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Doppelt verglaste Structural Glazing-Fassade mit variabler Transparenz

(3.11.2008) Das neue "John Lewis" Kaufhaus im britischen Leicester umgibt ein schillernder, netzartiger Vorhang - spitzenartig und bei Dunkelheit in 256 Farben wechselnd hinterleuchtet. Genauer betrachtet handelt es sich dabei um eine doppelte Structural Glazing-Fassade mit aufwändiger Musterung - siehe Google-Street-View und/oder Bing-Maps. Mit dem radikalen wie frischen Vorschlag, eine transparente, edel gemusterte Ganzglasfassade als Außenhaut einzusetzen, setzten sich Foreign Office Architects (FOA), London, im Wettbewerb um das Design des 25.000 Quadratmeter großen Kaufhauses gegen alle Wettbewerber durch. Das Fassadenglas "ipachrome design" von Interpane ermöglicht diese kreative und gleichzeitig funktionale Optik: Das im Sputterverfahren aufgebrachte Design dient auch als Sonnen- und Blickschutz und lässt die Transparenz der Fassade variieren.

Die englische Stadt Leicester gilt als Vorbild für multikulturelles Zusammenleben. Jeder vierte Bürger hat indische Wurzeln. Mehr als die Hälfte der Jugendlichen stammt aus Indien, Somalia, Jamaika, Bangladesh, Uganda, Pakistan. In manchen Schulen werden mehr als 70 verschiedene Sprachen gesprochen. Und die Wirtschaft in Leicester brummt - Restaurants, Textilfabriken, Modegeschäfte. Inmitten der farbenfrohen Gesellschaft steht seit kurzem der neue "John Lewis Department Store", der mit seiner gemusterten, netzartigen Fassade bewundernde Blicke auf sich zieht und genau in diese bunte Stadt passt.

Structural Glazing mit Design-Beschichtung

Structural Glazing sorgt für ein besonders harmonisches Fassadenbild, denn die von außen sichtbare Halterung der einzelnen Glasscheiben entfällt. Die Glasscheiben für die Fassade des "John Lewis Department Store" wurden von oben herabgelassen und horizontal verklebt. Neben einer ganzheitlichen, fließenden Optik ergeben sich auch praktische Vorteile: So spült der Regen anfallenden Schmutz von der Fassade. Um den Einblick von Außen zu mindern und trotzdem viel Transparenz zu bewahren, wurde eine Art 3D-Architektur geschaffen. Die Fassade wurde doppelt verglast, also mit zwei Schichten des "Netzvorhangs" verhüllt. Zusätzlich wurden die innere und äußere Musterung unterschiedlich angeordnet, um dem Betrachter den Einblick zu versperren.

Das Muster selbst ist eine neuartige, partielle Beschichtung, die auch feingliedrige, kunstvolle Arten des Objektdesigns ermöglicht: "ipachrome design" wurde vom Interpane-Werk Plattling entwickelt und ausgeführt. Mehr als 5.000 Quadratmeter Glas - 625 Scheiben mit einer Größe von jeweils 2,4 mal 5,4 Meter - bilden eine ganzheitliche Fläche. Die Musterung wurde so konzipiert, dass sie fließende Übergänge bildet und als Ganzes erscheint.

Das "ipachrome design"-Mehrfach-Schichtsystem bewirkt, dass die Musterung von außen betrachtet so hoch reflektierend ist wie ein konventioneller Silberspiegel. Hohe Luftfeuchtigkeit soll der Beschichtung - anders als bei klassischen Verspiegelungen - nichts anhaben können. Gleichzeitig dient die aufmerksamkeitsstarke Verzierung als partieller Sonnenschutz, denn der Transmissionsgrad liegt bei nur vier Prozent. Die Glasscheiben selbst bestehen aus Verbundsicherheitsglas (VSG) aus zwei 10 mm dicken teilvorgespannten Gläsern.

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