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Okacolor-Glasbedruckung lässt Tradition auf Moderne treffen

(20.8.2008) Die russische Kulturhauptstadt St. Petersburg ist reich an Schätzen aller Art. Diese gilt es zu bewahren und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Auf welch unterschiedliche Weise das geschehen kann, zeigt das neue Geschäftshaus GEMA am Ufer der Newa - mit einer Fassade, die Tradition und Moderne verbindet - siehe auch Google-Street-View bzw. Google-Maps.

Das Geschäftshaus GEMA - auch Haus Benois genannt - liegt im heutigen Kalininski-Bezirk von St. Petersburg und ging aus der Sanierung eines ehemals viergeschossigen Industriegebäudes hervor. Dieses wurde um vier Geschosse in Stahlbetonskelettbauweise aufgestockt und um einige Gebäudeachsen verlängert. Während sich der schmale Gebäuderiegel konstruktiv und formal eher zurückhaltend zeigt, sorgt die extravagante Fassadengestaltung für Aufsehen. Und das in zweifacher Hinsicht, denn Straßenfront und Hofseite spiegeln denkbar unterschiedliche Atmosphären wieder:

  • Während auf der Straßenfront bunte, verspielte Figuren eine Art Theaterauftritt inszenieren (Bilder oben und rechts),
  • zeigt die Hofseite eine moderne Gestaltung in unter­schied­lichen Grautönen (siehe Bild unten und/oder noch einmal Google-Street-View).

Anliegen des Architekten Sergei Tchoban von nps tchoban voss, Berlin, war es, in seinem Entwurf Elemente aus der Historie des Ortes sowie der russischen Kultur aufzugreifen. So entstand die Überlegung einige Skizzen, die der berühmte russische Künstler Alexander Benois (1870-1960) für Theaterkostüme entwarf, als Vorlage für die Gestaltung der großflächigen Glasfassade zu verwenden. Als Initiator und Gestalter der Dyagilev-Theaterspielzeiten machte dieser russische Kunst und Kultur weltweit bekannt. Noch dazu stand das Gebäude, in dem Benois Ende des 19. Jahrhunderts lebte, auf dem Grundstück des heutigen Geschäftshauses GEMA.

Als Unterkonstruktion für die Ganzglasfassade dient eine Aluminium-Pfosten-Riegel-Konstruktion. Die geschosshohen, schwarz und farbig bedruckten Gläser sind im Wechsel mit transparenten Elementen angeordnet. So entsteht ein lebhaftes Fassadenbild, das mit den farbenfrohen Motiven zum einen kulturelle Aspekte aufgreift, zum anderen die Aufmerksamkeit der Betrachter weckt. Im starken Kontrast zu diesen traditionellen Elementen steht die abstrakte Fassadengestaltung der Gebäuderückseite mit lediglich vier unterschiedlichen Grautönen in Pixeloptik:

Die Bedruckung sämtlicher Gläser erfolgte im Okacolor-Verfahren von Okalux. Dieses digitale Druckverfahren verspricht eine fotorealistische Bildwiedergabe mit hoher Farbbrillanz und eignete sich somit besonders für den Druck der bunten Theaterfiguren.

Durch den Straßenverlauf bedingt bricht das Gebäude in einem Knick aus der Geraden aus. Dieser formale Bruch wird ebenso durch einen Wechsel in der Fassadengestaltung betont: Eine punktgehaltene Isolierglasfassade, realisiert mit Okapoint von Okalux, erstreckt sich über alle acht Geschosse und kennzeichnet die Eingangssituation. In der Lobby wird der Besucher von einem großzügigen Luftraum empfangen, der die gesamte Gebäudehöhe einnimmt. Die Verkleidung der Innenwände in der Lobby wurde mit weiß bedruckten Gläsern von Okalux realisiert. Durch die Verklebung der Gläser mit Träger-Platten konnten die weißen Paneele unsichtbar mit schmalen Schattenfugen an die Wände montiert werden. Diese kühle und elegante Atmosphäre mit reduzierter Optik setzt einen Kontrapunkt zum verspielten und dynamischen Fassadenbild im Außenraum.

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