Konjunkturprogramme helfen vorerst Bauhauptgewerbe
(31.1.2010) Die Konjunkturprogramme der Bundesregierung haben die konjunkturelle Abwärtsentwicklung im Bauhauptgewerbe vorerst gestoppt: Wie der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie in der neuesten Ausgabe seines Aktuellen Zahlenbildes mitteilt, ist der baugewerbliche Umsatz im November 2009 nur leicht zurückgegangen (nominal -0,3%), die Auftragseingänge lagen sogar leicht im Plus (nominal +0,1%, real +0,5%). Für die Monate Januar bis November ergibt sich jedoch weiterhin ein Umsatz- bzw. Auftragsminus von nominal 4,2% bzw. nominal 6,3%. Der Hauptverband warnt deshalb davor, die derzeit zu beobachtende Stabilisierung schon jetzt als konjunkturelle Trendwende aufzufassen.
Der Öffentliche Bau war auch im November die wichtigste Stütze der Baukonjunktur: Die Betriebe meldeten ein Auftragsplus von nominal 7,1%. Über den gesamten Zeitraum von Januar bis November sind die Auftragseingänge um 2,6% gestiegen. Inzwischen werden die Aufträge bei den Bauunternehmen auch umsatzwirksam: Die Betriebe wiesen im November für den Öffentlichen Bau ein Umsatzplus von 7,8% aus (Jan.-Nov.: 3,1%). Die Belebung kam dabei vor allem aus dem Öffentlichen Hochbau: Der Auftragseingang lag um 27,6% (Jan.-Nov.: -1,3%), der Umsatz um 18,7% (Jan.-Nov.: 8,4%) über dem Wert des Vorjahres. Der Öffentliche Bau wird auch noch in den nächsten Monaten die Baukonjunktur stützen: Von Januar bis November ist das Baugenehmigungsvolumen, gemessen an den veranschlagten Baukosten, um 34,2% gestiegen.
Der Wirtschaftsbau steckt weiter in der Krise, auch wenn sich das Tempo der Abwärtsentwicklung verringert hat: Die Auftragseingänge sind im November um 6,0% zurückgegangen und damit das vierzehnte Mal in Folge gesunken. Für die ersten elf Monate ergibt sich ein Orderminus von 15,9%. Entsprechend lag der baugewerbliche Umsatz im November mit 7,4% unter dem Vorjahresniveau (Jan.-Nov.: -8,8%). Eine konjunkturelle Trendwende ist im Wirtschaftsbau kurzfristig nicht in Sicht: In den ersten elf Monaten ist das Baugenehmigungsvolumen, gemessen an den veranschlagten Baukosten um 20,9% zurückgegangen.
Dagegen kommt die konjunkturelle Stabilisierung im Wohnungsbau voran: Der Auftragseingang lag im November mit nominal 2,2% im Plus (Jan.-Nov.: -1,2%), die Baugenehmigungen (Zahl der Wohnungen) sind sogar um 19% gestiegen (Jan.-Nov.: -0,2%). In den Ergebnissen der Unternehmen hat sich diese erfreuliche Entwicklung allerdings bislang noch nicht niedergeschlagen: Der Umsatz stieg zwar im November um nominal 0,3%; für die Monate Januar bis November 2009 ergibt sich jedoch noch ein Minus von 5,4%.
Die positive Entwicklung im November ging nicht spurlos am Arbeitsmarkt vorbei: Die Betriebe haben ihre Belegschaft um 0,6% auf 714.200 Personen aufgestockt. Über den Zeitraum Januar bis November blieb die Zahl der Beschäftigten mit durchschnittlich 705.100 Personen nahezu stabil.
siehe auch für zusätzliche Informationen:
jüngere Beiträge, die auf diesen verweisen:
- Europas Architekten uneins über die Zukunft der Baubranche (7.10.2010)
- ifo Architektenumfrage: Geschäftsklima leicht eingetrübt (2.4.2010)
- Holcim Deutschland spürte 2009 deutlich mehr Gegenwind (1.4.2010)
- OC&C-Studie: Der deutsche Hochbau erholt sich nur langsam (1.4.2010)
- Baukonjunktur: Rekordkälte belastet Start in das Baujahr 2010 (28.3.2010)
- weitere Details...
ausgewählte weitere Meldungen:
- Bauindustrie: "Bauumsätze werden 2010 um 1,5 Prozent sinken" (10.1.2010)
- Zwei deutsche Bauunternehmen unter den Top 10 weltweit (30.12.2009)
- Konjunkturperspektiven: Baupreise weiter unter Druck (28.12.2009)
- VdZ startet selbstbewusst ins neue Jahr (22.12.2009)
- Baugewerbe fordert Klimaschutz-Abschreibung (20.12.2009)
- ZDB: "Konjunktureinbruch am Bau in 2009, Stabilisierung in 2010" (13.12.2009)
- LBS spürt Belebung im Wohnungsbau (13.12.2009)
- Bau in Deutschland: Die Perspektiven 2010 (29.11.2009)
- Fast jeder zweite Privathaushalt hat Haus- und Grundbesitz (29.11.2009)
- 3,1% weniger genehmigte Wohnungen von Januar bis September 2009 (22.11.2009)
- Zunahme der Siedlungs- und Verkehrsfläche um 104 Hektar pro Tag (16.11.2009)
- KfW: Beim Wohnungsneubau bleiben die Aussichten düster (8.11.2009)
- Bauwirtschaft erwartet für 2009 "blaues Auge" (18.10.2009)
- Bauwirtschaft fordert Korrektur der Wohnungsbaupolitik (18.10.2009)
- 8,1% weniger genehmigte Wohnungen im ersten Halbjahr (23.8.2009)
- Europäischer Wohnungsbau im Sinkflug (2.8.2009)
- Erholung der europäischen Bauwirtschaft nicht vor 2011 (19.7.2009)
- 16,5% weniger Wohnungen im Jahr 2008 fertig gestellt (12.7.2009)
- Bauwirtschaft legt Forderungskatalog für kommende Legislaturperiode vor (28.6.2009)
- Raumordnungsprognose 2025/2050 (21.6.2009)
- ifo Bauvorausschätzung bis ins Jahr 2018 (26.4.2009)
- Roadmap Energiepolitik 2020 (15.2.2009)
- öffentliche Hand, Verbände und Baupreise auf Baulinks
- Literatur / Bücher zu den Themen Bauwirtschaft, Immobilien sowie Architekt und Wirtschaft bei Baubuch / Amazon.de

