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Deubau-Preis 2012 für junge Architektinnen und Architekten entschieden

<!---->(17.4.2011) Der bereits 24 Mal ausgeschriebene Wettbewerb um den vielleicht bekanntesten Förderpreis für junge deutsche Architektinnen und Architekten, der Deubau-Award 2012, war mit 82 eingereichten Arbeiten gut besetzt. Der erstmals zweistufige Wettbewerb hatte in der ersten Phase mehr Teilnehmer-Projekte zu bieten als Plätze für die Nominierung zur zweiten Runde zu vergeben waren. Für die Endrunde wurden schließlich 15 Bewerber ausgewählt, die am 7. April 2011 ihre Werke vor der Jury unter Vorsitz von Hartmut Miksch, Präsident der Architektenkammer Nordrhein-Westfalen, präsentierten.

Am 8. April hat sich die Jury in nicht-öffentlicher Sitzung für eine Endauswahl entschieden: Den Deubau-Preis 2012 für junge Architektinnen und Architekten teilen sich ...

  • Johannes Kappler ais Nürnberg mit dem Projekt "Palladiumflat, Wohnhochhaus in Groningen (NL)" und
  • die Architekten Saetti, Bochmann und Schwirtz von "Studioinges Architektur und Städtebau" aus Berlin mit dem Projekt "Experimenta Science Center, Heilbronn".

Wohnhochhaus "Palladiumflat" von Johannes Kappler

Das Projekt "Palladiumflat" von Johannes Kappler ist Teil einer Wohnungsbaukampagne der Stadt Groningen für eine Randlage der Kernstadt (siehe Bing-Maps und/oder Google-Maps). Das neue, innovative Wohnhochhaus wurde aus einem Bausystem von wenigen vorgefertigten Betonelementen gefügt und zeichnet sich durch ungewöhnliche Proportionen, aber vor allem durch neue Wohnungsgrundrisse mit ungewöhnlichen Raumqualitäten aus: die 37 Meter hohe, aber nur etwa 8,70 Meter tiefe Wohnscheibe ermöglicht nicht nur großzügige, lichte Räume sondern - bei gegebener Stützenfreiheit - flexible, und veränderbare Grundrisse.

In einer sich schnell verändernden Gesellschaft mit Bedarf nach großer Flexibilität in den Lebensbedingungen stellt das Projekt einen Beitrag zum Wohnungsbau da. Trotz der enormen Flächenwirkung der Scheibe verstand es der Preisträger, eine wohlproportionierte und sinnfällige Fassade auszubilden, gleichwohl seien noch Bedenken in der ähnlichen Ausprägung der Fassaden nach Nord und Süd geblieben.

Trotz guter Durchlüftung, grundsätzlich richtiger Ausrichtung des Gebäudes und einer Minimierung der Ost-West-Seiten, vermisst die Jury eine weitergehende Auseinandersetzung mit Fragen der Energieeffizienz, die aber möglicherweise der lokalen Baukultur geschuldet ist. Dem Entwurfs-Verfasser gelingt es nach Auffassung der Jury jedoch mit Leichtigkeit, Kosteneffizienz, Stimmigkeit der projektimmanenten Struktur wie auch Sinnfälligkeit vom Detail bis zur städtebaulichen Haltung zusammenzuführen.

Experimenta Science Center von studioinges, Saetti, Bochmann, Schwirtz

Das Projekt "Experimenta Science Center" (siehe Bing-Maps und/oder Google-Maps) von studioinges, Dipl.-Ing. Francesca Saetti, Thomas Bochmann, Stefan Schwirtz, bereichert in Heilbronn ein bisher vernachlässigtes Areal am Rande der Innenstadt um ein attraktives Zentrum des öffentlichen Lebens, das eine Fülle von Bildungsangeboten für unterschiedliche Altersgruppen bietet. Die Preisträger ergänzten ein ehemaliges Speichergebäude durch einen Neubau, der in Kubatur und Material dem Bestandsbau entspricht, doch durch eine leichte Verschiebung eine vertikale, gläserne Fuge eröffnet, die durch ihre Gestaltung als Foyer und Treppenlandschaft mit starker Farbgebung ein stadträumlich wirksames Zeichen setzt.

So tritt das Ensemble aus Alt- und Neubau zunächst mit großer Selbstverständlichkeit auf und überrascht doch mit unerwarteten Raumfolgen, Farb- und Lichteffekten, die - thematisch wohlüberlegt - zur Entdeckungsreise in die Ausstellungen, Labore und Werkstätten im Inneren des Gebäudes einladen. Als ausgeprägte Lösung für ein verbreitetes Problem des Umgangs mit dem historischen Baubestand bieten Umbau und Erweiterung des "Experimenta Science Center" einen Modellfall für Situationen, die sich in vielen Städten ähnlich stellen.

Sowohl in der jetzt stadtbildprägenden Wirkung als auch in der architektonischen Komposition und Durchgestaltung bis ins Detail überzeugt das Projekt als exemplarisches Beispiel für den gelungenen Umgang mit dem Bestand und zugleich als Beitrag zu einer verlockenden Einführung in die Welt der Wissenschaft durch spielerische Annäherung.


Stefan Schwirtz (links) und Thomas Bochmann (Bild vergrößern)

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