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Zumtobel inszeniert eine der größten Medienfassaden der Welt

(9.7.2011) Neuer Superlativ in Korea: Das Einkaufszentrum Galleria Centercity in Cheonan ist bereits von weitem sichtbar, wenn sich die Fahrt von der 80 km entfernten Hauptstadt ihrem Ende nähert (siehe Google-Maps). Atemberaubend sind nicht nur die Dimensionen des Konsumtempels, sondern auch die medial bespielte Fassade mit einer Fläche von 12.600 m². Über 22.000 LED-Lichtpunkte verleihen dem Bauwerk mittels dynamischer Lichtinszenierungen eine schillernde Hülle, die eindrucksvoll aus dem städtischen Kontext herausragt:

Die vom Leuchtenhersteller Zumtobel entwickelten Hochleistungs-LED-Strahler sind so konzipiert, dass sie beinahe unsichtbar in die Fassade integriert sind. Dadurch üben die mal schnell, mal langsam über das Gebäude fließenden farbigen Lichtsequenzen eine zusätzliche Faszination auf den Besucher aus. Gemeinsam mit der renommierten Bonner Lichtdesign-Schmiede a-g Licht und dem namhaften Amsterdamer Architekturbüro UN Studio realisierte Zumtobel diese Lichtinstallation.

Wilfried Kramb, Projektleiter von a-g-Licht resümiert: „Unser Ziel zur Inszenierung der Fassade war es, eine derart große Fläche so zu bespielen, dass der Gesamteindruck des Gebäudes am Abend etwas mit dem Eindruck am Tag gemein hat. Wir wollten erreichen, dass unser Lichtdesign die Schichtigkeit der Fassade und das Spiel mit den überlappenden Profilen widerspiegelt. Daraus ist schließlich die Grundidee entstanden, das Licht aus den Fassadeprofilen auf die rückwärtige Gebäudeschicht zu projizieren. Für uns war das Projekt eine spannende Herausforderungen unter den vorgegebenen Rahmenbedingungen eine innovative Idee zu entwickeln, die alle Beteiligte begeistert.“

Das Projekt setzt den erfolgreichen Einstieg von Zumtobel in die Fassadenbeleuchtung fort. Von den realisierten Lichtlösungen im Fassadenbereich ist die Galleria Centercity das bislang größte Projekt. Es wird als Meilenstein integrierter medialer Fassadenbeleuchtung verstanden.

„In Asien werden Einkaufszentren nicht nur um des Konsumieren Willens besucht. Shoppinghallen wie die Galleria Centercity sind im Fernen Osten zugleich Orte des sozialen Austausches“, weiß Ben van Berkel, Architekt des Einkaufszentrums und Direktor von UN Studio, zu berichten. Aus diesem Grund hat das Amsterdamer Architekturbüro bei der Konzeption auf eine hohe Nutzerfreundlichkeit geachtet. Dazu reicht das Angebot im Einkaufszentrum weit über die reinen Einkaufsmöglichkeiten hinaus bis hin zu verschiedenen kulturellen Treffpunkten.

„Um das Kaufhaus als lebendigen Raum zu gestalten, bedurfte es sowohl äußerlich als auch innerlich einer einmaligen Gestaltungskraft, die Besucher anzieht, zum Verweilen einlädt und zum Wiederkommen animiert“, fügt Ben van Berkel hinzu. Die medial bespielte Fassade setzt diese Idee um: Weiche Farb- und Lichtverläufe in sanften, wellenförmige Bewegungen zaubern eine faszinierende Bewegung auf die großflächigen Gebäudepartien. Von UN Studio entwickelte Computer-basierende Animationen wurden zusätzlich in das Lichtdesign integriert. Die installierte DMX-Steuerung sorgt für eine individuelle Programmierung der einzelnen LED-Spots und transferiert die Animationen detailgetreu auf die Gebäudefläche. Im Zusammenspiel aller LED-Strahler entstehen somit lebendig wirkende Bilder und Botschaften auf der Fassade. Die fließenden Übergänge zwischen den einzelnen Bild- und Farbsequenzen ergeben magische Blickfänge. Trotz der festen Sequenzen, die speziell auf die Architektur angepasst sind, scheint kein „Bild“ dem anderen zu gleichen, so dass das Auge gefesselt wird von einer nicht enden wollenden Licht-Partitur. Präsentiert sich das kubusartige Gebäude tagsüber in seiner reflektierenden, nicht eindeutig greifbaren Architektur mit einem Hauch von Mystik, wird es bei Nacht zum schillernden, unendlich wandelbaren Stadtmagneten.

Für die Fassade entwickelten die Architekten eine spezielle Konstruktion aus doppelten unsymmetrisch übereinander gelagerten und vertikal angeordneten Aluminiumprofilen, wodurch sich ein Moiré-Effekt ergibt. Die hintere Lamellenschicht besteht aus einem Aluminium-Panel. Für die vordere Schicht entwarfen die Architekten maßgeschneiderte Dreiecksprofile aus Aluminium, die mit gehärtetem Glas versehen sind. Dieses Detail ist für die Lichtwirkung von besonderer Bedeutung, denn die von Zumtobel entwickelten RGB LED-Strahler sind vollständig in diese Profile der äußeren Fassade integriert. Schließlich wird das Licht von dort aus auf die innere Fassadenschicht projiziert und auf die Gebäudefläche reflektiert. Das somit indirekte, absolut entblendete Licht ermöglicht es, die grundsätzlich stark fokussierten LED-Lichtpunkte in großflächige Bildpunkte umzusetzen.

Zumtobel hat insgesamt drei verschiedene Pixelarten eingesetzt, die sich durch unterschiedliche Optiken und die daraus resultierenden Lichtwirkungen differenzieren:

  • In den Gebäudeecken kam eine hohe Auflösung von 400 x 400 mm Pixel zum Einsatz,
  • bei den Übergängen von den geraden Flächen zu einer Ecke eine mittlere Auflösung, und
  • eine geringe Auflösung von 800 x 800 mm Pixel wird bei den enormen Dimensionen der geraden Flächen verwendet.

Von den über 22.000 Leuchten sind 12.399 Leuchten á 3,6 W in RGB-Ausführung eingesetzt, die anderen rund 10.000 in Weiß á 1,2 W. Das Konzept der großflächigen Indirektpixel verspricht neben harmonischen Leuchtdichten eine sehr hohe Effizienz bezogen auf die zu beleuchtende Fläche.

So ist die Galleria Centercity ein besonderes Beispiel dafür, wie Fassaden zu interaktiven Elementen des städtischen Kontextes werden und wie städtischer Raum durch Licht gestaltet wird – ohne dass das indirekte, entblendete Licht störenden Einfluss auf die angrenzende Stadt nimmt.

Weitere Informationen zu Medienfassaden können per E-Mail an Zumtobel angefordert werden.

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