Fallende Umsätze im österreichischen Dachbau
(9.6.2009) 2008 sanken die Erlöse im Dachbau um 2,7% gegenüber dem Vorjahr auf insgesamt nur noch rund 1,76 Mrd. Euro. Die Nachfrage nach Zimmermanns-, Dachdecker- und Spenglerarbeiten entwickelt sich noch schlechter, der Umsatzrückgang wird jedoch durch steigende Preise abgefedert. Grund für die steigenden Baupreise sei der hohe Personalkosten-Anteil, der vor allem im Wohnbau zum Tragen kommt. Treiber der rückläufigen Nachfrage ist 2008 der stagnierende Neubau in Österreich sowie der witterungsbedingte Einbruch in der Sanierung.
Bis 2010 erwarten Kreutzer Fischer & Partner weitere Umsatzrückgänge von durchschnittlich 1,0% p.a. auf dann rund 1,72 Mrd. Euro. Grund ist in erster Linie das aufgrund der anhaltenden wirtschaftlichen Unsicherheit wegbrechende Sanierungsgeschäft. Die geplanten Förderprogramme der Regierung seien zu gering dimensioniert, um einen Nachfrageimpuls auszulösen. Darüber hinaus würden öffentliche Aufträge zu spät auf die Schiene gebracht. Der Neubau wird 2009 noch von den gestiegenen Bewilligungen aus 2007/2008 profitieren. Spätestens 2010 soll aber auch aus diesem Bereich weniger Nachfrage kommen. Die Baupreise geraten aufgrund der anhaltend negativen Nachfrageentwicklung und den daraus resultierenden Auslastungsproblemen ebenso wie die Ertragslage der Unternehmen weiter unter Druck.
Abwärtsspirale im Markt für Dachmaterialien dreht sich immer schneller
War die Nachfrage nach Dachmaterialien bereits im Jahr 2007 leicht rückläufig (-2,0% gegenüber dem Vorjahr), so verstärkt sich diese Tendenz 2008 nochmals deutlich. Insgesamt werden nur mehr rund 11,8 Mio. Quadratmeter Dachfläche verbaut, das entspricht einem Rückgang von 5,0% gegenüber dem Vorjahr. Die Treiber der Entwicklung sind naturgemäß gleich wie im Dachbau: Stagnation im Neubau so wie eine im Laufe des Jahres 2008 stockende Sanierungstätigkeit. Auch die Preise geraten am Dachmaterialien-Markt zunehmend unter Druck. 2008 können die Hersteller den Durchschnittspreis noch um 2,7% gegenüber dem Vorjahr pro Quadratmeter anheben, womit die Nachfrageverluste etwas kompensiert werden können. Das Umsatzminus beträgt damit 2008 "nur" 2,4% gegenüber dem Vorjahr. Die Erlöse sinken auf rund 146,3 Mio. Euro. Die Wettbewerbsanalyse zeigt überraschenderweise, dass vor allem die großen Anbieter im Hartdeckungsbereich gehörig Federn lassen müssen.
siehe auch für weitere Informationen:
- Kreutzer Fischer & Partner
- Bauzulieferbranche erwartet stärksten Umsatzeinbruch im zweiten Halbjahr 2009 (5.4.2009)
- Baukonjunktur
ausgewählte weitere Meldungen:
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