Deutschen Bundestag verabschiedeten Klimaschutzpakets der Bundesregierung. Im Rahmen zweier Gesetze sichert dieses die weitere Förderung der Solarenergie für die Stromerzeugung aus Photovoltaikanlagen und die solare Wärmeproduktion mit Solarkollektoren in Deutschland - zur Erinnerung: Pflicht ab 2009: Wärme aus Erneuerbaren Energien.

BSW-Solar Geschäftsführer Carsten Körnig: "Solarenergie schützt Verbraucher vor der Energie- und Klimakostenfalle, denn die Sonne stellt keine Rechnung. Attraktive Zuschüsse erleichtern den Umstieg auf Solarheizungen und Solarstromanlagen. Seit Jahresbeginn ist das Interesse an Solaranlagen deshalb sprunghaft gestiegen."

Um die weltweit rasant steigende Solarenergie-Nachfrage zu befriedigen und Deutschlands Technologieführerschaft zu behaupten, will die deutsche Solarwirtschaft bis 2010 über sieben Milliarden Euro in den Ausbau modernster Solarfabriken und rund 700 Millionen Euro in Forschung und Entwicklung investieren. Zur weiteren Produktionskostensenkung wird unter anderem an der Optimierung der Solarzellenwirkungsgrade und Produktionsprozesse sowie der Verringerung des Materialeinsatzes geforscht.

Der Bundesverband Solarwirtschaft strebt an, die Solarstrompreise in spätestens sieben Jahren unter das Niveau konventioneller Stromtarife für den Verbraucher zu drücken. Solarwärme stehe bereits heute an der Schwelle zur Wirtschaftlichkeit. Diesem Ziel diente auch die Vergabe des "Intersolar Award", der erstmals vom Messeveranstalter und dem BSW-Solar verliehen wurde und Innovationen und Produktneuheiten in der Solartechnik auszeichnet:

  • Phoenix Solar AG aus Sulzemoos für das Montagesystem "Phoenix Power Bridge" (aus dem Bereich Photovoltaik):
    Viele technische Neuerungen entstehen, wenn Ingenieure sich an der Natur orientieren und deren Formen für ihre Konstruktionen nutzen. Im Falle der Phoenix Solar AG stand nicht die Natur, sondern die Architektur Pate. Aus dem Brückenbau stammt die Kernidee für die Phoenix Power Bridge, die für die Installation einer Solaranlage die alte Dachkonstruktion entlasten soll (siehe Bild sowie Beitrag "Power Bridge ertüchtigt schwächliche Dächer für Solaranlagen" vom 23.7.2008).
     
  • Skytron Energy aus Berlin für das Monitoringsystem "PVGuard" (PV):
    Anlagenüberwachungssysteme für Photovoltaik-Kraftwerke - das ist Teil des Produktspektrums der skytron energy. Dazu nutzt das Unternehmen Technologien, die sich seit mehr als zwei Jahrzehnten in der Automobilindustrie bewährt haben. Die mit dem Intersolar Award ausgezeichneten Monitoringlösungen PVGuard und StringGuard sind wesentlicher Bestandteil eines Gesamtsystems, das zur Funktionsüberwachung von PV-Kraftwerken eingesetzt wird.
     
  • SMA Solar Technology AG aus Niestetal für den SMA Solarwechselrichter "Sunny Boy 5000TL" (PV):
    Hochwertige Wechselrichter sind ein zentraler Bestandteil von Photovoltaik-Anlagen, doch der SMA Solar Technology ist mit dem "Sunny Boy 5000TL" eine entscheidende Weiterentwicklung gelungen - so das Juryurteil: Die neue Generation bietet erstmals eine funkbasierte, vernetzte Anlagenüberwachung. Damit sei SMA eine wertvolle Qualitätssteigerung gelungen, die in puncto Anwenderfreundlichkeit ein deutliches Alleinstellungsmerkmal zur Konkurrenz bietet (siehe auch Beitrag "SMA stellt neue Wechselrichter-Generation vor" vom 22.6.2007).
     
  • PAW GmbH & Co. KG aus Hameln für die "Solex-Max"-Kaskade (Solarthermie):
    Die "Solex-Max"-Kaskade wird in erster Linie zur effektiven Übertragung von Wärmeenergie zwischen Kollektor- und Speicherkreis bei Hotels und öffentlichen Einrichtungen eingesetzt, zur Gewinnung von Prozesswärme und zur solaren Klimatisierung. Eine Kaskade besteht dabei aus zwei bis vier parallelen Modulen á 54 kW und kann bei Leistungen bis zu 216 kW - das entspricht etwa 430 m² Kollektorfläche - eingesetzt werden (siehe auch Beitrag "Armaturengruppen für wasserführende Kamine bis Solar-Kaskaden" vom 4.8.2008)

Künftig sollen jährlich je bis zu drei Unternehmen aus beiden Bereichen prämiert werden.

Der Umsatz der deutschen Solarwirtschaft wird sich nach Einschätzung des Bundesverbandes Solarwirtschaft von rd. sieben Milliarden Euro im Jahr 2007 auf über 13 Milliarden Euro im Jahr 2010 nahezu verdoppeln (Industrie und Zulieferer). Davon wird die Hälfte im Ausland erwirtschaftet. Die Anzahl der Beschäftigten in der deutschen Solarbranche wird von rund 58.000 im Jahr 2007 auf rund 80.000 steigen.

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