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Natürliche Holzfassaden aus heimischem Holz

(3.12.2008) Seit mehreren Jahren schon erfreuen sich Holzfassaden bei Deutschlands Häuslebauern und Renovierern einer stetig steigenden Beliebtheit. Gerade angesichts kürzer werdender Tage und herbstlicher Schmuddelwetterlagen stellt sich allerdings wohl so mancher Holzfassadeninteressent die Frage, welches Holz bei durchschnittlich fast 1000 Litern Niederschlag pro Quadratmeter und Jahr für heimische Witterungsverhältnisse denn überhaupt geeignet ist.


Tropenhölzer wie Teak oder Meranti wären nach Ansicht vieler Experten materialseitig eine gute, wenn auch nicht ganz billige Lösung, weil diese Hölzer auch unbehandelt lange haltbar sind. Allerdings stammt nicht jedes angebotene Tropenholz aus kontrolliertem Plantagenanbau und der Transport nach Europa verbraucht zudem wertvolle Energie, ist also vor allem unter ökologischen Gesichtspunkten durchaus zu diskutieren. In den meisten Fällen wird deshalb derzeit Lärche oder Douglasie gewählt, weil diese harzhaltigen Nadelhölzer ebenfalls ohne Anstrich Wind und Wetter trotzen. Thermoholz aus heimischem Laubholz wie Buche, Pappel oder Esche bildet seit einiger Zeit eine weitere attraktive Alternative. Martin Hagensieker, Sägewerksbesitzer und Inhaber der Thermoholzmarke proGoodwood erklärt, dass Thermoholz ...

  • durch das "Backen" in speziellen Thermoöfen mindestens so witterungsbeständig werde wie Tropenholz,
  • aus hiesigen Wäldern stamme,
  • im Unterschied zu Lärchenholz kein Harz absondern würde,
  • praktisch astfrei sei und
  • einen völlig anderen Farbton als Nadelholz aufweise.

Speziell Pappel sei momentan absolut "in" und werde überwiegend in Form von Rhombus-Profil-Fassaden verbaut.

Holz als Fassadenmaterial hat grundsätzlich viele Vorteile: einfache Verarbeitbarkeit, kurze Montagezeiten, überzeugendes Preis-Leistungsverhältnis, gute Wärmedämmeigenschaften. Zudem entspricht Holz dem wachsenden Bedürfnis vieler Hausherren nach einem ökologischen Baustoff und einer naturnahen Optik. Den vielen Vorteilen steht in unseren Breiten eigentlich nur der Nachteil entgegen, dass die meisten unbehandelten Holzarten den mitteleuropäischen Klimaverhältnissen auf Dauer nicht widerstehen. Bisher gab es deshalb für Bauherren eigentlich nur zwei Möglichkeiten:

  • Entweder das Holz lackieren bzw. lasieren oder
  • auf Nadelholzvarianten wie Lärche oder Douglasie ausweichen.

Der Trend geht allerdings derzeit eher weg von lackierten oder lasierten Holzoberflächen und hin zu unbehandelten Hölzern. Zum einen wohl vor allem aus optischen Gründen - schließlich will man sehen und zeigen, dass es sich beim verwendeten Material um Holz handelt. Außerdem ist vielen der Pflegeaufwand für oberflächenbeschichtetes Holz vermutlich einfach zu groß. Die Expertenregel "wer einmal streicht, der streicht immer wieder" schreckt offensichtlich ab. Zumal die Zeitabstände für die Oberflächenbehandlung relativ eng sind. Selbst das Deutsche Lackinstitut empfiehlt in einer aktuellen Meldung: "Dickschichtlasuren sollten alle vier bis fünf Jahre und deckende Lacke alle fünf bis acht Jahre erneuert werden." Es verwundert also nicht, dass Lärche und Douglasie relativ häufig verwendet werden. Beide Holzarten können, müssen aber nicht lackiert oder lasiert werden. Sie widerstehen auch unbehandelt den widrigen mitteleuropäischen Wetterverhältnissen. Allerdings sondert gerade die Lärche relativ viel Harz ab, was insbesondere beim direkten Kontakt mit bis zum Boden reichenden Holzfassaden zum Problem werden kann. Außerdem mag nicht jeder die vielen Astansätze und die typisch "graue" Patina, die unbehandeltes Lärchen- oder Douglasienholz im Laufe der Zeit entwickelt.

Vor diesem Hintergrund ist das Selbstbewusstsein des niedersächsischen Sägewerksbesitzers Martin Hagensieker und der Stolz auf sein Thermoholz proGoodwood durchaus verständlich: "Mit proGoodwood ist es uns gelungen, die ökologischen Vorteile heimischen Holzes mit den produktspezifischen Vorteilen von Tropenholz zu kombinieren - und das ohne die typischen Nachteile von Nadelholz in Kauf nehmen zu müssen. Unser Holz überzeugt mit höchster Widerstandsfähigkeit, Top-Qualität, einer astfreien Oberfläche und einem durchgängig einheitlichen Farbton. Im Unterschied zu Nadelholz wie Douglasie oder Lärche entwickelt unser proGoodwood-Laubholz im unbehandelten Zustand im Laufe der Zeit eine gleichmäßige fein-silbergraue Patina statt eines dunkelgrauen bzw. grauschwarzen Farbtones!"

Thermoholz aus heimischen Wäldern?

Die Ursprünge der "Thermobehandlung" gehen auf die Wikinger zurück, die das Holz für Gebäude und Schiffe auch schon über dem Feuer dauerhaft machten, wie gut erhaltene Holzfunde zeigen, die mehrere hundert Jahre alt sind. Das heutige Thermoverfahren wurde zunächst vor allem in Skandinavien zur Optimierung der Materialeigenschaften von Nadelholz eingesetzt, bevor es nun auch verstärkt als chemiefreie Großserientechnik in der Laubholzbehandlung zur Anwendung kommt.


Wind und Wetter, Sonne und Regen ausgesetzt zeigt modifiziertes Buchenholz, was in ihm steckt. Auch im langfristigen Bewitterungsversuch bleibt es erstaunlich gut in Form - im Gegensatz zu den unbehandelten Vergleichsbrettchen. (Bild aus dem Beitrag "Modifiziertes Holz: Tropenholz aus heimischen Wäldern" vom 2.5.2008)

Nach der Standardtrocknung wird das Schnittholz mittels Spezialwärmebehandlung für etwa 3 Tage in Material schonenden Thermokammern auf bis zu 210°C erwärmt. Dadurch verändern sich die physikalischen Eigenschaften und die innere Struktur des Holzes nachhaltig. Die Behandlung wandelt die zuckerartigen sowie die Wasser anziehenden Bestandteile des Holzes dauerhaft um. Das Ergebnis ist ein Holz, das "Holz-Zersetzern" wie Pilzen, Insekten & Co. keinen Lebensraum und keine Nahrung mehr bietet - und deshalb besonders lange haltbar bleibt. Das so behandelte Schnittholz bekommt außerdem - je nach Verfahrensintensität und Holzart in unterschiedlicher Prägnanz - eine attraktive dunkle Farbtönung, die das komplette Material durchdringt.

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