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Realschule bekommt Passivhaus-Fertigteil-Hülle übergestülpt

(7.9.2009) Optimale Lernbedingungen schaffen und gleichzeitig Energie sparen - das ist das Ziel der Generalsanierung der Buchloer Realschule im Ostallgäu (siehe Google-Maps). Das gut 30 Jahre alte Gebäude bekommt eine Passivhaushülle und eine Komfortlüftungsanlage, die künftig für perfektes Raumklima sorgen sollen, auch wenn in den Klassenzimmern die Köpfe rauchen.

Die rund 850 Realschüler in Buchloe werden ihre Schule nach den Sommerferien nicht wiedererkennen. Kaum waren sie am 31. Juli aus dem Schulhaus gestürmt, rückte schon das Ambros-Team an. Das Holzbau-Unternehmen hat sich auf energieeffiziente Neubau- und Sanierungsmaßnahmen spezialisiert. Im Falle der Buchloer Realschule wird ein neuartiges Verfahren, das von der TU München begleitet wird, angewendet. Durch den Einsatz von Holzelementen, die zuvor im Werk angefertigt worden sind und jetzt an der alten Fassade montiert werden, lässt sich der Umbau in Rekordzeit bewerkstelligen. Sechs Wochen bekommen die Ambros-Spezialisten für die Rundumerneuerung des Gebäudes. Dann haben in der Schule wieder die Lehrer und nicht die Bauarbeiter das Sagen. "Mit herkömmlichen Sanierungsmethoden wäre das nie zu schaffen gewesen", betont Josef Ambros.

Das war einer der Gründe dafür, warum sich der Landkreis Ostallgäu für die Sanierung mit hochwärmegedämmten, vorgefertigten Fassadenelementen entschieden hat. Man suchte eine schnelle, aber qualitativ sehr hochwertige Lösung, die nicht nur Energiesparen hilft - der Endenergiebedarf soll sich nach Abschluss aller Arbeiten um rund 71 Prozent reduzieren -, sondern auch die Arbeitsbedingungen für Schüler und Lehrer deutlich verbessert. Wird die Luft schlecht, lässt die Konzentration nach. Das kontrollierte Be- und Entlüften durch eine moderne Anlage verhindert das. Marion Bartl von e3.architekten, dem für das Projekt zuständigen Architekturbüro, hebt deshalb die Vorzüge "der Raumlufthygiene" im sanierten Schulhaus hervor. "Bei 30 Schülern in einem 60 Quadratmeter großen Klassenzimmer steigt die CO2-Konzentration rasch an. Mit der normalen Fensterlüftung bekommt man das nicht in den Griff", meint Marion Bartl. "Gute Lern- und Arbeitsbedingungen sehen anders aus."


Die Schulleitung in Klaus (Vorarlberg) kann das nur bestätigen. Dort hat man sich schon vor sechs Jahren für den Bau eines neuen Schulhauses in Passivbauweise samt Lüftungsanlage entschieden. Die Leistungen wurden daraufhin besser. Es gab keine neuen Schüler oder Lehrer, sondern eine neue Schule mit optimalem Raumklima.

Josef Ambros hört das gern. Ihn stört die Diskussion, die zuletzt in den Medien geführt wurde. Da wurde bemängelt, dass viel Geld aus den Konjunkturprogrammen in die Sanierung von Schulen statt unmittelbar in die Bildungspolitik investiert werde. "Wenn in den Schulen eine Wohlfühlatmosphäre herrscht, dann spiegelt sich das auch in besseren Noten wider."

Das zeigt laut Ambros das Beispiel der Hauptschule in Klaus. Mit neuen Fenstern und ein bisschen mehr Außendämmung sei es aber nicht getan. "Im Gegenteil", so der Experte für energieeffizientes Bauen. "Dann wird die Hülle ein wenig dichter und der Luftaustausch noch schlechter." Stattdessen müsse ein umfassendes Gebäudekonzept erstellt werden. "Halbherzige Lösungen bringen nichts, sondern vernichten nur Steuergelder", warnt Ambros. Dieselbe Meinung vertritt auch Marion Bartl. "Wenn sanieren, dann effektiv und in Richtung Passivhausstandard", empfiehlt die Architektin.

Die Verantwortlichen des Landkreises Ostallgäu, die im vergangenen Jahr eine Klimaschutz-Resolution verabschiedet hatten, haben dies erkannt. Sowohl bei Neubauten, als auch bei Sanierungsmaßnahmen landkreiseigener Gebäude, ist der Passivhausstandard das Ziel. Zudem wird auf die Verwendung nachwachsender, regionaler Baustoffe geachtet. Beides wird beim Umbau der Buchloer Realschule umgesetzt. Dies soll Vorbildcharakter für weitere Schulen und Amtsgebäude haben.

Weitere Informationen zu Passivhaushülle können per E-Mail an Ambros angefordert werden.

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