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Tagung(en): Neue Wege in der Sichtbeton-Technologie

(11.7.2008) Betonflächen sind längst zu künstlerischen Architekturprodukten geworden. In Fortsetzung der Renaissance des Sichtbetons in den 90er Jahren haben sich zahlreiche neue Arten von Oberflächengestaltungen entwickelt. BetonMarketing Ost und die Technische Universität Berlin (TU) hatten deshalb zur gemeinsamen Fachtagung "Sichtbeton" am 19. Juni im Campus Wedding eingeladen. Experten erörterten vor über 150 Teilnehmern neueste Methoden zur Planung, Ausführung und Abnahme von Betonbauteilen mit gestalteten Oberflächen.

Deutsches Historisches Museum, bild1platzhalter
Deutsches Historisches Museum Berlin (Foto: Erbring)

Dipl.-Ing. Wolfgang Schäfer, BetonMarketing Ost, gab einen grundsätzlichen Einstieg ins Thema mit seinem Vortrag zur Erläuterung des Merkblattes Sichtbeton, herausgegeben vom Deutschen Beton- und Bautechnik-Verein e.V. (DBV) und dem Bundesverband der Deutschen Zementindustrie e.V. (BDZ). In der Neufassung des Merkblatts vom August 2004 werden erstmalig in Deutschland Sichtbetonklassen mit technisch eindeutigen Kriterien für Textur, Porigkeit, Farbgleichheit, Ebenheit, Schalhaut und Fugen formuliert - siehe auch Beitrag "Merkblatt Sichtbeton von BDZ und DBV veröffentlicht" vom 9.9.2004.

Zum Thema "Sichtbeton im Deutschen Historischen Museum in Berlin" referierte Architektin Christiane Flasche von I.M. PEI Architekt Berlin (siehe auch Vogelperspektive in Live Search Maps). Im unmittelbaren Zentrum des 'Steinernen Berlins', der historischen Mitte gelegen, passt sich der Neubau - trotz aller Eigenständigkeit - nicht zuletzt durch seine Materialwahl seinen historisch bedeutsamen Nachbarn an. Die Ausgestaltung der Betonelemente beim Deutschen Historischen Museum steht in direktem Zusammenhang mit PEI’s Entwürfen der letzten Jahrzehnte, bei denen die Oberflächenbehandlung des Betons immer schon von herausragender gestalterischer Bedeutung war.

Prof. Dr.-Ing. Bernd Hillemeier, seit 1990 Universitätsprofessor für Baustoffe und -prüfung an der TU Berlin, berichtete über neue Forschungsergebnisse zur Untersuchung der chemisch-physikalischen Wechselwirkungen an den Grenzflächen zwischen Frischbeton, Schalhaut und Trennmittel als Grundlage neuer Prüfmethoden für die Baupraxis. Es liegen jetzt material-wissenschaftliche Grundlagenuntersuchungen im System Frischbeton, Schalhaut und Trennmittel vor. Zu ihnen zählen z.B. Messungen der Oberflächenspannung von Zementporenlösungen, Oberflächenspannungs- und Oberflächenenergiemessungen der Schaltafeln ohne und mit Trennmittelbelegung.

Die Fachtagung "Sichtbeton" informierte weiterhin über Sichtbeton aus rechtlicher Sicht, Reparaturfähigkeit, Betonkosmetik und Schutz von Sichtbeton-Oberflächen sowie digitale und analoge optische Verfahren zur Bewertung. Prof. Dr. Karsten Schubert von der Hochschule Karlsruhe bot an, den fachlichen Disput auch nach der Tagung fortzuführen und neue Vorschläge für Experimente mit Sichtbeton an ihn zu richten (Bereich Technik und Wirtschaft).

Die Veranstaltung richtete sich an zahlreiche planende und Bau-überwachende Architekten und Ingenieure, Beton- und Schalungslieferanten, Ausführende in Baufirmen und Gutachter sowie öffentliche und private Auftraggeber. Aufgrund des besonderen Anklangs beim Publikum wird die Tagung von BetonMarketing Süd zu einem späteren Zeitpunkt wiederholt.

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