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Hamburg oder Husum? Wo trifft sich die Windbranche im Jahr 2014?

(16.10.2011; upgedatet am 27.11.2011) Hamburg soll ab 2014 Austragungsort einer weiterentwickelten internationalen Fachmesse der Windbranche werden. Das verkündeten zumindest VDMA Power Systems und die Hamburg Messe und Congress GmbH am 12.10.2011 auf einer gemeinsamen Pressekonferenz. Der Konter der HUSUM WindEnergy kam umgehend.

Die Messestrategie des VDMA Power Systems für die Windbranche sieht vor, die internationale Windleitmesse in (Nord-)Deutschland zu halten und auszubauen. Dazu soll neben dem zwei-jährlichen Messeauftritt der Windbranche im Rahmen der Energiemesse in Hannover eine neue eigenständige Messe in Hamburg stattfinden. Der Standort verfüge über ausreichend Ausbaupotential, um die wachsende Zahl internationaler Aussteller und Besucher der Boom-Branche aufnehmen zu können. Darüber hinaus böte die zeitliche Nähe zur Weltleitmesse der maritimen Wirtschaft SMM in Hamburg zusätzliche Möglichkeiten, Schiffbauer, Reedereien, Häfen, Logistikunternehmen und die maritime Zulieferindustrie, ohne die der Offshore-Windenergiemarkt nicht realisierbar ist, für die Windleitmesse zu gewinnen.

VDMA Power Systems möchte durch seine Initiative vor allem sicherstellen, dass die internationale Leitmesse der Windindustrie langfristig in Deutschland gehalten wird. „Dabei würden wir uns eine Fortsetzung der Kooperation zwischen den Messegesellschaften aus Hamburg und Husum wünschen, um die vorhandene Expertise optimal nutzen zu können“, sagt Thorsten Herdan, Geschäftsführer VDMA Power Systems. „Die Weiterführung und der Ausbau einer eigenständigen internationalen Windenergiemesse am Messestandort Hamburg sollte im jährlichen Wechsel mit dem Messeauftritt im Rahmen der 'Wind' innerhalb der Hannover Messe stattfinden. Daher wünschen wir uns auch eine Kooperation mit der Deutschen Messe AG. Zudem sind wir mit den Windverbänden in Deutschland und Europa im Gespräch, und streben eine breite Zusammenarbeit aller Beteiligten an. Die Tür steht offen“, betont Herdan.

Laut VDMA-Pressemitteilung stoße das Vorhaben bei der Industrie auf breite Zustimmung, eine international führende Fachmesse in der Hansestadt zu etablieren:

  • „Wir freuen uns auf eine neue Windleitmesse in Hamburg, die dem wachsenden Onshore- wie Offshore-Markt eine herausragende Plattform bieten wird“, sagt Rainer Bröring, Geschäftsführer GE Wind Energy GmbH.
  • Und Thomas Richterich, Vorstandsvorsitzender der Nordex SE, erklärt: „Deutschland braucht eine internationale Leitmesse für Windenergie. Als Schaufenster der deutschen Windindustrie bietet Hamburg beste Voraussetzungen. Hamburg ist Sitz vieler großer Unternehmen aus der Windbranche, bündelt immer mehr Kompetenz im Offshore-Geschäft und bietet eine einwandfreie Infrastruktur in Bezug auf Hotels, Verkehrsanbindungen und ein hochmodernes Messegelände. Das macht Hamburg zum idealen Messestandort für eine internationale Leitmesse Wind.“
  • Felix Ferlemann, CEO der Siemens Wind Power Division erklärt: „Hamburg hat sich in den vergangenen Jahren als europäische Hauptstadt der Windenergie-Industrie etabliert. Aufgrund der hohen Attraktivität des Standorts haben wir das globale Hauptquartier unserer Windenergie-Division nach Hamburg verlegt. Aus unserer Sicht ist es der logische nächste Schritt, dass Hamburg auch der Standort der europäischen Leitmesse für Windenergie wird.“

