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"Vertical-Lofts" von Griffner und Querkraft

(16.7.2011) Griffner und das Wiener Architekturbüro Querkraft haben mit "Vertical-Lofts" gemeinsam ein Gebäude-Konzept entwickelt, das "eine völlig neue Dimension des Wohnens und Arbeitens" für urbane Lebensräume verspricht. Mit dem Entwurf wird die Vertikale erschlossen. Er erlaubt seinen Bewohnern flexible Nutzungsmöglichkeiten und bietet sich auch für Baulücken an. Zusammen bereiten beide Partner jetzt die Markteinführung für diese Wohnidee vor, die Querkraft ursprünglich für die Internationale Bauausstellung IBA in Hamburg konzipiert hatte.

Nicht Fläche, sondern Raum zum Wohnen: die Idee

Der Grundgedanke des "Vertical-Lofts" ist, das herkömmliche Mehrfamilienhaus zu kippen - sprich horizontalen Wohnraum vertikal aneinander zu reihen. Daraus ergeben sich Lofts, die durch beliebig anzuordnende Wohn- und Arbeitsebenen zoniert werden können. So sollen Vorteile von Erd- und Dachgeschoss-Wohnungen vereint werden. Eine zentrale Erschließung entfällt zugunsten eigenständiger und somit privater Zugänge für jedes Loft. Volumen, nicht Fläche heißt die neue Bezugsgröße für modernes Wohnen und Arbeiten.

Geplant wird in Kubik- statt Quadratmetern. Die Wohnung wird als Raum verstanden, der individuell gestaltet werden kann. Flexibel einsetzbare Module erlauben es, die Nutzungsfunktion leicht zu verändern und den Metamorphosen des Lebens anzupassen. Single, Paar, Kinder, Mehr-Generationen-Haus: der Raum bleibt, die Flächen verändern sich - je nach Bedarf zwischen 60 Quadratmetern und 280 Quadratmetern.

Energieeffizient und ökologisch: die Hülle

Eine Gebäudehülle aus den natürlichen Materialien Holz, Zellulose und Kork sowie viel Glas verspricht Passivhausstandard und lässt ein angenehmes Raumklima erwarten. Das Gebäude kann wahlweise auf einer Fundamentplatte stehen oder mit einer Vollunterkellerung bzw. Tiefgarage realisiert werden.

Jede Einheit ist nach vorne und hinten komplett verglast. Das ermöglicht von allen Geschossen aus eine großzügige Aussicht und erweitert den Wohnraum nach draußen. Die Vollverglasung lässt viel Licht ins Haus. Jalousien erlauben es, die Intensität der Sonneneinstrahlung den persönlichen Bedürfnissen anzupassen. Die Lofteinheiten werden auf zwei seitliche Begrenzungswände konzentriert, in die die gesamte haustechnische Infrastruktur integriert ist. Der „befreite“ Raum dazwischen steht den Bewohnern zur persönlichen Gestaltung zur Verfügung.

Überall wird auf Energieeffizienz und Ökologie geachtet: Beispielsweise dienen in die Fassade integrierte Photovoltaik-Elemente der Energiegewinnung. Das Dach ist als Flachdach ausgebildet und extensiv begrünt.

Stabilität und Versorgung: die Wand

Griffner und Querkraft haben die multifunktionalen Versorgungswände als Tragkonstruktion entwickelt. Aus den natürlichen Materialien Holz und Zellulose gefertigt, verstehen sich diese Wände als wohngesund und energieeffizient. Die Hauptwände bestehen aus einem zweischaligen Aufbau. Massivholzelemente werden durch eine Dämmebene getrennt, und der Wandaufbau erhält somit eine Stärke von 50 Zentimetern. Das ermöglicht die thermische und akustische Trennung der einzelnen Wohneinheiten. Sanitär- und Elektroleitungen sind im Wandaufbau enthalten. Das Gebäude wird somit über die Wand mit Luft, Wasser und Strom versorgt.

Kreativ, individuell und flexibel: die Module

Eine große Auswahl flexibler Module steht für eine Fülle kreativer Möglichkeiten für die Raumnutzung. Die beiden Protagonisten haben vorgefertigte Bausätze für Deckenelemente, Treppen, Trennwände, Sanitärelemente etc. entwickelt, die über ein Stecksystem zwischen den Wänden eingehängt werden können.

Die umbaubaren Module im Raster 80 zu 60 ergeben ein höchst variables System. Es ermöglicht Deckensprünge in Sitzhöhe (60 Zentimeter) und Arbeitshöhe (120 Zentimeter) sowie flexible Raumhöhen von 220 Zentimetern bis zu 12 Metern. Mit Ebenen, Galerien oder geschlossenen Zimmern lässt sich die Raumhöhe variieren und der Nutzung oder der persönlichen Lebenssituation anpassen. Alle Elemente sind frei miteinander kombinierbar.

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