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Kreative Bühnenbilder mit transluzenten Paneelen

(1.3.2011; BAU-Bericht) In der Spielzeit 2009/2010 setzte das 4-Spartenhaus in Osnabrück zum ersten Mal transluzente Paneele der Bielefelder Wacotech beim Bühnenbild von "Maria Stuart" ein. Diese zeichnen sich durch hohe Lichtdurchlässigkeit, geringes Gewicht und hohe Biegesteifigkeit aus. Doch nicht nur bei "Maria Stuart" sondern auch bei der Uraufführung "Neda - Der Ruf" des iranischen Komponisten Nader Mashayekhi und in der jetzigen Spielzeit bei der Inszenierung von "Madama Butterfly" kommen die Waben in unterschiedlichster Weise zum Einsatz.

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Bühnenbild von "Maria Stuart"

Für das Bühnenbild von "Maria Stuart" plante Bühnenbildner Martin Fischer eine transluzente Plattform von sechs mal sechs Metern. Diese sollte an vier Ecken mit einem Drahtseil befestigt werden, um sie senkrecht und schräg stellen zu können und in den Raum fliegen zu lassen. Bei einer Internetrecherche nach entsprechenden Materialien wurde der Technische Direktor Peer Rudolph fündig und stieß auf die Bielefelder Wacotech und deren transluzentes Wabensystem ViewPan PET. Da das Unternehmen schon einmal Waben für die Hamburgische Staatsoper geliefert hatte und Peer Rudolph den Hamburger Kollegen kannte, konnte er so erste Informationen telefonisch erlangen. Bei einem Besuch in Bielefeld konnten sich Peer Rudolph und Martin Fischer sowohl von den optischen Eigenschaften überzeugen als auch das Material einem Belastungstest unterziehen, da die Schauspieler auch über die Plattform laufen sollten.

Vielseitige Beleuchtungsträger


Bühnenbild von "Maria Stuart" (Bild vergrößern)
 

Als Kernmaterial der ViewPan PET-Paneele dient eine WaveCore Wabe aus glasklarem PET-Kunststoff mit 18 mm Waben-Zellweite. Diese wird beidseitig mit transparenten Deckschichten aus PET-Kunststoff verklebt. Ein glasklarer Spezialkleber verbindet Wabe und Deckschichten dauerhaft. So entsteht ein leichtes, biegesteifes und transluzentes Waben-Composite-Paneel. Durch die Wabenstruktur ergeben sich je nach Betrachtungswinkel interessante optische Effekte und eine dreidimensionale Tiefenwirkung. Die Verhältnisse variieren zwischen klarer Durchsicht und diffuser Lichtstreuung. Durch Aufbringen farbiger und/oder satinierter Folien auf die Deckschichten ergeben sich weitere Variationsmöglichkeiten. Neben dem geringen Gewicht und der hohen Biegesteifigkeit bieten die Paneele B1 Flammschutz und sind in Profilrahmensystemen einsetzbar.

Schon vor dem ersten Einsatz war klar, dass die Paneele bei weiteren Inszenierungen genutzt werden. Der Ausstattungsleiter des Theaters Osnabrück Martin Fischer hat ein Faible für ungewöhnliche Materialien, die in Kombination mit Licht außergewöhnliche Effekte ergeben. Der Technische Direktor Rudolph dazu: "Das ist bei den ViewPan PET-Paneelen ganz besonders der Fall. Sie sind vielseitig und über große Flächen einzusetzen, lassen sich gut bearbeiten und haben ein geringes Gewicht. Außerdem sind sie Träger für die Beleuchtung, sind dekorativ, aber nicht kitschig."

Zugleich trennen und verbinden

Das Bühnenbild von "Maria Stuart" mit der sechs mal sechs Meter großen Plattform, in die Paneele verschraubt wurden, war von den technischen Herausforderungen die spektakulärste Inszenierung und wurde vom Publikum äußerst gut aufgenommen. Die Kombination faszinierender Kostüme von Erika Landertinger mit dem sowohl trennenden als auch verbindenden Element der Plattform transportierte den Inhalt des Stückes mit. Am Ende steht die Wand senkrecht, dreht sich um die eigene Achse und zeigt damit wie geteilt 'Maria Stuart' und ihre Kontrahentin 'Elisabeth' sind. Die eine verliert ihr Leben und die andere ihr Gewissen.


Bühnenbild von "Neda - Der Ruf"

Sich drehende Waben

Schon kurz danach kamen die Waben und dieses Mal in ihrer Urform -ohne abdeckende Platten - bei der Inszenierung der Oper von "Neda - Der Ruf" wieder zum Einsatz. Ausstattungsleiter Martin Fischer plante eine riesige, nur aus Waben bestehende Wand. Diese wurde an einem sich drehenden Riesenquirl zentral über der Bühne aufgehängt. Während der Inszenierung wurde sie hoch- und runtergefahren, drehte sich im Raum, teilte diesen dadurch in zwei Hälften und wickelte die Sänger darin ein. Außergewöhnliche Holografie-Effekte ergaben sich dadurch, dass die Techniker die Wacotech-Wand mit Licht belegten. Obwohl der Zuschauer die Figuren zum Teil nicht real sah, spiegelten sich diese in dem transluzenten Material.


Bühnenbild von "Madama Butterfly" (Bild vergrößern)
 

In der aktuellen Spielzeit bilden die Waben ein Lichtband bei der Puccini-Oper "Madama Butterfly". Die Guckkastenbühne ist von einem Portal eingefasst, auf das ein mit weißen LEDs angestrahltes Lichtband aus Waben gezogen wurde. So wird das Portal zu einem beleuchteten Bilderrahmen, durch den die Sänger hindurchgehen.

Peer Rudolph kann sich in der laufenden Spielzeit durchaus noch weitere außergewöhnliche Einsatzmöglichkeiten des vielseitigen Materials vorstellen. "So könnte man zum Beispiel aus den Elementen auch Möbelstücke bauen."

Weitere Informationen über transluzente Paneele können per E-Mail an Wacotech angefordert werden.

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