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Wärmepumpen bald ohne Kältemittel?

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Bording mit seiner Wärmepumpe (Bild vergrößern)
 

(1.5.2011) Die Wärmepumpen der Zukunft brauchen möglicherweise keine Kältemittel mehr, können in ihrer Form an den Einsatzort leicht angepasst werden und haben zudem keinen Verschleiß. Davon gehen Techniker der norwegischen Universität Stavanger aus, deren Wärmepumpe laut eigenen Angaben "unendlich lange" laufen könne. Das nach dem Prinzip der Thermoelektrik laufende System beruht auf einer Vielzahl kleiner Einzelpumpen, die zusammengesetzt eine größere Pumpe bilden. Die Entwicklung sei derzeit im Testbetrieb und soll in fünf bis zehn Jahren reif für den Markt sein.

Die Forscher um Jan Kare Bording verwenden winzige Pumpen in der Größe ein mal ein Millimeter, die beliebig gebündelt und an verschiedenen Stellen des Hauses verteilt werden können. "Das Prinzip des großen Holzverbrennungsofens in der Hausmitte hat ausgedient. Besser sind viele kleine Wärmequellen, die flexibel dort eingebaut werden können, wo man sie braucht - etwa in besonders kalten Räumen oder in Fußböden", so Bording im Pressetext-Interview.

Da die Einzelpumpen aus einem einzigen, unbeweglichen Teil aus Halbleitern bestehen, soll das System theoretisch ohne Beschränkung der Lebensdauer einsetzbar sein. Bloß ein handelsübliches, leicht  auszuwechselndes Gebläse sei notwendig, um die heiße oder kalte Luft zu bewegen. Ein ökologischer Vorteil sei auch, dass die Pumpen die oftmals Ozon-schädlichen Kältemittel durch Strom ersetzen, der aus erneuerbaren Energieträgern stammen kann.


klitzekleine Pumpe (rechts) als Herz der norwegischen Kältemittel-freien Wärmepumpe

Einbau entscheidet über Effizienz

Die meisten heute erhältlichen Wärmepumpen basieren auf Kältemitteln. Für deren hermetische Abdichtung und Entsorgung gibt es jedoch hohe Auflagen. Zudem liegen die Lebenserwartung heutiger Systeme bei durchschnittlich 15 bis 20 Jahren. Bei Erdwärmepumpen muss dann aber "nur" der Kompressor getauscht werden, während die Sonde 100 Jahre und länger halten sollte - davon geht zumindest Karl-Heinz Stawiarski, Geschäftsführer des Bundesverbands Wärmepumpe e.V., aus.

Effizienzsteigerungen bei derzeitigen Wärmepumpen hält Stawiarski bei einzelnen Bauteilen für möglich, was besonders bei Luftwärmepumpen der Fall sei. Feldtests am Fraunhofer-Institut für Solarenergiesysteme ISE haben jedoch gezeigt, dass die korrekte Installation der Pumpe noch mehr Einfluss auf die Effizienz hat, als die Technologie alleine - siehe auch Beitrag "Elektrische Wärmepumpen bestehen langjährige Feldtests" vom 6.4.2011.

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