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Hochfester Sichtbeton trägt biomedizinisches Forschungszentrum

(19.8.2008) Ein Gebäudekomplex mit außergewöhnlicher Architektur entsteht seit Herbst 2007 auf dem Campus der Justus-Liebig-Universität Gießen: Das Biomedizinische Forschungszentrum Seltersberg (BFS) verfügt über fünf Trakte, die durch eine Halle im Zentrum verbunden sind (siehe Google-Maps und/oder Bing-Maps). Auf drei Geschossen und gut 12.000 m² Hauptnutzfläche wird der futuristische Neubau ab 2010 fachübergreifende Forschergruppen aus der Humanmedizin, der Veterinärmedizin und der Biologie unter modernsten Arbeitsbedingungen zusammenführen. Die hochwertige Ausstattung hat ihren Preis: Mit rund 80 Millionen Euro ist das BFS der teuerste Großbau in der mittelhessischen Stadt. Auftraggeber ist das Land Hessen, vertreten durch das Hessische Baumanagement (hbm).


Bis Herbst 2008 will die Dechant Hoch- und Ingenieurbau GmbH & Co. KG, Weismain, den Rohbau an der Ecke Aulweg und Schubertstraße im Südosten von Gießen fertig stellen. Die Cemex Deutschland AG übernimmt die komplette Transportbetonversorgung, und die Lieferungen aus dem Werk Heuchelheim werden sich auf 15.000 Kubikmeter summieren. Unter anderem kommen in den Decken ein Beton C 50/60 zur Anwendung - und in einigen der Stützen ein hochfester Beton C 80/95. "Das ist die höchste Festigkeitsklasse, die wir in unserem Bereich bisher hergestellt haben. Die Rezeptureinstellung war ausgesprochen aufwändig", betont Frank Petri, der Prüfstellenleiter des Heuchelheimer Prüflabors Siegen-Gießen, Fulda-Würzburg der Cemex Deutschland AG.

Eine ästhetische Entscheidung der Behles & Jochimsen Architekten GmbH, Berlin, war es, die die Verwendung eines hochfesten Betons notwendig macht. Die Stützen im mittleren Gebäudesegment haben weitaus höhere Lasten abzutragen als jene nahe der Gebäudehülle, doch sollten alle Stützen zugunsten einer gestalterischen Einheitlichkeit identische Abmessungen aufweisen. An der Gebäudeperipherie verleiht schon ein Beton der Festigkeitsklasse C 35/45 den 5 Meter hohen, rund 50 Zentimeter dicken rechteckigen Bauteilen eine ausreichende Tragfähigkeit. Doch im Innenbereich war offensichtlich neben stärkerer Bewehrung auch betontechnologische Hightech gefordert:

  • Festigkeitsklasse C 80/95
  • Überwachungsklasse 3
  • Sichtbetonklasse SB 2

In umfangreichen Versuchsreihen entwickelte das Prüflabor Heuchelheim eine hochfeste Rezeptur mit ...

  • einem Zement CEM I 52,5 R sowie
  • einer Gesteinskörnung der Sieblinie AB, Größtkorn 16 Millimeter,
  • einem Wasserzementwert von 0,32
  • dem Betonverflüssiger/Fließmittel BV-FM 10 von Cemex Admixtures.

Das ergibt ein Ausbreitmaß von 480 bis 530 Millimetern, die Konsistenzklassen entsprechen F3 bzw. F4. Mit einer Silikasuspension wird zudem die notwendige Dichte des Baustoffgefüges und die erforderliche hohe Betondruckfestigkeit erzielt.

"Zum Glück dauert die Fahrt vom Transportbetonwerk bis zur Baustelle nur zehn Minuten. Wenn unsere Fahrer den hochfesten Beton anliefern, kümmern sich die Mitarbeiter von Dechant direkt darum, dass er ins Bauteil kommt", erklärt Frank Petri. Damit der Beton sich nicht entmischt, beschränkt eine Schlauchleitung unten am Krankübel die Fallhöhe auf maximal einen Meter.

Nicht nur an die Festigkeit, auch an die optische Wirkung des Betons C 80/95 stellen die Planer und Bauausführenden hohe Ansprüche: Als Sichtbetonbauteile unterliegen die Betonstützen der Sichtbetonklasse SB 2. Kunststoffbeschichtete Schalungen verleihen ihnen überaus glatte Oberflächen.

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