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Erstes Massivhaus nach dem Sentinel-Haus Konzept in Europa

(10.11.2008) Mit Blick auf den Aktionsplan gegen Allergien, der vom Bundesverbraucherschutzministerium verabschiedet wurde, haben ...

  • der Zieglerverband Deutsche Poroton,
  • das Sentinel-Haus Institut Freiburg und
  • das schwäbische Bauunternehmen KHB-Creativ Wohnbau

... nach einer Vorbereitungszeit von etwa zehn Monaten im Rahmen eines gemeinsamen Pilotprojektes in Talheim bei Heilbronn das erste Massivhaus an die Bauherren übergeben, das nach den rechtsverbindlichen Grundsätzen des Freiburger Instituts wohngesund geplant und gebaut wurde.

Immerhin leiden mehr als 16 Millionen Deutsche unter Allergien; vor allem erkranken daran immer früher Kleinkinder. Fachleute befürchten, dass auch die Nanotechnologie zu einer Verschlimmerung der Situation führen kann, da die Wirkungen auf den menschlichen Organismus noch unbekannt sind. "Nanopartikel können u.a. in Innenraumbeschichtungen oder Wandfarben enthalten sein. Zudem lassen sie sich sehr schwierig für Untersuchungen im Labor isolieren", so der Toxikologe Prof. Volker Mersch-Sundermann von der Uniklinik Freiburg - siehe dazu auch Beitrag "Nanopartikelgefahr? Mögliche Gefahren durch Nanotechnologie werden untersucht" vom 17.8.2006.

<!---->In Talheim kam als Wandbildner der mit Perlit gefüllte Poroton-Ziegel T9 zum Einsatz. Das Naturmaterial Ton, aus dem die Ziegel gebrannt sind, gleicht zusammen mit dem innen liegenden mineralischen Dämmstoff und dem verwendeten Rotkalkputz Feuchtigkeitsschwankungen aus, speichert durch seine große Masse Sonnenwärme und schützt gegen Elektrosmog sowie Lärm - siehe Text "Poroton-T9 schützt vor Elektrosmog" vom 16.12.2002.

Alle eingesetzten Baustoffe und Materialien, selbst Fugenabdichtungen, wurden vorab einer detaillierten Prüfung auf Emissionen unterzogen. Damit sollten Formaldehyde, flüchtige organische Stoffe (VOC), Feinstäube oder andere Allergie auslösende Emissionen von vornherein vermieden werden. Die beteiligten Handwerker wurden diesbezüglich unterwiesen und in der Verarbeitung geschult. Das Wohnhaus mit über 140 Quadratmetern wurde insgesamt drei Messungen mit lizenzierten Geräten unterzogen. Unabhängige Prüfinstitute bewerteten die Raumluftmessungen in Folge. Zuletzt zwei Monate nach Fertigstellung des Gebäudes.

Die Ergebnisse der Messungen sprechen für das Konzept: Die vertraglich garantierten Höchstwerte von 1000 Mikrogramm flüchtiger organischer Stoffe wurden um 40 bis 70 Prozent unterschritten. Empfehlungen des Umweltbundesamtes wurden damit mehr als erfüllt. Die höheren Werte in einzelnen Räumen entstanden durch natürliche Terpene, die aus Holzoberflächen entweichen. Formaldehyd, das gereizte Schleimhäute, Atembeschwerden und Unwohlsein zur Folge haben kann und in hohen Konzentrationen sogar als krebserregend eingestuft ist, wurde in extrem niedrigen Werten gemessen. Mit 7 bis 17 Mikrogramm pro Kubikmeter liegt der Formaldehydgehalt um 70 bis 88 Prozent unter den strengen Richtwerten des Sentinel-Haus Instituts von 60 Mikrogramm je Kubikmeter.

"Zum ersten Mal wurde damit in Europa ein wohngesundes Massivhaus nach rechtssicheren und planbaren Prinzipien realisiert, das sich auch Normalbürger leisten können", unterstreicht Johannes Edmüller, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Poroton. "Wir haben mit diesem Meilenstein wertvolle Impulse für die Bauwirtschaft vermittelt, haben doch die Bauherren schwarz auf weiß, dass das Haus ihre hohen Ansprüche an Wohngesundheit erfüllt." Denn ein nach dem Sentinel-Haus-Konzept geschultes Bauunternehmen garantiert per Vertrag, dass festgelegte Schadstoffwerte unterschritten werden. Diese Sicherheit ist europaweit einzigartig.


Josef Spritzendorfer vom Sentinel-Haus Institut Freiburg überreicht Wolfgang und Gabriele Faißt, Bauherren des ersten wohngesunden Ziegelhauses, die Urkunde. Zu den Gratulanten gehörte Johannes Edmüller, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Poroton (v.l.n.r.) (Bild vergrößern)

Das Sentinel-Haus Institut plant in nächster Zeit weitere Projekte wie einen Kindergarten sowie Wohnbauten in Frankreich und der Schweiz. Auch für Investoren größeren Stils ist dieses Konzept außerordentlich interessant, beispielsweise für Seniorenresidenzen oder Krankenhäuser.

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