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DGNB hat Analyseinstrument und Zertifikat für Bestandsbauten entwickelt

(30.6.2011, Consense-Bericht) Nachhaltiges Handeln ist aus der Bau- und Immobilienwirtschaft nicht mehr wegzudenken. Bei vielen Neubauten gehört es wie selbstverständlich zur Planung dazu. Umso wichtiger ist es nun (nicht nur) aus Sicht der DGNB, die Optimierung von Bestandsbauten in den Mittelpunkt zu rücken. Mit der Zertifizierung von bestehenden Gebäuden und einem Instrument zur Analyse von Bestandsbauten nimmt die DGNB dieses Gebäudesegment in den Blick und bietet neue Lösungsmöglichkeiten.

„Eine wesentliche Grundlage für mehr Nachhaltigkeit im Bestand sind aussagekräftige Instrumente, mit denen der Zustand von Gebäuden transparent gemacht werden kann. Deshalb betrachtet die DGNB Bestandsanalyse bauliche Aspekte, die Anlagensubstanz und auch die Bewirtschaftung“ erläuterte Dr. Christine Lemaitre, Geschäftsführerin der DGNB, im Rahmen einer Pressekonferenz während der Consense. „Gerade Unternehmen, die umfangreiche Portfolios betreuen, bekommen damit einen schnellen Überblick.“

Mit überschaubarem Aufwand will die DGNB-Bestandsanalyse ein umfassendes Bild der Gebäude bezüglich ihrer Nachhaltigkeit liefern. Auf Basis des DGNB-Kriterienkataloges soll sie Investoren, Betreiber und Planer durch eine tragfähige Entscheidungsgrundlage für das weitere Umgehen mit ihren Immobilien unterstützen:

  • Sind Maßnahmen zu einer Modernisierung oder Revitalisierung erforderlich?
  • Welche Maßnahmen sind ökonomisch sinnvoll?
  • Wie nachhaltig ist die Bewirtschaftung und wie lässt sie sich verbessern?
  • Können Energie- und Ressourcenmanagement optimiert und Betriebskosten gesenkt werden?

Auf dem DGNB-Zertifizierungssystem aufbauend verspricht das neue Instrument ein hohes Maß an Transparenz und Sicherheit.

Die DGNB-Bestandsanalyse ist auch unabhängig von einer Zertifizierung anwendbar. Die Ergebnisse können aber bei Bedarf in den Zertifizierungsprozess übernommen werden. Das neue Instrument steht ab sofort für die Analyse von Büro- und Verwaltungsgebäuden bereit.

Ausgezeichneter Bestand

Mit der Zertifizierung von Bestandsgebäuden hat die DGNB ihr Zertifizierungssystem um einen wichtigen Baustein erweitert. Im Unterschied zur planungsbasierten Zertifizierung von Neubauten wird im Bestand mit realen Messwerten gearbeitet. So fließen die tatsächlichen Energieverbräuche, der Trinkwasserverbrauch sowie Betriebs- und Unterhaltskosten in die Bewertung ein. Um die Qualität der nachhaltigen Gebäudebewirtschaftung detailliert zu erfassen, werden auch Instandhaltungs- und Ressourcenmanagement, Dokumentation sowie Strategie und Controlling mit einbezogen. Zudem wird bewertet, wie es um die Immobilie selbst - beispielsweise bezüglich der Barrierefreiheit, Flächeneffizienz oder technischer Qualität - bestellt ist.

Die Bewertung von Bestandsbauten folgt in ihren Grundlagen dem DGNB-System. Das heißt, ein Gebäude wird in sechs Themenfeldern betrachtet:

  • ökologische Qualität
  • ökonomische Qualität
  • soziokulturelle und funktionale Qualität
  • Prozessqualität
  • technische Qualität
  • Standortqualität

„Bestandsbauten sind ein sehr großer Hebel, um Nachhaltigkeit voranzubringen“ betont Lemaitre, „daher wird die DGNB ihre anderen Nutzungsprofile zügig auf den Bestand ausweiten.“

Als ersten Schritt bietet die Non-Profit-Organisation eine Zertifizierung von Büro- und Verwaltungsgebäuden an. Ein Zertifikat können Immobilien erhalten, die folgende Kriterien erfüllen:

  • Sie sind mindestens fünf Jahre in Betrieb.
  • Größere Modernisierungsmaßnahmen, etwa an Fassade oder Heizungsanlage, liegen länger als fünf Jahre zurück.
  • Innerhalb der letzten fünf Jahre haben nur kleinere Instandhaltungsmaßnahmen stattgefunden.
  • Bezogen auf die Gebäudemasse und/oder die Bruttogrundfläche kamen maximal 20 Prozent neue Bauteile zum Einsatz.

Die Zertifizierung von Bestandsbauten und das neue Analyse-Instrument der DGNB wurden der Öffentlichkeit erstmals auf dem Jahreskongress der DGNB im Rahmen der Consense am 29. und 30. Juni 2011 in Stuttgart vorgestellt.

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