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Fertighaus-Industrie produziert in Österreich am Markt vorbei

(1.5.2011) Die Krise in der österreichischen Fertighaus-Industrie dauert an. Die Nachfrage sank das zweite Jahr in Folge substanziell - 2010 um fast sechs Prozent gegenüber dem Vorjahr auf nunmehr 3.780 Häuser. Verantwortlich für den abermaligen Rückgang sollen aber keineswegs rückläufige Baubeginne sein, sondern eine dramatisch sinkende Fertighausquote. Innerhalb eines Jahres schrumpft der Marktanteil von Fertighäusern um fast zwei Prozentpunkte, auf nunmehr 24,3 Prozent. Offensichtlich leidet die Branche laut Kreutzer Fischer & Partner nach wie vor unter einem Vertrauensverlust als Folge sich häufender Unternehmenspleiten in den letzten Jahren (Hansa-Haus, Kampa, Romberger).

Die Fertighaus-Industrie bekommt aber auch mehr und mehr Konkurrenz von Seiten des Massivbaus (insbesondere von Ziegeln) und dem handwerklichen Holzbau. Dabei erweist sich Kreutzer Fischer & Partner zufolge das in den letzten Jahren in der Fertigteilbranche wieder verstärkt praktizierte Konzept des individuellen Fertighauses als gravierender Nachteil. Denn wenn es um Individualität geht, hat das Handwerk immer einen strategischen Vorteil gegenüber der Industrie. Gleichzeitig habe man es versäumt, perfekte, für ganz spezifische Zielgruppen entworfene Haustypen, in großer Serie ohne Adaptionen der statischen Elemente zu entwickeln und dabei den Kostenvorteil der Serienproduktion an die Endkunden weiterzugeben.

Schon vor Jahren haben die Markforscher nachgewiesen, dass die individuellen Wünsche des Bauherrn bei entsprechendem Preisvorteil eines Standards rasch in den Hintergrund rücken. Bei einem schlüsselfertigen Einfamilienhaus um 80.000 Euro akzeptiert praktisch jeder die vorliegende Planung, gesetzt den Fall der Haustyp entspricht grundsätzlich den Wünschen des Käufers. Denn der Konsument hat gelernt, dass er selbst beim Kauf eines PKW der Oberklasse nur die Motorisierung, das Ausstattungspaket und die Wagenfarbe wählen kann, jedoch keinen Einfluss hat auf den Radstand oder die Wagenmaße. Kurzum, bei gleichem Ausstattungsgrad darf ein Fertighaus nur etwa halb so viel kosten, wie ein individuell geplantes vom Baumeister oder Zimmerer errichtetes Gebäude. Das ist aber derzeit nicht der Fall. Folglich verliert das Fertighaus an Marktanteil.

kräftig steigende Durchschnittspreise

Abgefedert wird die rasch schrumpfende Nachfrage nach Fertighäusern durch einen kräftig steigenden Durchschnittspreis. Gegenüber 2009 erhöht sich der durchschnittliche Verkaufspreis eines Fertighauses um +5,1% auf nunmehr 139.000 Euro exkl. Umsatzsteuer. Zum einen geben die Fertighausproduzenten steigende Materialkosten an die Kunden weiter. Zum anderen steigt aber auch - wie in den Jahren zuvor - der Ausbaugrad signifikant. So wuchs etwa der Anteil der schlüsselfertigen Gebäude um drei Prozentpunkte auf nunmehr 38,6%. Infolge sank der Umsatz im Berichtsjahr nur um ein Prozent gegenüber dem Vorjahr auf nunmehr 526,4 Millionen Euro zu Herstellerpreisen exkl. Umsatzsteuer.

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