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Fassade aus Holzwerkstoff-Tafeln in Künzelsau

(26.9.2008) Holz als Fassadenwerkstoff kommt für viele Architekten nicht in Frage, weil der Baustoff naturgemäß nicht dauerhaft bewitterungsfähig ist. Holz arbeitet, verzieht sich, verblasst und verrottet. Funktion und Optik lassen sich nicht langfristig garantieren. Mit diesen Vorurteilen will der Hersteller von Flüssigkunststoffen Coelan aus Coesfeld aufräumen.


Coelan hat eine Holzbeschichtung entwickelt und mit Produkteigenschaften ausgestattet, die bisher einzigartig sein sollen. Dies war auch der Grund dafür, warum sich das Architektenteam der neuen Ganztagseinrichtung Freie Schule Anne-Sophie in Künzelsau, Ortsteil Taläcker (siehe Google-Maps), neben gestalterischen, ökologischen und psychologischen Gründen für den Werkstoff Holz in der Fassade entschied und 10.000 m² einplante.

Ökologie, Nachhaltigkeit und Naturverbundenheit

Auf dem Schulcampus in Künzelsau gleicht kein Fassadenelement dem anderen, ebenso wie kein Schüler wie der andere ist. Alle sind individuell und können ihre ganz persönliche Lebensgeschichte erzählen. Diese Eigenschaft macht den Campus zu einem speziellen Ort, an dem man stets etwas Neues entdecken und erfahren kann. Die Ökologie, Nachhaltigkeit oder Naturverbundenheit, die das Holz repräsentiert, sind Werte, die die Schüler in ihrem Tun und Handeln positiv beeinflussen sollen. Die Fassaden der einzelnen Gebäude bestehen aus einzelnen, 24 mm starken Kerto-Q Holztafeln von Finnforest. Dieser natürliche Baustoff verspricht hohe Belastungsfähigkeit und ein geringes Verformungsverhalten.

Trägerin der alternativen Bildungseinrichtung ist die gemeinnützige Stiftung Würth, deren Ziel darin besteht, einen Lebensort des Lernens anzubieten, an dem die Kinder und Jugendlichen Möglichkeiten finden, ihren individuellen Fähigkeiten entsprechend gefördert zu werden. Charakteristisch für dieses Schulkonzept ist die Schaffung von kleinen, überschaubaren Lern- und Lebensbereichen für die Schüler.

Der fünfteilige Gebäudekomplex besteht aus einer vierteiligen Sporthalle plus Schwimmhalle und Räumlichkeiten für die Eingangsstufe, die Grundschule sowie für die Sekundarstufe I von Klasse 5-10. Auch die Gebäude der Sekundarstufe II, Klasse 11-13 wurden gleich mit geplant.

Holzfassade in einer neuen modernen Formensprache

Holz ist ein traditioneller Werkstoff mit regionalem Charakter, der offensichtlich durch neue Coelan-Behandlungsverfahren und -Technologien zeitgemäß und dauerhaft in einer neuen Formensprache für die moderne Architektur einsetzbar ist.


Die natürliche Materialität von Holz verleiht den Gebäuden eine gewisse Ruhe, Selbstverständlichkeit und Wärme. Diese Empfindungen bieten dem Betrachter die Möglichkeit, von der heutigen nervösen und hektischen Umwelt Abstand zu finden, um sich mit voller Kraft und Konzentration den schulischen Herausforderungen stellen zu können.

Die tragende Konstruktion besteht aus Stahlbetonwänden. Darauf sind U-Profile auf einer thermischen Trennlage zum Ausgleich der Rohbautoleranzen mittels Schraubankern (Würth Fixanker FAZ 10/115) montiert - und zwar horizontal in gleichmäßigen Abständen von ca. 75 cm. Über die U-Profile wurde das Haupttraggerüst aus Konstruktionsvollhölzern 8/14 cm flucht- und lotrecht ausgerichtet. Zwischen den Hölzern liegt eine 14 cm starke Mineralfaserdämmung (WLG 035 nicht brennbar, Baustoffklasse A2), die mit Dämmstoffhaltern dauerhaft sicher befestigt wurde. Über dieser Dämmung spannt sich eine schwarze, wasser- und winddichte sowie diffusionsoffene Unterspannbahn (Würth Wütop Trio Plus), die auf der Unterkonstruktion mechanisch befestigt ist.

Zur Aufnahme der Fassadenplatten und zur Erzeugung einer Hinterlüftung wurden Konstruktionsvollhölzer 8/4 vertikal in Abständen von ca. 75 cm auf das Haupttraggerüst verschraubt. Die Latten sind vor der Beplankung mit einem schwarzen, unbedruckten und witterungsfesten Dichtband abgedeckt worden.

Die mechanische Befestigung der Kerto-Q Fassadenplatten auf der Vertikallattung erfolgte mit Edelstahlschrauben vom Typ Würth Assy Panhead 5/60 mit 16 mm Dichtscheibe.

Coelan Holzbeschichtung für langfristigen Werterhalt

Durch die Vorbehandlung der Oberflächen mit einer auf den Holzcharakter abgestimmten Holzgrundierung wird die Holzstruktur zusätzlich hervorgehoben. Sie unterstreicht harmonisch die Helligkeit des Holzes ohne die Struktur mit seiner typisch geflammten Zeichnung und sichtbaren Ästen zu überdecken.

Zusätzlich schützt eine ca. 0,8 mm dicke, volltransparente und hochelastische Polyurethanbeschichtung den Holzwerkstoff zuverlässig und dauerhaft gegen Feuchtigkeit, Vergrauung, Verformung und witterungsbedingte Farbveränderungen. Die Coelan Holzbeschichtung soll laut Hersteller trotz der hohen Schichtstärke wasserdampfdiffusionsfähig sein und lasse somit das Holz weiterleben. Die Holzbeschichtung sei zudem absolut UV- und lichtbeständig, so dass der individuelle Charakter und die typische Struktur der Holzoberfläche langfristig sichtbar erhalten blieben. Die hohe Reißdehnung der Beschichtung von über 250% mache sie außerdem widerstandsfähig und unempfindlich gegenüber mechanischen Beanspruchungen.

Durch seine Elastizität könne die Coelan Holzbeschichtung Temperaturen von -30°C bis +90°C meistern, ohne ihre Eigenschaften einzubüßen und ohne vorschnell zu altern. Kurzfristig halte die Beschichtung sogar Temperaturen von bis zu 120°C aus, wie sie z.B. bei der Reinigung mit Dampfdruck vorkommen können. Auch Kälte/Wärme-Schocks sollen ebenso wenig ein Problem für die Beschichtung darstellen wie Frost/Tau-Wechsel.

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