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Mineralwolle: Qualität braucht Kontrolle

RAL-Gütezeichen, Gütegemeinschaft Mineralwolle e.V. (GGM)
Dr. Utz Draeger als Obmann des Güteausschusses (GA) der Gütegemeinschaft Mineralwolle
Dr. Utz Draeger  (Bild vergrößern)

(5.11.2009) Dämmstoffe aus Mineralwolle sind die am meisten in Deutschland verbauten Dämmmaterialien. Durch das RAL-Gütezeichen, wie es die Gütegemeinschaft Mineralwolle e.V. (GGM) seit zehn Jahren vergibt, soll u.a. sichergestellt werden, dass Mineralwollprodukte auch gesundheitlich unbedenklich sind. Wie wichtig eine kontinuierliche Überprüfung der Produktqualität ist, zeigte sich im Oktober in einer Sitzung der Gütegemeinschaft im Fraunhofer-Institut für Silicatforschung in Würzburg.

Unter dem Vorsitz von Dr. Utz Draeger als Obmann des Güteausschusses (GA) der GGM und Prof. Dr. Helmut A. Schaeffer als wissenschaftlichem Glasexperte des GA traf sich die Gütegemeinschaft Mineralwolle mit eingeladenen Prüf- bzw. Probenahmeinstituten, um aktuelle Themen der Qualitätsprüfung von Mineralwolle zu diskutieren. In diesem Jahr nahmen Prüfinstitute aus Deutschland und Polen teil. Die Tatsache, dass sich dem RAL-Gütezeichen für Mineralwolle auch zahlreiche nichtdeutsche Unternehmen und Werke angeschlossen haben, verdeutlicht den Status, den es sich innerhalb der letzten zehn Jahre erworben hat. Nicht zuletzt hat die andauernde Qualitätssicherung zu dem Vertrauen beigetragen, das die RAL-ausgezeichnete Mineralwolle am Markt genießt.

Übrigens: Die gesundheitliche Unbedenklichkeit von Mineralwolle wird in einem mehrstufigen Prüfverfahren festgestellt. Zunächst müssen die Hersteller von Mineralwolle die Biolöslichkeit für jeden Fasertyp nachweisen, der für den deutschen Markt produziert werden soll. Die Referenzfasern mit nachgewiesener Biolöslichkeit werden dann bei dem GA der GGM hinterlegt.

Dass in der laufenden Produktion die Qualität dieser Fasern erhalten bleibt, wird anschließend in zwei separaten Kontrollschritten geprüft. Die Probenahme der produzierten Fasern wird von unabhängigen Prüforganisationen, den Probenahmeinstituten, vorgenommen. Die werden zwar von jedem Unternehmen selber unter Vertrag genommen - aber nur nach vorheriger Prüfung durch die Gütegemeinschaft. Die Probenehmer sind dafür verantwortlich, dass alle 6 Monate Proben aus der laufenden Produktion entnommen, von ihnen versiegelt und an ein Analyseinstitut gesendet werden. Die Analyseinstitute werden von der Gütegemeinschaft anhand ihrer Kapazitäten bestellt; in Europa sind derzeit zwei Institute unter Vertrag.


In Deutschland werden alle Proben durch das Fraunhofer-Institut für Silicatforschung in Würzburg analysiert, das als eines von lediglich drei Instituten in Deutschland eine nasschemische Analyse durchführen kann. Dieses aufwändige chemische Analyseverfahren nimmt pro Probe bis zu drei Wochen in Anspruch. Danach gehen die Analysen zum Güteausschuss und zum Glasexperten Dr. Schaeffer, der sie mit den dort hinterlegten Referenzfasern vergleicht und im positiven Fall die Übereinstimmung bestätigt. Um die Proben nachvollziehbar zu machen, werden sie zwei Jahre lang im Probenahmeinstitut aufgehoben.

Durch dieses aufwändige Verfahren will die Gütegemeinschaft sicherstellen, dass Verbraucher in Deutschland Mineralwollprodukte zur Dämmung erhalten, die sich gesundheitlich unbedenklich verarbeiten lassen. Dazu Dr. Utz Draeger: "Auch wenn wir in den letzten zehn Jahren unsere Überwachung nicht grundlegend ändern mussten, so gibt es immer wieder Schlupflöcher zu schließen, die erst in der Praxis sichtbar werden. Deswegen bleibt die Überwachung zum Schutz des Verbrauchers nötig. Nicht zuletzt deshalb ist unser deutsches System einer externen Kontrolle zu einem in Europa akzeptierten Standard geworden, dem sich fast alle Anbieter unterwerfen, die auf den deutschen Markt wollen".

Unbekannte Mineralwolle im Sinne des Arbeitsschutzes prüfen

Neben der Sicherstellung der Qualität aktuell hergestellter Mineralwolle bietet die Gütegemeinschaft darüber hinaus die Möglichkeit, in Fällen von Abbruch oder Sanierung eingebaute Mineralwolle zu prüfen, bei der der Hersteller und das Produktionsdatum nicht mehr genau feststellbar ist. Damit können dann die notwendigen und korrekten Arbeitsschutzmaßnahmen beim Umgang mit dem Material angewendet werden.

Zur Erinnerung: Begleitend zum neuen Internetauftritt des Fachverbandes Mineralwolleindustrie e.V. erschien die Broschüre "Von Haus zu Haus. Expertenrat zum Dämmen mit Mineralwolle", die per E-Mail an FMI Fachverband Mineralwolleindustrie angefordert werden kann. Technische Themen wie Aufsparrendämmung oder Primärenergiebedarf vermittelt die Broschüre sympathisch und einprägsam: Sie gibt Gespräche von Siedlungsbewohnern mit Energie-Fachberater Konstantin Bracht wieder und beinhaltet zahlreiche konkrete Tipps für Hausbesitzer zum Energiesparen.

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