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Interview mit dena-Geschäftsführer Stephan Kohler zum "Effizienzhaus"


  

  

(14.12.2009) Das dena-Gütesiegel "Effizienzhaus" verspricht mehr Transparenz und Einheitlichkeit am Markt. Dazu ein Interview mit Stephan Kohler, Vorsitzender der Geschäftsführung der Deutschen Energie-Agentur GmbH (dena).

Wieso führt die dena das Gütesiegel "Effizienzhaus" für Wohngebäude ein?

Stephan Kohler: Energieeffizienz ist bereits jetzt ein wichtiges Auswahlkriterium beim Kauf oder der Anmietung von Immobilien - die Nachfrage wird weiter wachsen. Denn Miet- und Kaufinteressenten sowie Bauherren wollen auch zukünftig kostensicher und komfortabel wohnen. Bisher fehlt jedoch ein verlässliches Gütesiegel, das die besonders energiesparenden Gebäude erkennbar macht und ihre Qualität bestätigt. Das Gütesiegel "Effizienzhaus" der dena bestätigt einen sehr niedrigen Energiebedarf. Mieter und Käufer können damit energieeffiziente Häuser erkennen.

Was bringt das Gütesiegel "Effizienzhaus" für Bauherren und Sanierer?

Viele Eigentümer scheuen noch die Investition in energiesparendes Sanieren und Bauen - unter anderem, weil ihnen das Vertrauen in ein hochwertiges Ergebnis fehlt. Hier spricht das neue Gütesiegel eine klare Sprache: Die dena bestätigt damit, dass ein Haus tatsächlich so energieeffizient ist, wie es ein Bauunternehmer verspricht. Das schafft Vertrauen. Dazu trägt auch die Verzahnung mit den gleichnamigen Förderstandards der KfW bei, die in ihrem Programm "Energieeffizient bauen und sanieren" jeweils die passende Förderung anbietet.

Eigentümer, Bauträger und Wohnungsunternehmen können ihre "Effizienzhäuser" mit dem Gütesiegel besser vermarkten. Als Vorreiter können sie Maßstäbe in ihrer Region und im Wettbewerb setzen. Bauunternehmen, die ihre Produkte mit dem "Effizienzhaus"-Gütesiegel der dena anbieten, senden ein klares Signal an Kunden und Mieter und schaffen Vertrauen. So können Kunden und Mieter gebunden, neue hinzugewonnen und die Nachfrage nach energieeffizienten Gebäuden weiter gesteigert werden.

Welche Gebäude werden mit dem "Effizienzhaus"-Gütesiegel ausgezeichnet?

Mit dem "Effizienzhaus"-Gütesiegel der dena werden nur Gebäude mit einer besonders guten Energieeffizienz ausgezeichnet. Das sind die Standards "Effizienzhaus" 70 und 55 bei Neubauten sowie "Effizienzhaus" 100, 85, 70 und 55 bei sanierten Altbauten. Die Zahlen beziehen sich als Prozentangaben auf die in der Energieeinsparverordnung (EnEV) 2009 vorgeschriebenen Werte für einen vergleichbaren Neubau. Hier gilt: Je niedriger die Zahl, desto besser die Energieeffizienz. Dieses System nutzt auch die KfW in ihrem Förderprogramm "Energieeffizient bauen und sanieren". Auch hier heißen die Standards Effizienzhaus, die energetischen Anforderungen für ein "Effizienzhaus" 55, 70, 85 oder 100 sind gleich. So können Bauherren und Sanierer einfach erkennen, welche Förderung sie für ihr Vorhaben in Anspruch nehmen können.

Wie groß ist das Potenzial für Häuser mit Gütesiegel, wie viele "Effizienzhäuser" gibt es in Deutschland?

Bereits jetzt gibt es mehr als 40.000 Effizienzhäuser in Deutschland, 75 Prozent davon im Neubau-Bereich. Denn dort können schon heute standardmäßig Effizienzhäuser gebaut werden. So gibt es zum Beispiel im Fertighausbereich zahlreiche Anbieter, deren Häuser die Kriterien erfüllen.

Das größte Potenzial liegt aber in der Sanierung. Ein Großteil der Wohnhäuser in Deutschland wurde vor Inkrafttreten der ersten Wärmeschutzverordnung 1978 errichtet und hat daher einen sehr hohen Energiebedarf. Dabei kann jedes bestehende Wohngebäude ein "Effizienzhaus" werden. In unserem Modellvorhaben "Niedrigenergiehaus im Bestand" haben wir an mehr als 300 Häusern, auch denkmalgeschützten, gezeigt, dass eine umfassende Sanierung den Energiebedarf um bis zu 85 Prozent senken kann. Jetzt ist es an der Zeit, dieses Know-how in der Breite anzuwenden. Denn Effizienzhäuser sorgen mit ihrem geringen Energiebedarf langfristig für eine hohe Unabhängigkeit von der Energiepreisentwicklung und für Wertstabilität. Die Chancen dafür stehen gut: Bei etwa der Hälfte des Gebäudebestandes steht in den kommenden 20 Jahren eine Sanierung an. Diese Gelegenheit müssen wir nutzen.

Welche Markteffekte erhofft sich die dena?

Mit dem Gütesiegel "Effizienzhaus" wird ein entscheidendes Qualitätsmerkmal von Gebäuden sichtbar: die Energieeffizienz. Damit können Miet- und Kaufinteressenten energetisch besonders gute Gebäude erkennen und nachfragen – ein wichtiger Schritt auf dem Weg zum Massenmarkt. Durch die genannte Verzahnung mit den KfW-Förderprogrammen und dem qualitätsgesicherten Nachweis schaffen wir Transparenz und Vertrauen. Das ist die Basis, um unser Ziel zu erreichen: Angebot und Nachfrage zu stimulieren, weitere hocheffiziente Sanierungen und Neubauten anzuregen und somit die Energieeffizienz im Gebäudebestand deutlich zu erhöhen.

Es gibt bereits einige Zertifizierungsprogramme für Gebäude. Ist ein weiteres Gebäude-Siegel notwendig und wie hebt sich das Gütesiegel "Effizienzhaus" der dena ab?

Das dena-Gütesiegel "Effizienzhaus" hat drei wesentliche Vorteile: Zum einen bewertet es gleichermaßen die Energieeffizienz von Neubauten und Sanierungen und macht sie unmittelbar vergleichbar. Zudem wurde das "Effizienzhaus" gemeinsam mit dem Bauministerium und der KfW entwickelt. Durch die gemeinsame Nutzung ist ein schneller und bundesweiter Markteintritt möglich. Und nicht zuletzt basiert der Nachweis für das "Effizienzhaus"-Gütesiegel auf einem unabhängigen Qualitätssicherungssystem der dena und kann kostengünstig für Neubauten und Sanierungen erbracht werden.

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