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Fenstermarkt-Studie: „2007 wurde zum Seuchenjahr“

(25.7.2008) Der Rückgang des deutschen Fenstermarktes hat im Jahr 2007 viele Befürchtungen übertroffen. Der Markt schrumpfte um 7,4%. 2008 wird die Erholung mit 1% nur moderat ausfallen - so ein Ergebnis einer aktuellen Studie von InterconnectionConsulting über die Fenstermärkte in Europa.


Bild aus dem Beitrag "Fenstersysteme aus Stahl" vom 6.9.2005

Der Aufschwung am Fenstermarkt wurde 2006 in Deutschland zu früh ausgerufen. Das Wachstum von 6,4% mengenmäßig entpuppte sich aufgrund der Mehrwertsteuererhöhung als Eintagsfliege. 2007 wurde zum Seuchenjahr: Der Rückgang um 7,4% (Menge) war laut Studie eine direkte Folge der Streichung der Eigenheimzulage. Die gleichzeitige Anhebung der Mehrwertsteuer hat der privaten Renovierung erheblich geschadet. Die Baugenehmigungen im Wohnungsbausektor sind eingebrochen und gingen um 12,9% zurück. Obwohl der Nicht-Wohnungsbau bereits ansprang, war der Einbruch im Wohnungsbau so groß, dass der Markt in Summe einen massiven Rückgang erlitten hat. 2008 und in den kommenden Jahren wird sich der deutsche Fenstermarkt mit jährlichen Wachstumsraten von 1% langsam erholen. Wachstumstreiber bleibt der Nicht-Wohnungsbau, während Wohnungsbau trotz jahrelanger Flaute noch einige Zeit braucht, um sich zu erholen. Mit einem Verbrauch von 128 Fenstern pro 1.000 Einwohner liegt Deutschland derzeit im Europavergleich abgeschlagen noch hinter Ländern wie Tschechien oder Russland.

Höhenflug von Metall

Die unterschiedliche Entwicklung in den Bausegmenten spiegelt sich in den Anteilen der Materialien wieder. Während Metallfenster, die primär im Nicht-Wohnungsbau eingesetzt werden, einen positiven Trend mit wachsender Absatzmenge zeigen, erleiden PVC-Fenster den härtesten Schlag. Die Absatzmenge ging um 14% zurück und lag somit unter dem Niveau von 2005. Das kleinste Segment, die Holz-Alufenster, legte 2007 um 10% zu.

Atomisierter Markt

Dem deutschen Fenstermarkt fehlt nach wie vor ein dominanter Marktführer. Die Top 10 Fensterhersteller vereinen gerade einmal einen Markteinteil von 22%. Die Markennamen der Verarbeiter sind so gut wie unbekannt, weshalb der Preis oft ein ausschlaggebendes Entscheidungsmerkmal bleibt. Der Branche ist es außerdem nicht gelungen, die ständig steigenden Rohstoffpreise an die Konsumenten weiterzugeben.

Hoffnung für die Zukunft?

Auch wenn die Wachstumsraten in ganz Europa nicht so viel versprechend sind wie in der Vergangenheit, bietet die langfristige Zunahme der Nachfrage nach Wohnraum, Hoffnung für die Fensterindustrie. Das steigende Bewusstsein für Energiesparmaßnahmen zusammen mit neuen Gesetzen und Verordnungen könnte den Sanierungs- bzw. Renovierungs-Markt auf Touren bringen. Mit zielgerichteten Marketing-Strategien und intelligenten Produkten können kreative Fensterhersteller trotz allem Gewinne in diesen schwierigen Märkten erzielen.

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