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IG BAU fordert 5,9% mehr Baulohn

(23.1.2011) Die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) fordert für die rund 700.000 Bauarbeiter, Angestellten und Auszubildenden am Bau 5,9 Prozent mehr Geld. Das hat die Bundestarifkommission der IG BAU für die Tarifrunde 2011 im Bauhauptgewerbe beschlossen.

"Der Aufschwung hält auch in diesem Jahr an. Die Bauwirtschaft wird davon profitieren und erwartet ein stabiles Geschäft. An der positiven Entwicklung müssen auch die Beschäftigten am Bau teilhaben", sagte der stellvertretende IG BAU-Bundesvorsitzende Dietmar Schäfers und ergänzte: "Die Bauarbeiter dürfen nicht von der allgemeinen Lohnentwicklung in Deutschland abgekoppelt werden." Sie trügen mit ihrem Konsum zudem zur Stärkung der Binnenwirtschaft bei.

"Die Arbeit am Bau muss für die Menschen attraktiv bleiben", begründete Schäfers die Forderung weiter. Dazu gehörten auskömmliche Löhne und Gehälter, die ausreichen müssten, um davon eine Familie ernähren zu können. "Der Bau braucht motivierte Fachkräfte", betonte er. Die Branche konkurriere mit anderen Wirtschaftszweigen um die besten Köpfe. Schon jetzt gibt es in einigen Bereichen einen Fachkräftemangel.

Die IG BAU strebt außerdem weitere Angleichungsschritte der Ost- an die Westlöhne an. "Es muss endlich Schluss sein mit der Lohndiskriminierung im Osten", sagte Schäfers. Zudem soll die Erhöhung der Mindestlöhne zum 1. Dezember 2011 in der Tarifrunde mit vereinbart werden.

"nicht darstellbar" und "schlicht zu hoch"

"Die IG Bauen-Agrar-Umwelt bewegt sich mit ihrer Lohnforderung von 5,9% im Bereich dessen, was auch in anderen Branchen gefordert wurde. Allerdings haben die übrigen Branchen im vergangenen Jahr deutlich höhere Umsatzzuwächse erzielt, als dieses am Bau der Fall war." Dieses erklärte der Vizepräsident des Zentralverbandes des Deutschen Baugewerbes, Frank Dupré, zu der Lohnforderung der Gewerkschaft.

Dupré weiter: "Nach zwei schwierigen Jahren konnte die Branche in 2010 zwar geringe Umsatzsteigerungen verzeichnen, diese rechtfertigen jedoch nicht derart hohe Lohnforderungen. Die Konjunkturpakete haben zwar die Bauwirtschaft insgesamt stimuliert, ein Großteil der Mittel ist jedoch in den Bereich der Gebäudesanierung geflossen; diese Maßnahmen wurden vor allem von den im Ausbau tätigen Unternehmen ausgeführt, so dass die so erzielten Umsätze nicht in das Bauhauptgewerbe flossen."

Darüber hinaus erinnerte Dupré daran erinnern, dass zum 1. Mai 2011 die Beschränkungen der Arbeitnehmerfreizügigkeit wie auch der Dienstleistungsfreiheit im Hinblick auf die MOE-Staaten komplett aufgehoben werden, so dass ein entsprechender Wanderungsdruck auf den deutschen Bauarbeitsmarkt zu erwarten sei. Vor diesem Hintergrund dürfe die Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Baubetriebe, gerade im Interesse ihrer Beschäftigten, nicht gefährdet werden, sonst stünden einmal mehr heimische Arbeitsplätze auf dem Spiel - siehe dazu auch Beiträge "Bauwirtschaft befürchtet Wettbewerbsnachteile wegen EU-Osterweiterung" vom 19.12.2010 und "Was bedeutet die volle Arbeitnehmer-Freizügigkeit ab 2011 für'n Bau?" vom 8.11.2010.

Dupré betonte: "Um die Herausforderungen der Zukunft zu meistern, brauchen wir veränderte Entgeltstrukturen, u.a. da unsere Betriebe mit Handwerkszweigen konkurrieren, die gänzlich andere Entgeltstrukturen wie auch deutlich niedrigere Mindestlöhne haben. Nur wenn es uns in der Tarifrunde 2011 gelingt, neue zukunftsorientierte Entgeltstrukturen zu etablieren, können wir uns eine realistische Anpassung der Löhne vorstellen."

Auch der Verhandlungsführer der Bau-Arbeitgeber, Dipl.-Ing. Klaus Hering, Vizepräsident des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie, ist nicht begeistert: "Die Forderungen der IG-BAU nach 5,9 Prozent sind schlicht zu hoch. ... Fakt ist, dass das Bauhauptgewerbe noch nicht vom gesamtwirtschaftlichen Aufschwung profitiert. Während das Verarbeitende Gewerbe ein Umsatzplus von 12 Prozent verbuchen konnte, sind die Umsätze im Bauhauptgewerbe sogar um ein Prozent gesunken." Hering hofft, dass die Tarifparteien schnell einen Konsens über die aktuelle konjunkturelle Lage in der Bauwirtschaft erzielen können, um auf einer realistischen Grundlage verhandeln zu können.

Zur Forderung der Angleichung der Entgelte in Ost und West erklärte Hering: "Im Ziel sind wir sicher einig, aber der Weg und die Geschwindigkeit erfordern kluge Verhandlungen. Wir dürfen den Osten nicht überfordern."

Die Verhandlungen beginnen voraussichtlich am 4. März 2011.

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