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BF, BVRS und VFF stellen Studie zur EnEV 2009 vor

(2.6.2010) Rund 200 Gäste verfolgten am Dienstag, 1. Juni 2010, im Kongresszentrum Hotel Esperanto in Fulda die Vorstellung einer gemeinsamen Studie des Bundesverbandes Flachglas (BF), des Bundesverbandes Rollladen + Sonnenschutz (BVRS) und des Verbandes der Fenster- und Fassadenhersteller (VFF) zur Energieeinsparverordnung 2009 (EnEV).

"Die Studie des Ingenieurbüros Prof. Dr. Hauser war eine logische Konsequenz aus den sich aus der aktuellen EnEV ergebenden erhöhten Anforderungen an die energetische Qualität von Fenstern und transparenten Fassaden", so Ulrich Tschorn, Geschäftsführer des VFF. Sie beschäftigt sich unter anderem mit den Auswirkungen der EnEV 2009 auf Fenster von Nichtwohn- und Wohngebäuden sowie mit der geplanten weiteren Anhebung der Anforderungen, mit einem Vorschlag zur Berücksichtigung der solaren Gewinne für transparente Bauteile in kommenden EnEV-Novellierungen sowie mit den Anforderungen an den sommerlichen Wärmeschutz.

Wesentliches Ergebnis der Untersuchung der Auswirkungen der EnEV 2009 auf Fenster von Nichtwohn- und Wohngebäuden: "Nach Betrachtung der Auswirkungen der Anforderungen und einzelner Einflussgrößen sind nach der EnEV 2009 die aktuellen Fensterflächen noch realisierbar. Bei einer weiteren Verschärfung 2012 steht dann allerdings die Verkleinerung der realisierbaren Fensterflächen im Raum", so BF-Geschäftsführer Jochen Grönegräs.


Merkmale eines modernen Energiegewinnfensters (Grafik aus dem Beitrag "Trends im Fenster- und Fassadenbau" vom 14.8.2009; Bild vergrößern)

Dreifach verglaste Fenster im Vorteil gegenüber opaken Wandflächen

Hinsichtlich der Berücksichtigung der solaren Gewinne für transparente Bauteile gelangt die Studie zu einem Vorschlag für die Neuformulierung der EnEV-Nebenanforderung an H'T: "Unsere Untersuchungen haben ergeben, dass mit Blick auf den zu erwartenden Standard gemäß der EnEV 2012 für alle untersuchten Gebäudetypen in nahezu allen praxisrelevanten Fällen dreifach verglaste Fenster eine gegenüber opaken Wandflächen bessere energetische Gesamtqualität aufweisen", so Grönegräs. Für eine sachgerechte bauliche Nebenanforderung sei daher eine angemessene Berücksichtigung der nutzbaren Wärmegewinne über Fenster unverzichtbar. "Dies kann durch Rückgriff auf den Heizwärmebedarf geschehen oder durch eine Weiterentwicklung des Hüllflächen spezifischen Wärmeverlustes (H'T) zu einem äquivalenten Hüllflächen spezifischen Wärmeverlust (H'T,eq)".

Ein weiteres Modell ist bereits bei der KfW-Förderung realisiert, indem die solaren Gewinne auf das Referenzgebäude bezogen werden. Das führt sinnvollerweise zu keiner weiteren Beschränkung der Fensterflächen", erläutert der Glas-Experte. Bezüglich der Anforderungen an den sommerlichen Wärmeschutz kommt die Studie schließlich zum Schluss, dass sich auch große Fensterflächen in Zukunft realisieren lassen. Dazu Christoph Silber-Bonz, Geschäftsführer des Bundesverbandes Rollladen + Sonnenschutz: "Für nahezu jeden Einsatzzweck gibt es passende innen oder außen angebrachte Verschattungssysteme, die hohen Wärmelasten im Sommer effektiv begegnen können."

VFF-Geschäftsführer Ulrich Tschorn, bringt die zentralen Ergebnisse der Studie auf den Punkt: "Gemeinsam sind wir der Überzeugung, dass unseren transparenten Bauteilen die kostenlosen Gewinne natürlicher Solarenergie in kommenden novellierten Versionen der EnEV zugerechnet werden müssen - das Fenster ist schließlich der einfachste und preiswerteste Sonnenkollektor. Dabei ist allerdings der sommerliche Wärmeschutz planerisch und im Anforderungsniveau der Verordnung zu berücksichtigen."

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