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Vaillant präsentiert neues Bohrverfahren für Wärmepumpen

(2.9.2008) Der Remscheider Heiz- und Klimatechnikspezialist Vaillant hat heute (2.9.) in Bochum ein weltweit neues, hocheffizientes Bohrverfahren namens "geoJETTING" zur Erschließung von Erdwärme vorgestellt. Das Verfahren, das mit Wasserhochdruck arbeitet, wird für die Installation energiesparender und umweltfreundlicher Erdwärmepumpen eingesetzt. Gleichzeitig wurde in Bochum die Gründung der Servicegesellschaft Vaillant geoSYSTEME GmbH gefeiert, die das neue Verfahren europaweit vermarkten will.


Wasser schneidet Fels: Das geoJETTING-Verfahren braucht den Ausführungen der Entwickler zufolge auch vor Granit nicht zurückzuschrecken. "Im rotierenden Bohrkopf sorgen bis zu 6 Wasserdüsen, die mit bis zu 1.000 bar Wasserdruck arbeiten, dafür, dass der Vortrieb abhängig von der Bodenbeschaffenheit sogar bis zu fünf Mal schneller als bei traditionellen Bohrverfahren durchgeführt werden kann", erläutert Prof. Dr. Rolf Bracke, Leiter des geoJETTING-Projektes und Vorstand des Geothermiezentrums an der Hochschule Bochum. Offensichtlich ist das Verfahren auch sauberer - siehe auch Flash-Video weiter unten. Während nämlich bei herkömmlichen Bohrverfahren in erheblichen Mengen Bohrgut anfällt, wird der Boden bei geoJETTING nahezu vollständig aufgelöst und mit dem Wasser in die Porenräume des Umgebungsgesteins verdrängt" (rechts: herkömmliches Bohrverfahren und geoJETTING im Wechsel). Der Wasserverbrauch sei zugleich mit rund 26 Litern pro Minute minimal - so Bracke.

Problematisch kann bei konventionellen Bohrverfahren der Einbau der Erdwärmesonde sein, wenn dieser erst nach Entfernung der kompletten Bohrvorrichtung aus dem Bohrloch erfolgen kann. Dadurch, dass das Bohrloch dann offen und ohne Schutz stehen bleibt, kann ein partielles Zusammenfallen nicht immer ausgeschlossen werden. Beim geoJETTING wird dagegen die patentierte Bohrspitze durch das Bohrgestänge hindurch geborgen, so dass die Erdsonde durch das noch im Boden befindliche Bohrgestänge eingebracht und anschließend verpresst werden kann. Diese Vorgehensweise soll nicht nur einen Arbeitsgang einsparen, sondern gleichzeitig durch die optimale Positionierung der Erdsonde auch die bestmögliche Effizienz bei der Nutzung von Erdwärme garantieren.

Welche Vorzüge bietet die neue Bohrtechnik darüber hinaus? Ein Umsetzen des Bohrgerätes für die Erstellung mehrerer Bohrlöcher beispielsweise kann entfallen, weil sich mit dem Verfahren auch Schrägbohrungen realisieren lassen. Nach dem "geoSTAR-Prinzip" lassen sich durch den schwenkbaren Bohrarm und die große Kraft beim Vortrieb sternförmige Bohrungen von einem gemeinsamen Verteilerschacht aus durchführen. So können einerseits Nahwärmenetze für mehrere Haushalte oder große Gebäudekomplexe effizient realisiert werden; andererseits muss zum Beispiel bei kleinen Grundstücken im Baubestand das Bohrgerät nicht in einem bereits angelegten Garten mehrfach versetzt werden, sondern kann im Idealfall sogar von der Garageneinfahrt des Grundstückes aus die erforderlichen Bohrungen ausführen:


Forschung ist nicht selten ein Prozess der kleinen Schritte. Dass das an der Hochschule Bochum neu entwickelte Verfahren des "GeoJetting" zur Erschließung von Erdwärme eine andere Gangart kennt, zeigt nicht zuletzt die Auszeichnung mit dem erstmals im Juni verliehenen Ruhr2030 Award des Initiativkreises Ruhr. Dieser 50.000 Euro-Forschungspreis wurde an Professor Dr. Rolf Bracke, Dipl.-Ing. Volker Wittig und Tim Türich vom GeothermieZentrum Bochum verliehen. Die drei Wissenschaftler haben innerhalb von 3 Jahren dieses neuartige Bohrverfahren entwickelt.

Vertriebsgesellschaft Vaillant geoSYSTEME gegründet

Vermarktet wird das Bohrverfahren von der neu gegründeten Gesellschaft Vaillant geoSYSTEME, einem Joint Venture der Vaillant GmbH und einem Spinoff des Geothermiezentrums der Hochschule Bochum. Vaillant Group Geschäftsführer Ralf-Otto Limbach gab am 2.9. gemeinsam mit Bochums Oberbürgermeisterin Dr. Ottilie Scholz und Professor Dr. Rolf Bracke im Rahmen einer Premierenbohrung den Startschuss für das Joint Venture:


Premierenbohrung im Rahmen der geoJETTING-Vorstellung

Das neue Unternehmen bietet Vaillant-Kunden Erdbohrungen zur Installation von Wärmepumpen im Einfamilienhaus bis hin zu Großanlagen für kommunale Wärmenetze an.

Erdwärme zentral für NRW in Bochum

Vor zwei Jahren erst hatte die Stadt Bochum aufgrund der Forschungs- und Entwicklungskapazitäten an der Hochschule Bochum, am GeothermieZentrum Bochum und an der Ruhr-Universität Bochum die Federführung im Themenfeld Geothermie (Nutzung der Erdwärme) für die Metropole Ruhr übernommen. Durch das Eingehen strategischer Kooperationen weitete sie diese auf ganz NRW aus.

Die Hochschule Bochum hat wichtige Beiträge sowohl bei der Entwicklung der neuen Technik als auch für die Entstehung des Gemeinschaftsunternehmens mit Vaillant geleistet. Mit Unterstützung der PROvendis Patentverwertungsgesellschaft der NRW-Hochschulen erhielt das geoJETTING die nationalen und internationalen Schutzrechte. Auch bei deren anschließender Vermarktung haben die Hochschule und PROvendis eng kooperiert.

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