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Innendämmung wird Bestandteil der Verbandsaktivität des FV WDVS

(3.4.2011) Der Fachverband Wärmedämm-Verbundsysteme (FV WDVS) will sich ab sofort verstärkt dem Thema Innendämmung widmen. Ein eigens gegründeter Arbeitskreis hat inzwischen seine Arbeit aufgenommen mit dem Ziel, "dieses anspruchsvolle Verfahren zur Steigerung der Energieeffizienz beim Verband zu etablieren und die Interessen der Mitgliedsunternehmen in Richtung Markt, Politik und Öffentlichkeit zu vertreten", so Vorstandsvorsitzender Lothar Bombös.

Die Voraussetzungen hierfür sind aus mehreren Gründen gut: Etliche Hersteller von Systemen zur Innendämmung sind bereits Mitglieder des FV, weil sie auch WDVS produzieren. Und das Marktpotential ist beachtlich. Die gesamte Fassadenfläche, die in Deutschland noch zu dämmen ist, liegt etwa bei 1,8 Mrd. m². Vier Fünftel davon können auf der Außenseite energetisch optimiert und mit einem WDVS versehen werden, somit bleibt ein Fünftel (oder 360 Mio. m²) als potentielles Marktvolumen für die Innendämmung.

Innendämmsysteme kommen dann zum Einsatz, wenn wichtige Gründe eine Außendämmung nicht zulassen, etwa ...

  • bei denkmalgeschützten oder stark gegliederten Fassaden,
  • bei sehr dichter oder Grenz-Bebauung z.B. in engen Gassen (zur Erinnerung siehe auch Beitrag "Wärmedämmung darf nicht auf Nachbars Grundstück ragen" vom 21.2.2010),
  • bei fehlendem Dachvorsprung oder
  • auch dann, wenn sich eine Eigentümergemeinschaft über eine Dämmung an der Außenfassade nicht einigen kann.

Sinnvoll ist eine Innendämmung auch bei Gebäuden, die nicht regelmäßig genutzt werden, wie beispielsweise Ferienwohnungen, Kirchen und Gemeinderäume sowie Sporthallen. Die Innendämmung bewirkt hier, dass mit vergleichsweise wenig Energieeinsatz nur die Raumluft erwärmt wird, aber nicht das gesamte Mauerwerk. Das bedeutet eine schneller zur Verfügung stehende Behaglichkeitstemperatur bei weniger Heizkosten.

Die Zielsetzung des neuen AK Innendämmung beim FV WDVS verdeutlicht der Leiter des Gremiums, Heiko Riggert: "Mit dem neuen Arbeitskreis wollen wir dazu beitragen, den seit Jahrzehnten bewährten Systemgedanken von der Fassadendämmung nach innen zu übertragen, um Architekten und Bauherren das nötige Bewusstsein für dieses Verfahren zu vermitteln. Bezogen auf die Innendämmung kursieren in der Branche und bei manchen Auftraggebern immer noch Bedenken in Sachen Ausführungssicherheit und Funktionalität. Diese Mythen gilt es auszuräumen." Ansprechpartner für den FV sind neben den Architekten vor allem das Fachhandwerk, also Maler, Stuckateure oder auch Trockenbauer.

Für diese Zielgruppen wird der Arbeitskreis in einem ersten Schritt Anwendungsleitlinien für die Innendämmung, unter Berücksichtigung der am Markt erhältlichen Systeme, erarbeiten.

Ziel der Aktivitäten des FV ist es, den Stand der Technik in der Innendämmung zu beschreiben und die Gemeinsamkeiten der unterschiedlichen Lösungsansätze, die von diffusionsoffen und kapillaraktiv bis hin zu dampf- und wasserdicht reichen, zu definieren und die Ergebnisse in die Fachwelt und in Richtung potentieller Auftraggeber zu kommunizieren.

Die Vorteile sprechen in den genannten Fällen für sich: Unabhängig von der Detailausführung und den eingesetzten Materialien bewirkt eine Innendämmung im Bestandsbau neben der Energieeinsparung und der damit verbundenen Senkung des CO₂-Ausstoßes eine Verbesserung der thermischen Behaglichkeit und eine Wertsteigerung des Gebäudes. Dies auch deshalb, weil durch den so ausgelösten Schutz vor Tauwasser und Schimmelbildung Bauschäden vermieden werden, die z.B. häufig nach einer reinen Fenstersanierung und unzureichendem Lüftungsverhalten auftreten. Der Einsatz von Innendämmung kombiniert den Anspruch, historisch wertvolle Fassaden zu erhalten und die entsprechenden Gebäude zugleich energetisch zu optimieren.

Der FV WDVS verfolgt dieses Ziel auch formal mit Konsequenz: Über eine Satzungsänderung soll die Mitgliederversammlung Ende Mai die Erweiterung der Verbandsaktivitäten in Richtung Innendämmung auch offizielle bestätigen.

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