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Elektroinstallations-Industrie stabiler als andere Branchen


Godehardt Schneider  

(19.4.2010; Light+Building-Bericht) Die deutschen Hersteller klassischer Elektroinstallationstechnik für Gebäude sind mit einem Umsatzminus von zehn Prozent auf 3,13 Mrd. Euro im Jahr 2009 besser durch die Krise gekommen, als die Elektroindustrie insgesamt mit minus 20 Prozent. Im Inland konnte der Vorjahresumsatz fast gehalten werden, berichtete Godehardt Schneider, Vorsitzender des ZVEI - Fachverbands Installationsgeräte und -systeme, auf der Frankfurter Messe Light+Building. Das Exportgeschäft war jedoch stark rückläufig um bis zu minus 40 Prozent, beispielsweise mit Spanien. Vor allem mit Hilfe von Überstundenabbau und Kurzarbeit ist es den 160 Unternehmen in Deutschland gelungen, die Zahl der Arbeitsplätze von rund 50.000 konstant zu halten.

Nachdem in den vergangenen Jahren das Wachstum vom Export getragen wurde, wirkte 2009 das Inlandsgeschäft stabilisierend. Schneider sieht dafür mehrere Ursachen:

  • Ab Herbst 2009 zeigte das bundesdeutsche Konjunkturpaket Wirkung.
  • Insbesondere die Gebäuderenovierung sei zur Konjunkturlokomotive geworden.
  • Hinzu komme die Installation von rund 200.000 Solaranlagen.
  • Auch das gestiegene Energiebewusstsein habe die Nachfrage beispielsweise bei Zeitschalttechnik und Bewegungsmeldern beflügelt und im Zweckbau bei Gebäudeautomation.

"Insgesamt schaut die Branche in Deutschland verhalten optimistisch in die Zukunft", resümierte Schneider. "Drei Prozent Wachstum auf dem niedrigen Niveau von 2009 scheinen erreichbar."

Energieeffizienz braucht förderliche Rahmenbedingungen

Unzufrieden zeigte sich Schneider mit den politischen Rahmenbedingungen insbesondere im Bereich Energieeffizienz. Immer noch werde zu viel Energie verschwendet. In Lücken der Energieeinsparverordnung EnEV sieht er eine Ursache dafür. Die Gebäudeautomatisierung werde komplett ausgeblendet. Dass durch Kopplung von Beleuchtung, Klimatisierung, Beschattung etc. bis zu 30 Prozent Energieeinsparung möglich sind, belegen erste Zwischenergebnisse einer Studie der Hochschule Biberach im Auftrag des ZVEI - Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie. Im Bereich der Privathäuser fordert Schneider als Schritt zu Stromverbrauchs-Transparenz die beschleunigte Einführung von intelligenten Zählern, den so genannten "Smart Metern".

Auch müsse es ermöglicht werden, Energieeinsparinvestitionen an die Mieter - die eigentlichen Nutznießer solcher Investitionen - weiterzugeben: "Nur wer selbst den Nutzen hat, investiert auch."

Generell macht Energieeinsparung meist einen verstärkten Einsatz von Elektrotechnik und Elektronik erforderlich. Schneider betonte: "Die LED-Beleuchtung, regenerative Energieerzeugung und Energieverbrauchsvisualisierung mit Hilfe intelligenter Zähler treiben die Entwicklung voran. Das Nullenergiehaus ist machbar. Die dafür nötigen Produkte sind heute schon vorhanden und sogar die Vision vom 'Plusenergiehaus‘ ist mithilfe von Elektrotechnik realisierbar."

ergänzend von der Hannover Messe: Deutsche Elektroindustrie rechnet mit fünf Prozent Plus

Die deutsche Elektroindustrie rechnet in diesem Jahr mit einem Wachstum von fünf Prozent. "Dies bedeutet eine Erholung des in der Krise 2009 von 182 auf 145 Milliarden Euro geschrumpften Umsatzes auf wieder über 150 Milliarden Euro", sagte der Präsident des ZVEI - Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie, Friedhelm Loh, bei der Hannover Messe. "Wir wissen, das Tal ist zu Ende, es geht wieder bergauf." Es gebe freilich erhebliche Unsicherheiten wie neue Blasen an den Märkten, die staatlichen Schuldenprobleme und die ungelöste Eigenkapitalfrage der Banken, so dass die Gefahr einer Kreditklemme nicht behoben sei.

Hoffnung mache der Export, der zuletzt deutlich angezogen habe, insbesondere nach Südostasien. Insgesamt gingen in den beiden ersten Monaten dieses Jahres 16 Prozent mehr Aufträge als vor einem Jahr ein. Der Umsatz zog im gleichen Zeitraum um sechs Prozent an, sagte Loh.

Die Zahl der Beschäftigten habe erfreulicherweise weitgehend gehalten werden können, betonte Loh. Vor der Krise habe die Elektroindustrie 827.000 Personen beschäftigt, Ende 2009 seien es 810.000 gewesen. Die Kurzarbeit sei von ihrem Höchststand im vergangenen Jahr bei 156.000 Beschäftigten auf nun 81.000 gesunken.

Der ZVEI-Präsident verwies auf die international günstigen Trends für die Elektroindustrie. Die Elektromobilität sei ein neuer großer Markt. Es gebe zudem einen starken Bedarf an moderner Infrastruktur und an mehr Energieeffizienz. "Dafür hat die deutsche Elektroindustrie bereits die nötigen Produkte und Prozesse", sagte Loh.

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