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IVD warnt: In westdeutschen Städten werden Wohnungen knapp

(7.12.2008) "In Westdeutschland nimmt die Wohnungsknappheit dramatische Züge an", warnt Jürgen Michael Schick, Vizepräsident des IVD Bundesverbands. Durch die zurückhaltende Bautätigkeit sei der freie Wohnungsbestand in einigen westdeutschen Städten bereits unter die Ein-Prozent-Marke gerutscht. "Damit liegt er weit unter der Fluktuationsreserve von zwei bis drei Prozent, die ein funktionstüchtiger Markt für Umzüge und Sanierungsmaßnahmen dringend benötigt."

Ist der Leerstand zu gering, können die sich im Laufe der Zeit verändernden Ansprüche der Menschen an ihren Wohnraum kaum berücksichtigt werden. "Dabei machen veränderte Lebensumstände wie beispielsweise durch Familiengründung oder Krankheit einen Wechsel der Wohnräume oftmals unvermeidlich", so Schick. In einer aktuellen Studie wurde nun belegt, dass der Leerstand in Erlangen lediglich 0,5 Prozent beträgt, in Karlsruhe liegt er bei 0,7 Prozent, Darmstadt und Kempten folgen mit jeweils 0,8 Prozent nur knapp dahinter. Auch in Mainz und Baden-Baden liegt der Leerstand unter einem Prozent. Insgesamt ist der Leerstand in den westdeutschen Bundesländern auf nun 2,4 Prozent gesunken (Quelle: Energie-Dienstleister Techem und Marktforschungsinstitut Empirica).

Wohnungsmangel in westdeutschen Städten

"Der IVD warnt bereits seit Jahren vor einer Wohnungsknappheit, da das Neubauvolumen immer weiter zurückgeht und kontinuierlich weniger Häuser und Wohnungen fertig gestellt werden, als der Markt braucht", kritisiert der IVD-Vizepräsident. Bei einem Wohnungsleerstand von unter einem Prozent müsse von einem Wohnungsmangel gesprochen werden. Dieser sei durch die Abschaffung der degressiven AfA (Absetzung für Abschreibung) im Neubau sowie durch die Streichung der Eigenheimzulage massiv gefördert worden. Die Politik habe zwar wiederholt beteuert, einen Ausgleich schaffen zu wollen, die Erfüllung des Versprechens stehe allerdings nach wie vor aus. Der mittlerweile eingeführte so genannte "Wohn-Riester" werde keine Marktentlastung durch steigende Zahlen im privaten Hausbau bewirken, da er kein adäquater Ersatz für die gestrichenen Förderungen sei. "Solange aber keine Anreize für den Wohnungsneubau geschaffen werden, wird sich die Situation im deutschen Wohnungsbestand nicht ändern."

Knappes Angebot lässt Mieten steigen

Mittelfristig würden daher noch weitaus mehr Städte die Anforderungen ihrer Einwohner an den Wohnraum nicht mehr befriedigen können. "Diese Entwicklung wird zudem dazu führen, dass die Mietbelastung der Einwohner weiter steigen wird", warnt Schick. "Denn der Nachfrageüberhang führt zu steigenden Preisen und dürfte sich in einigen Städten zunehmend zu einem sozialen Problem entwickeln."

Besonders tief in die Tasche greifen müssen diejenigen, die Altbauwohnungen in den guten Wohnlagen der deutschen Großstädte beziehen wollen. Hier stiegen die Nettokaltmieten im Vergleich zum Vorjahr bundesweit um 2,6 Prozent. Das zeigt eine detaillierte Auswertung des IVD-Wohn-Preisspiegels, der bundesweit die Miet- und Kaufpreise in 370 Städten in Deutschland untersucht hat. Die Unterschiede in den einzelnen Städten sind stark ausgeprägt. So kostet eine Mietwohnung aus der Nachkriegszeit in München mit 8,90 EUR/m² rund 75 Prozent mehr als im bundesweiten Durchschnitt. Auf den Plätzen zwei bis fünf folgen Stuttgart mit 8,50 EUR/m², Darmstadt mit 8,00 EUR/m², Mainz mit 7,70 EUR/m² sowie Wiesbaden und Heidelberg mit je 7,60 EUR/m². In der Bundeshauptstadt Berlin liegen die Durchschnittsmieten mit 5,90 EUR/m² deutlich unter den Mieten der übrigen Großstädte - siehe auch Beitrag "IVD: Immobilienpreise in Großstädten steigen" vom 16.11.2008.

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