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EPD "Baustähle: Offene Walzprofile und Grobbleche"

Umwelt-Produktdeklaration (EPD) "Baustähle: Offene Walzprofile und Grobbleche" (EPD-BFS 2010111 gemäß ISO 14025)(3.2.2011; BAU-Bericht) Anlässlich der BAU wurde die Umwelt-Produktdeklaration (EPD) "Baustähle: Offene Walzprofile und Grobbleche" (EPD-BFS 2010111 gemäß ISO 14025) veröffentlicht. Umwelt-Produktdeklarationen (Environmental Product Declaration, EPD) bilden heute die anerkannte Datengrundlage, um sowohl die Umwelteigenschaften eines Produktes darzustellen, als auch im nächsten Schritt Gebäude ökologisch zu bewerten, die mit diesen Produkten errichtet werden. Sie basieren auf ISO-Normen und sind deshalb international abgestimmt.

An der EPD Baustähle haben sich - unter der Federführung von bauforumstahl - die Profilhersteller ArcelorMittal, Peiner Träger und Stahlwerk Thüringen sowie die Grobblechhersteller Dillinger Hütte und Ilsenburger Grobblech beteiligt. Die EPD beschreibt die Umweltleistung der Bauprodukte dieser Hersteller, für die alle umweltrelevanten Daten offen gelegt werden. Sie wurde von PE International erstellt und vom Institut Bauen und Umwelt durch unabhängige Fachleute geprüft. Die Deklaration enthält

  • Produktdefinitionen und
  • bauphysikalische Angaben,
  • Angaben zu Grundstoffen und zur Stoffherkunft,
  • Beschreibungen zur Produktherstellung,
  • Hinweise zur Produktverarbeitung,
  • Angaben zum Nutzungszustand, außergewöhnlichen Einwirkungen und der Nachnutzungsphase sowie
  • Ökobilanzergebnisse.

Die Umweltdaten der in der EPD deklarierten Baustähle sind im Vergleich zur so genannten ökobau.dat (Datenbank des Bundes mit Durchschnittswerten der Branche) um mehr als 20% besser, bei einzelnen Werten sogar deutlich besser. Hier schlägt sich nieder, dass die beteiligten europäischen Qualitätsstahlhersteller kontinuierlich in eine moderne, umweltfreundliche Stahlproduktion investiert haben und dies bei hohen sozialen Standards.

Die deklarierten Baustähle können für geschraubte, geschweißte oder andersartig verbundene Gebäudekonstruktionen, Brücken und andere Bauwerke oder in Stahl-Verbundkonstruktionen verwendet werden. Beispiele sind Industrie- und Lagerhallen, Büros, Wohnhäuser, Geschäfte, Parkhäuser oder Hochhäuser, Brücken sowie sonstige Bauwerke, wie Kraftwerke, Stadien, Tagungszentren, Flughäfen oder Bahnhöfe. Einbezogen sind Stahlbauprofile, Stabstähle und Grobbleche der Güten S235 bis S960.

Grundlagen der EPD

Aufgrund der Vielzahl von Herstellungsprozessen, die hinter jedem Bauprodukt stehen, ist es den Produktanwendern nicht möglich, die vollständigen Umwelt-Produktdaten für alle Bauprodukte aufzubereiten. Die Hersteller sind deshalb in der Pflicht, diese Daten zu liefern. Damit die Qualität der Umwelt-Produktdeklaration gesichert ist, gibt es Zertifizierungsstellen, die die Richtigkeit der Grundlagen und Angaben in einer EPD von einem unabhängigen Sachverständigen überprüfen lassen. So soll sichergestellt werden, dass die in der ISO 14025 angegebenen Regeln zur Ökobilanzierung eingehalten werden. Das Institut Bauen und Umwelt e.V. (IBU) ist eine solche Zertifizierungsstelle für Bauprodukte in Deutschland. Hier hat >>bauforumstahl e.V. die vom Beratungsunternehmen PE International erstellte EPD-BFS-2010111 zertifizieren lassen (Typ-III-Deklaration für Bauprodukte).

Gültigkeit der EPD

Die in der EPD genannten Werte gelten nur für Stahlprodukte der beteiligten Hersteller, deren Ursprung nachzuweisen ist. Dies sind für die EPD-BFS-2010111 ArcelorMittal, Dillinger Hütte, Ilsenburger Grobblech, Peiner Träger und das Stahlwerk Thüringen. Für Produkte anderer Hersteller müssen andere Informationsquellen dienen. Die ökologischen Werte für Baustahl sind zum Beispiel in der ökobau.dat 2009, einer Datenbank des BMVBS, enthalten. In der ökobau.dat werden aber nur die Marktdurchschnittsdaten aufgeführt. Hier fehlen sehr viele zusätzliche Angaben der EPD.

Inhalt der EPD für Bauprodukte

Die Ökobilanz wurde nach DIN ISO 14040 ff und entsprechend den Anforderungen des IBU-Leitfadens zu Typ-III-Deklarationen und den Regeln für Baustähle durchgeführt. Als Datenbasis wurden spezifische Daten der untersuchten Produkte sowie Daten aus der Datenbank "GaBi 4" herangezogen. Die Ökobilanz umfasst die Lebenszyklusstadien "Rohstoff- und Energiebereitstellung und -verbrauch" einschließlich Transport der Rohstoffe und die Produktionsphase von Baustählen sowie das Recycling am Ende des Lebenszyklus einschließlich der Betrachtung des Recyclingpotenzials.

Die meisten Bauprodukte werden zusammen in einem "System" - dem Gebäude - eingesetzt. Eine Typ-III-Deklaration für Bauprodukte liefert Planern und Zertifizierern die notwendigen Daten, um das Gebäude zu bewerten, bei dem die entsprechenden Bauprodukte eingesetzt werden. Die Deklaration macht Aussagen zum Energie- und Ressourceneinsatz und in welchem Ausmaß ein Produkt zu Treibhauseffekt, Versauerung, Überdüngung, Zerstörung der Ozonschicht und Smogbildung beiträgt. Der resultierende Beitrag kann mit der Ökobilanzmethodik quantifiziert und bewertet werden. Ökobilanzen liefern eine systematische und standardisierte Datengrundlage, um im "Baukastensystem" aus Deklarationen einzelner Bauprodukte eine ökologische Bewertung eines Bauwerks zu erstellen. In einer Lebenszyklus-Analyse wird die ganze Lebensdauer des Gebäudes, die Bauphase, die Nutzungsphase mit möglichen Umnutzungen sowie Abriss und Entsorgung berücksichtigt und es kann der Beitrag der Bauprodukte zur Energieeffizienz oder zu weiteren Aspekten nachhaltiger Bewirtschaftung eines Gebäudes dargestellt werden. Außerdem werden Angaben zu technischen Eigenschaften gemacht, die für die Einschätzung der Performance des Bauproduktes im Gebäude benötigt werden, wie Lebensdauer, Wärme- und Schallisolierung oder den Einfluss auf die Qualität der Innenraumluft.

Die ISO-Typ-III-Deklaration wendet sich mit diesen quantitativen Aussagen über die Umweltleistung von Bauprodukten an viele Adressaten: Planer, Architekten, Bauunternehmen, Immobiliengesellschaften, Facility Manager und natürlich an Unternehmen, die mit Herstellung und Dienstleistung an der Wertschöpfungskette von den Rohstoffen bis zum Gebäude beteiligt sind.

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