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Neues Fassadensystem von Agrob Buchtal für Keramikfliesen

(6.1.2010) Aus guten Gründen wird die Fassade als Königsdisziplin der Architektur bezeichnet: Dieses Bauteil ist rund um die Uhr öffentlich sichtbar, gibt Gebäuden ein Gesicht und prägt Städte. Ähnlich hoch sind die funktionalen Anforderungen: Die Gebäudehülle ist permanent der Witterung ausgesetzt und beeinflusst ganz entscheidend die energetische und damit die finanzielle Bilanz.


Verwaltungsgebäude *Centrin Data Centre* in Peking/China (Bild vergrößern)

Als einer der wenigen Fliesenhersteller weltweit ist Agrob Buchtal seit Jahrzehnten im Metier vorgehängter hinterlüfteter Fassaden aktiv. Dabei gilt das Augenmerk einerseits der keramischen Fassadenbekleidung: Hierzu präsentierte man bei der BAU in München Anfang 2009 mit SpectraView ein spezielles modular aufgebautes Fassaden-Farbsystem, das die besonderen Belange dieses Anwendungsgebietes berücksichtigt. Ergänzend dazu widmet sich das Unternehmen den dazu gehörigen Unterkonstruktionen. Sie schlagen die Brücke vom Mauerwerk über die Wärmedämmung zur Fassadenbekleidung und sind Voraussetzung für die Umsetzung kreativer Ideen. Diesem Gedanken folgend, feierte in Bologna auf der Cersaie eine brandneues System zur Befestigung schmaler, rechteckiger Fassadenformate Premiere: KeraTwin K20 will/soll die Vorzüge früherer Versionen zusammenfassen und ist in zwei Ausführungen erhältlich.

ERSTENS: Systemprofil

Mit dem Systemprofil K20 können die Keramikplatten komplett ohne Werkzeug bzw. ohne weitere Hilfsmittel montiert werden - siehe auch Legende zur Grafik rechts:

  1. Keramische Fassadenplatte
  2. Systemprofil K20
  3. Schraube Edelstahl A4 (alternativ: Blindniete aus Aluminium)
  4. Tragprofil (Basis-Unterkonstruktion)
  5. Wandhalter (Basis-Unterkonstruktion)

Die Funktionen von bisher eventuell erforderlichen Adaptern, Agraffen, Anpressfedern und Aushängesicherungen sind bereits im vertikalen Systemprofil integriert, in das die Keramikfliesen nur noch eingehängt werden. Entsprechend schnell und effizient kann die Montage erfolgen. Zugleich sollen Klappergeräusche und Zwangsbeanspruchungen bei wechselnden Windlasten vermieden werden.

Außerdem wird eine Forderung erfüllt, die eigentlich einen Widerspruch darstellt: Gewisse Vorkehrungen (Einzelheiten sind Betriebsgeheimnis...) verhindern das Aushängen einzelner Fassadenplatten durch Unbefugte, ermöglichen aber dem Fachmann zerstörungsfreien Zugang, falls dies erforderlich sein sollte. Die Lagesicherung erfolgt per Abstandshalter oder vertikalem Fugenprofil, mit dem nebenbei auch noch spezielle optische Effekte erzielt werden können.


Appartements *Falcon Wharf* in London/Großbritannien (Bild vergrößern)

Bei der Entwicklung des neuen Systems wurde laut Agrob Buchtal nicht nur "in Fläche" gedacht, sondern auch Wert auf jene Details gelegt, die nahezu an jeder Fassade vorkommen. Deshalb gibt es auch spezielle Lösungen für beispielsweise Fensterlaibungen und Außenecken.

ZWEITENS: Klammer

Die andere Spielart des neuen Systems ist die Befestigung per Klammer, die nach der Montage für den Betrachter nicht sichtbar in den vertikalen Fugen verschwinden - siehe auch Legende zur Grafik rechts:

  1. Keramische Fassadenplatte
  2. Doppelklammer K20
  3. Blindniete aus Aluminium (alternativ: Schraube Edelstahl A2)
  4. Tragprofil (Basis-Unterkonstruktion)
  5. Wandhalter (Basis-Unterkonstruktion)

Diese Klammer-Ausführung setzt vor allem auf eine hohe Variabilität: Neben der klassischen Horizontal-Verlegung ist auch eine vertikale Anordnung der Fassadenformate möglich, im Extremfall sogar im Halbverband (Bild vom Verwaltungsgebäude "Pinnacle" in Milton Keynes/Großbritannien) und auch Untersichten können sicher ausgeführt werden:


Schulungs- und Bürogebäude *Bouwhuis* in Zoetermer/Niederlande (Bild vergrößern)

Gemeinsamkeiten der zwei Varianten

Für beide Versionen des neuen Systems ist die allgemeine bauaufsichtliche Zulassung beim Deutschen Institut für Bautechnik in Berlin beantragt (Stand Ende 2009). Das Materialgewicht der keramischen Bekleidung liegt unabhängig von Systemprofil oder Klammer bei nur 32 kg/m². Verglichen mit Alternativen, die bis zu rund 60 kg/m² auf die Waage bringen, ist dies ein relativ niedriger Wert. Dies erleichtert nicht nur Transport und Handling, sondern bedeutet vor allem eine deutlich reduzierte statische Last - ein Vorzug, der insbesondere bei Sanierungen im wahrsten Sinne des Wortes zum Tragen kommt.

Beide Ausführungen versprechen hohe Gestaltungsfreiheit durch eine breite Farb- und Formatvielfalt in einheitlicher Materialstärke. Und falls das Standardsortiment wider Erwarten nicht ausreichen sollte: Die Fertigung von individuellen Sonderausführungen ist eine explizite Spezialität von Agrob Buchtal. Gleiches gilt für den "Architektenservice" des Unternehmens. Dieses interdisziplinär besetzte Team unterstützt Planer und Handwerker bereits im Vorfeld praxisnah durch projektspezifische anwendungstechnische Beratungsleistungen, die übrigens kostenfrei erbracht werden.

Ein weiteres Alleinstellungsmerkmal ist Hydrotect, eine Oberflächenveredelung für glasierte und unglasierte Fassadenkeramik. Diese Oberflächenvergütung ist exklusiv bei diesem Hersteller erhältlich, wird werkseitig dauerhaft eingebrannt und führt zu revolutionären Eigenschaften: Regenwasser bildet einen dünnen Film, der Verschmutzungen unterwandert und so zu einem self-washing-Effekt führt. Jeder Schauer wird zu einem kostenlosen Reinigungsvorgang. Außerdem wirkt Hydrotect antibakteriell: Mikroorganismen wie Pilze, Algen, Moose oder Keime werden zersetzt. Dadurch kann dem zunehmenden Problem der Veralgung bzw. Vermoosung von Fassaden nachhaltig und ohne Chemie begegnet werden - siehe auch "Oberflächenveredelung Hydrotect: Keramikfliesen mit Dreifach-Effekt" vom 25.4.2008.

Weitere Informationen zu KeraTwin K20 können per E-Mail an Agrob Buchtal / Deutsche Steinzeug angefordert werden.

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