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Jahresbilanz des Fachverbandes Wärmedämm-Verbundsysteme 2010

(6.3.2011) Die Bilanz des Fachverbandes Wärmedämm-Verbundsysteme (FV WDVS) für 2010 knüpft offenbar nahtlos an die positive Entwicklung des letzten Jahres an und kann auch diesmal wieder mit einem Bestwert aufwarten: Das dritte Quartal 2010 war mit 13,1 Millionen Quadratmeter verlegte Fläche das stärkste in den vergangenen zehn Jahren. Aktuell sieht sich die Branche allerdings drastischen Kostensteigerungen bei Energie und Rohstoffen ausgesetzt, die schon jetzt marktbeeinflussend wirken.

Das verarbeitete WDVS-Volumen im Gesamtmarkt in Deutschland stieg von 40,9 Mio. m² verlegter Fläche 2009 auf 41,8 Mio. m² im abgelaufenen Jahr 2010 - ein Plus von 2,2%. Bezogen auf die Mitgliedsunternehmen des FV WDVS gab es eine Steigerung in fast gleicher prozentualer Größenordnung von 35,6 Mio. m² (2009) auf 36,4 Mio. m² 2010 - das ist der beste Wert seit dem Beginn der Verbandsstatistik im Jahr 1993.

Im Rückblick auf das vergangene Jahr sind vor allem die ungünstigen Witterungsverhältnisse zu berücksichtigen: Das erste und auch das letzte Quartal 2010 litten jeweils unter dem hartnäckigen bzw. früh einsetzenden Winter mit entsprechenden Konsequenzen für die Marktaktivitäten an der Fassade. "Vor diesem Hintergrund ist es umso erfreulicher, dass unterm Strich noch ein Plus von gut 2 Prozent geblieben ist", so Dr. Wolfgang Setzler, Geschäftsführer des FV WDVS.

Im zweiten Quartal 2010 konnte die Branche das Rekordergebnis von vor zwei Jahren egalisieren (11,7 Mio. m²). Und selbst die Monate Oktober bis Dezember 2010 lagen mit 8,1 Mio. m² verlegte Fläche nur wenig unter dem Vergleichszeitraum von 2009 (8,5 Mio. m²).

Neue Dämmstoffe auf dem Markt

Interessant ist auch der Blick auf die Dämmstoffdicken. Mit durchschnittlich 117,1 mm hat sich 2010 der Wachstumstrend ebenfalls fortgesetzt: Der Blick auf die vier Quartale des letzten Jahres ergibt jeweils ein kontinuierliches Plus bei den Dämmstärken auf zuletzt 119,5 mm in den Monaten Oktober bis Dezember.

Bei den eingesetzten Dämmstoff-Materialien bleibt es bei der eindeutigen Dominanz von blockgeschäumtem EPS, auch wenn der Anteil von durchschnittlich 85% (2009) auf 77% in 2010 gesunken ist. Steinwolleplatten (8%), Perimeter-Dämmplatten (6%) und Steinwolle-Lamellen (5%) folgen auf den nächsten Plätzen. Andere Dämmstoffe wie Mineralschaum, Polyurethan oder Holzfaser kamen zusammen auf etwas mehr als 2%. Für die Gesamtentwicklung ist auch zu berücksichtigen, dass im Berichtszeitraum verschiedene neue Dämmmaterialien präsentiert wurden, die vorerst allerdings noch kleine Marktanteile erzielen.

Preiserhöhungen unvermeidlich - vor allem bei Dämmplatten

"Was uns in der Branche große Sorgen macht, sind natürlich die Rohstoffkosten", so Dr. Setzler. Vor allem die unsichere Entwicklung in den Ölförderländern und insbesondere die Eskalation der politischen Krise in Libyen treibt die Preise nach oben. Brent-Öl kostet laut Handelsblatt (Online-Meldung vom 22.2.11) bald 110 Dollar je Barrel. Ein Ende dieser Entwicklung ist derzeit nicht erkennbar. Auch andere für die Produktion von Dämmstoffen und Zubehörteilen wichtige Rohstoffe haben sich in den letzten Monaten zum Teil deutlich verteuert. Dr. Setzler: "Unsere Mitgliedsunternehmen können diese Kostensteigerungen allein nicht mehr auffangen. Preiserhöhungen sind daher unvermeidlich, da werben wir bei unseren Verarbeiterkunden um Verständnis."

Denn nur gemeinsam lässt sich das Marktpotential erschließen. "Dass die KfW ihre Einzelmaßnahmenförderung nun wieder aufgenommen hat, ist ein positives Signal an den Hausbesitzer", so Dr. Setzler, "unsere Aufgabe als Fachverband bleibt, zusammen mit dem Fachhandwerk die handfesten ökonomischen und ökologischen Vorteile der energetischen Fassadensanierung mit WDVS noch intensiver zu kommunizieren. Gerade vor dem Hintergrund der steigenden Energiepreise zählen unsere Argumente doppelt." Mit verschiedenen Angeboten - darunter ein demnächst erscheinender neuer Argumentationsleitfaden für den Verarbeiter in Richtung seiner Endkunden - unterstützt der Fachverband das Handwerk nachhaltig in seinen Aktivitäten vor Ort, bei Auftraggebern und Kunden.

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