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Korkboden statt Sandstein in Gaudís Sagrada Família

(18.2.2011) Sie ist das Kronjuwel von Barcelona und Gaudís größtes Werk: Die Sagrada Família  (siehe Google-Maps). Nicht nur wegen ihrer vielen und auffälligen Türme gilt sie weltweit als ganz besonderes Exemplar sakraler Baukunst. Auch bei zahlreichen kleinen Details beschritten und beschreiten Gaudí und ebenso seine Nachfolger immer wieder gerne ungewöhnliche und unerwartete Wege. Neuerdings liegen z.B. 2.000 Quadratmeter Korkboden in der Basilika - und das wohl nicht nur aus akustischen Gründen:

Treibende Kraft des unkonventionellen Projekts, Korkboden in einer Kirche zu verlegen, war Architekt Jordi Bonet i Armengol. Bewusst entschied er sich für eine Alternative zum Sandsteinboden, der für gewöhnlich in katalanischen Kirchen liegt. Er suchte einen Belag, der unangenehmes Nachhallen verhindert. "Mit 4.500 Quadratmetern und einer Kapazität von 9.000 Besuchern umfasst die Sagrada Família eine sehr große Fläche. Bei diesem Ausmaß beschert Korkboden - im Gegensatz zu Sandstein - eine exzellente Akustik und sorgt für Komfort", erklärt Bonet i Armgenol.

Der kürzlich verlegte Korkboden ist mit einer speziellen Lackschicht versiegelt und soll so einer extrem hohen Beanspruchung standhalten. Neben den schall- und wärmedämmenden Eigenschaften sprach wohl auch der ästhetische Eindruck für das Material, das mit anderen Materialien wie Naturstein in der römisch-katholischen Basilika sehr gut harmoniert. Über den zentralen Kirchenraum hinaus, der von der UNESCO bereis zum Weltkulturerbe erklärt wurde, soll es bereits Überlegungen geben, Korkboden in weiteren Teilen der Sagrada Família einzusetzen. Dazu der erklärte Kork-Freund Bonet i Armengol: "Ich habe dieses Material in mehreren Projekten verwendet und komme jedes Mal zu guten Resultaten. Interessant ist auch die ökonomische Perspektive. In meiner Werkstatt liegt seit 25 Jahren Korkboden. Er hat mehrere Überschwemmungen erlebt und ist nach wie vor im guten Zustand. Ich bin überzeugt: Kork ist ein Material mit viel Zukunftspotenzial."

Des Meisters Schwäche für die Natur

Die Entwürfe des Spaniers Bonet i Armengol stehen gänzlich in der Tradition von Antoni Gaudí. Nach dem Motto "Nature is my master" hatte die Natur für den 1926 verstorbenen Architekten eine wichtige Vorbildfunktion inne. Die Vorliebe für natürliche Materialien lieferte Jordi Bonet i Armengol ein weiteres Argument, sich für Kork und damit auch für die Korkeiche stark zu machen: die schonende und nachhaltige Ernte macht diesen Baum einzigartig.

Gleichermaßen einzigartig ist die Architektur der Sagrada Família, zu welcher der neue Korkboden nun beiträgt. Auf die Unmöglichkeit der baldigen Fertigstellung seines Lebenswerks angesprochen, soll Gaudí in Anspielung auf seinen göttlichen Auftrag geantwortet haben: "Mein Kunde hat keine Eile." Geplant ist, den Bau der Basilika anno 2026 nach 144 Jahren endlich zu vollenden - genau ein Jahrhundert nach Gaudís Tod. Zu einem wichtigen Meilenstein kam es jedoch bereits im letzten Jahr: Das 60 Meter hohe Hauptschiff wurde für das Publikum geöffnet und im November von Papst Benedict XVI. geweiht.

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