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Wood-Fibre-Technology als Laminatboden-Alternative?

(16.5.2011) Die Anbieter der neuen "Wood-Fibre-Technologie" sind überzeugt, dass diese binnen 10 Jahren den Laminatboden komplett ersetzen wird. Bei dem Verfahren zur Herstellung von Hartbelägen wird ein Pulvergemisch aus Holzmehl, Bindemitteln und weiteren Zusatzstoffen auf eine Trägerplatte aufgebracht und bedruckt.

One more?

Ludger Schindler, Präsident des Verbandes der Europäischen Laminatfußbodenher­steller e.V. (EPLF) und Geschäftsführer der MeisterWerke meint dazu: "Die europäi­sche Fußbodenbranche hat bisher viele Innovationen hervorgebracht. Möglicherweise wird die Wood-Fibre-Technologie eine weitere sein, die zudem auch außerhalb des Fußbodenbereichs ihren Einsatz finden kann - zum Beispiel für Wandverkleidungen oder Möbelfronten. Davon zu sprechen, dass sie den Laminatboden vom Markt verdrängen wird, halten wir im EPLF-Vorstand für unrealistisch." EPLF-Geschäftsführer Peter H. Meyer vermutet hinter der aktuellen PR-Aktion der "Pulverfraktion", wie er die Anbieter des neuen Verfahrens bezeichnet, dass sich diese neue Vermarktungspotenziale für Lizenzverträge erhoffen.

Dr. Theo Smet, Leiter des Arbeitskreises Technik im EPLF, hält den Denkansatz der Technologie grundsätzlich für interessant, erwartet aber, dass bis zur Marktreife noch viele Jahre mit hohen Investitionen in Forschung und Entwicklung von Produkten und Maschinen vergehen. Es gäbe noch keine einschlägigen Erfahrungen beispielsweise hinsichtlich Dekorschärfe und Beanspruchungsqualitäten pulverbeschichteter Böden, so dass man eher von Technologieversuchen als von einer ausgereiften Innovation sprechen könne.

Grundsätzlich könnte nach Einschätzung der Techniker des EPLF  durch die Wood-Fibre-Technologie eine neue, eigenständige Produktgruppe entstehen, die sich aber von Laminatfußböden so sehr unterscheiden würde, dass für sie ein eigenes Regelwerk von Normen und Standards entwickelt werden müsste. Die Produktion von Laminat­fußböden in naturgetreuen Holzoptiken - immerhin 95% des Gesamtumsatzes am Markt - erfolge heute durchweg mit langjährig ausgereiften Technologien auf aller­höchstem Niveau. Demgegenüber  sieht der EPLF eine mögliche Verwendung von Produkten auf Basis der Wood-Fibre-Technologie eher im Niedrigpreis-Segment und vielleicht bei Nichtholz-Optiken.

Die Laminatbodenindustrie versteht sich selber als eine innovationsfreudige und Neuentwicklungen gegenüber offene Branche und verweist dazu auf die Vielzahl unterschiedlicher Produktionsarten von Laminatböden (DPL, PDL, ESH), die heute nebeneinander existieren und verschiedenste Anwendungsinteressen bedienen. "Vor diesem Hintergrund hat die Wood-Fibre-Technologie vielleicht eine Chance, früher oder später eine neue Spielart der Herstellung von Hartbodenbelägen zu werden. Sie wird aber sicher nicht die einzige sein, entscheidend bleibt das Kosten-Nutzen-Ver­hältnis", erklärt Volkmar Halbe, Vorstandsmitglied im EPLF und Geschäftsführer von Parador.

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