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Deutscher Innenarchitektur Preis zum siebten Mal vergeben

(10.10.2008) Zum siebten Mal hat der Bund Deutscher Innenarchitekten (BDIA) den Deutschen Innenarchitektur Preis vergeben. Mit dem diesjährigen Preis ehrt der BDIA drei Projekte aus den Bereichen Verwaltungs- und Ladenbau sowie Privatbau. Sonderpreise gehen an herausragende Leistungen in den Kategorien Szenografie, soziale Kompetenz und temporäre Installation.


Dieses und die folgenden beiden Bilder: 1. Preis mit 4.000 Euro an landau + kindelbacher, München

Aus 106 eingereichten Arbeiten aus ganz Deutschland hat eine Fachjury aus renommierten Innenarchitekten, Bau- und Medienexperten die sechs Preisträger ausgewählt. Preise gingen an:

Darüber hinaus erhielten 24 Einreichungen eine Würdigung. Der Präsident des BDIA und Mitglied der Jury, Prof. Dipl.-Ing. Rudolf Schricker, hob die durchgängig hohe Qualität der eingereichten Projekte hervor und unterstrich "die herausragende Leistung, Raumkonzepte zu entwickeln, die sich durch Ganzheitlichkeit, Perspektive und Nachhaltigkeit auszeichneten". Die Preisverleihung fand am 24. Oktober in Köln im Rahmen der Objektmöbel-Messe Orgatec vor internationalem Publikum statt.

1. Preis: Der erste, mit 4000 Euro dotierte Preis ging an Ludwig Kindelbacher, Innenarchitekt BDIA, Architekt BDA, aus dem Büro landau + kindelbacher in München, für die Sanierung und Umnutzung eines Industriedenkmals in Pirmasens zur KangaRoos Hauptverwaltung (siehe die ersten drei Bilder sowie Google-Maps).

Der Charakter des historischen Industriegebäudes der Schuhfabrik Neuffer wurde herausgearbeitet und mit moderner Unternehmenskultur neu belebt. Die Innenarchitektur spiegelt als Corporate Architecture die Philosophie des Bauherren, der Bernd Hummel GmbH, und stellt für die Jury eine gelungene Kombination aus sensibler Erhaltung eines Denkmals und visionärer Bürokonzeption dar.


BDIA-Präsident und Jury-Mitglied Prof. Rudolf Schricker erklärte, "dass dieses außergewöhnliche Projekt ein sehr eindrucksvolles und gelungenes Beispiel dafür sei, aus einer Industriebrache wieder ein Raumkonzept voller Leben und Lebendigkeit zu entwickeln, versehen mit Nachhaltigkeit und Perspektive, angereichert mit Zuversicht für Menschen."

2. Preis: Das mit dem zweiten Preis und 2000 Euro prämierte Interieur des Boros-Penthouse auf einem Zweite-Weltkriegs-Bunker in Berlin von Jörg Berghäuser, Innenarchitekt BDIA, instantconcept Wuppertal, überzeugte die Jury aufgrund seiner ganzheitlichen Einzigartigkeit des globalen Raumentwurfs bis hin zum kleinsten Detail. "Eine Interpretation von Raum", so die Jury, "die unter der Berücksichtigung der geschichtlichen und aus der Nutzungsänderung sich ergebenden Hintergründe und Merkmale eine unverwechselbar monumentale Materialästhetik entwickelt." (Siehe auch Beitrag "Architekturpreis Beton 2008 entschieden" vom 4.5.2008)

3. Preis: Den dritten Preis und 1000 Euro erhielt Sabine Keggenhoff, Innenarchitektin BDIA, Keggenhoff | Partner aus Arnsberg, mit dem Umbau des FALKE Flagshipstore in Berlin (Bild unten). Der Innenarchitektin gelang es, einen Ort der Begegnung, der Kommunikation und der Präsentation mit einnehmender Atmosphäre und überzeugendem Corporate Design zu schaffen. Gelungen umgesetzt ist der Leitgedanke des Entwurfs mit dem Thema der Verdichtung, Überlagerung und Transparenz als Symbol für Dynamik und Urbanität. Die Gesamtgestaltung beruht auf den fundamentalen Ausdrucksmitteln von Flächen, Linien und Räumlichkeit.


Sonderpreise

Zusätzlich zu den drei Hauptpreisen hat die Jury drei Sonderpreise in besonderen Teilbereichen der Innenarchitektur vergeben.

Den Sonderpreis für soziale Kompetenz und 1000 Euro erhielten Rolf Pauw und Carsten Schmidt, Das Projekt GmbH in Hofheim, mit dem Kindergarten der Messe Frankfurt. Das ausgezeichnete Projekt ist in jeder Hinsicht ungewöhnlich und lässt sich schwer einordnen in vorgegebene Kriterien, überzeugt dennoch durch Originalität, Unkonventionalität und die Idee eines Messe-Baus für Kinder (Bild rechts).

Der Sonderpreis für Szenografie geht an Prof. Uwe. R. Brückner und Felix Becker, Atelier Brückner in Stuttgart, für das Museum "Bachhaus Eisenach" (letztes Bild unten). Den Höhepunkt der Innenarchitektur bietet, im Zentrum des Raumes, das so genannte "begehbare Musikstück", eine Raumskulptur, die Wissensvermittlung als emotionales Gesamterlebnis inszeniert.

Für den Messeauftritt von O² Germany auf der CeBIT 2007 erhielt das Büro Schmidhuber + Partner aus München den Sonderpreis für temporäre Installation (nächstes Bild unten). "Mobile Kommunikation bestimmt unseren Alltag", so die Jury, "sie hat aber keine originäre, dreidimensionale Form. Für O² Germany wurde ein unverwechselbares Corporate Design entwickelt, das zu einem neuen, inspirierenden Standkonzept führte."


Sonderpreis Temporäre Installation mit 1.000 Euro an Schmidhuber + Partner, München

Würdigung

Insgesamt stellte Kees Spanjers, Past President der Europäischen Innenarchitektenvereinigung ECIA, das internationale Niveau der Preisträger-Projekte heraus und resümierte, dass sie "in der Kreation der gebauten Lebens- und Arbeitsumgebung als passgenaue, intelligente, gesunde und nachhaltige Architektur" überzeugten. Weitere 24 Projekte von hoher innenarchitektonischer Qualität erhielten eine Auszeichnung. Sie wurden neben den sechs Preisträgern zur Veröffentlichung in der begleitenden Ausstellung und einer für 2009 geplanten Publikation zum Deutschen Innenarchitektur Preis 2008 ausgewählt.


Sonderpreis Szenografie mit 1.000 Euro an Atelier Brückner, Stuttgart

Mit dem Deutschen Innenarchitektur Preis und der Wanderausstellung der Sieger-Projekte forciert der BDIA sein Engagement, Raumqualität und Raumkultur in die Öffentlichkeit zu tragen. Gefördert wird der Deutsche Innenarchitektur Preis 2008 durch Mitglieder des BDIA Förderkreises Innenarchitektur und weitere Partner, darunter Anker, Bene, Ganter, Hund, JAB Anstoetz, Kaldewei, Merten, Schärf, schorn&groh, vitra, Waldmann, Wilkhahn sowie Wilde+Spieth.

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