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Qualitätssicherung bei Erdwärmesonden und Erdkollektoren

(27.1.2010) Auf dem Campus-Gelände der Hochschule Biberach wird derzeit gebohrt: 25 Meter lange Messsonden werden in den Boden eingebracht. Diese insgesamt fünf Sonden sind mit einer speziellen Messtechnik ausgestattet, über die das Team um Prof. Dr.-Ing. Roland Koenigsdorff wichtige Daten und Erkenntnisse für das Forschungsprojekt "Qualitätssicherung bei Erdwärmesonden und Erdkollektoren" gewinnen möchte.

Hintergrund des Projektes ist der in den vergangenen Jahren rasch wachsende Markt für die geothermische Energiegewinnung, die verstärkte Anstrengungen für die Qualitätssicherung im Bereich der Anlagenplanung und der Bauausführung erfordere, erklärt Prof. Koenigsdorff und ergänzt: "Damit Wärmepumpen und Erdwärmesonden die Umwelt tatsächlich entlasten und nicht beeinträchtigen, ist eine hochwertige und gleichermaßen praktikable Qualitätssicherung notwendig". Hierfür testet das Biberacher Institut für Gebäude- und Energiesysteme ein spezielles Messverfahren, das bei den aktuellen Bohrungen zur Anwendung kommt. Mit dem so genannten Thermal Response Test (TRT) kann festgestellt werden, wie die thermischen Eigenschaften des Untergrundes sowie der fertig gestellten Erdwärmesonde sind; entscheidend für den Biberacher Standort wäre beispielsweise gewesen, so Koenigsdorff, dass das Risstal als ehemaliges Flusstal einen hohen Grundwasserspiegel vorweise und man bei den Bohrungen bereits nach 4 bis 5 Metern auf Wasser stoße.

Ein Ziel des Projektes ist es nun, den Thermal Response Test weiterzuentwickeln: Der Test soll für einfache Standard-Anwendungen kostengünstiger und schneller durchführbar werden, außerdem wird untersucht, inwieweit durch Verfeinerungen der Messtechnik und Auswerteverfahren weitere und bessere Aussagen aus Thermal Response Tests gewonnen werden können.

Neben den reinen Forschungsarbeiten erfolgt ein Erfahrungsaustausch auf internationaler Ebene innerhalb des Implementing Agreements "Energy Conservation Through Energy Storage" (ECES) der Internationalen Energieagentur (IEA) mit dem Ziel, eine weltweite Verbreitung zu unterstützen. Zur Unterstützung der späteren Anlagenplanung wird das Software-Tool GEOSYST an der Hochschule Biberach entwickelt, das sowohl das Gebäude als auch die geothermische Wärmequellenanlage betrachtet.

Auch nach Abschluss des Forschungsvorhabens sollen die Sonden auf dem Campus-Gelände verbleiben. Ebenso wie die anderen, bereits vorhandenen Erdwärmesonden werden sie für Lehre und Forschung der Hochschule Biberach eingesetzt. Studierende erhalten darüber einen anschaulichen Einblick in die Praxis - etwa bei fächerübergreifenden Untersuchungen im Studienfeld Energie & Klima sowie dem Studiengang Bauingenieurwesen, der als Spezialgebiet die Geotechnik aufgreift.

Das Forschungsprojekt ist ein Gemeinschaftsprojekt, gefördert vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (FKZ: 0327453A). Das Institut für Gebäude- und Energiesysteme der Hochschule Biberach ist dabei Kooperationspartner des Zentrums für Angewandte Energieforschung Bayern und des Instituts für Angewandte Geowissenschaften der Universität Karlsruhe.

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