Husum nimmt den Wettbewerb mit Hamburg auf

„Die HUSUM WindEnergy 2014 findet statt.“ Damit begegnet die Messe Husum & Congress anderslautender Berichterstattung, die weltgrößte Leitmesse der Windindustrie wechsele 2014 nach Hamburg. Die Vorgehensweise des VDMA Power Systems, der als einer von mehreren Verbänden nur einen Bruchteil der Branche repräsentiere, wird in Husum als unnötige Verunsicherung der Windenergie-Branche gewertet. Auch äußert Husum Kritik am Anforderungskatalog, den der VDMA bei seiner Standort-Analyse zugrunde legt. Ein konkretes Kooperationsangebot des VDMA und der Messe Hamburg und Congress GmbH liege der Messegesellschaft nicht vor. Für die HUSUM WindEnergy 2014 sieht die Messe ein Wachstumspotenzial von rund 30%.

Peter Becker, Geschäftsführer der Messe Husum & Congress zeigt sich durch das Vorpreschen des VDMA irritiert: "Der VDMA hat sich als Sprachrohr der gesamten Windenergiebranche dargestellt. Dem müssen wir deutlich widersprechen. Auch gab es keinen öffentlichen Wettbewerb, den Hamburg gegen Husum gewonnen hätte. Wir haben von zahlreichen Ausstellern große Rückendeckung erhalten und können bereits heute mit über 450 Anmeldungen für 2014 aufwarten. Die HUSUM WindEnergy 2014 findet in Husum statt. Die Branche braucht nicht mehr Veranstaltungen in Deutschland, sondern wenige aber starke Messen mit einem klarem Profil." (Übrigens: Vor der HUSUM WindEnergy 2014 findet vom 18.-22.9.2012 noch die HUSUM WindEnergy 2012 statt!)

Becker kritisiert vor allem den an die Standortanalyse angelegten Anforderungskatalog, der ausschließlich infrastrukturelle Aspekte in den Vordergrund stellte. "In dem Anforderungskatalog des VDMA fehlten die Ziele der Aussteller, die mit einer Messeteilnahme verfolgt werden. Die wichtigsten Ziele der Unternehmen auf einer Messe sind die Kundengewinnung und Kundenbindung sowie die Zahl der Vertragsabschlüsse mit knapp 70%. In diesen Bereichen ist Husum dank seiner besonderen Atmosphäre exzellent. Wenn lediglich die Infrastruktur für den Erfolg einer Messe wichtig sind, warum ist Hamburg dann 2002, 2004, 2006 mit der damaligen Windmesse gescheitert?" Zugleich begegnet Becker auch dem pauschalen Vorwurf, die Hotelbettenkapazität im Umkreis der Messe sei unzureichend. "Im Umkreis von einer halben Stunde Autofahrt stehen Gästen und Ausstellern 16.000 Hotelbetten und 30.000 Privatunterkünfte zur Verfügung. Im morgendlichen Berufsverkehr in Hamburg benötigt man auch schnell über eine Stunde, um von A nach B zu kommen - aber es wird einfach anders wahrgenommen."

2014: 25jähirges Jubiläum HUSUM WindEnergy

Für die Messe Husum & Congress steht fest, dass die kommende HUSUM WindEnergy 2012 an die wachsenden Erfolge der letzten Jahre anknüpfen wird. Erwartet werden rund 40.000 Besucher und 1.200 Aussteller auf einer Fläche von 60.000 Quadratmetern. Becker kündigt für das kommende Jahr Verbesserungen wie den Ausbau von weiteren Parkplätzen und Zufahrtsstraßen an. Ein Hotelbuchungssystem soll auch wenige Tage vor der Messe noch offene Kapazitäten aufzeigen und der Shuttle-Service werde optimiert. Auch setze man stärker auf den Standortvorteil, der größte Wind-Erlebnispark Deutschlands zu sein. Im Umkreis der Messe stehen rund 2.600 Anlagen, die in der Praxis zu besichtigen sind. "Wir können mit Gegenwind umgehen und nehmen den Wettbewerb mit Hamburg wieder auf. Wir werden in 2014 unser 25jähriges Jubiläum feiern - natürlich in Husum!", versichert Peter Becker.

BTW: Hannover und Husum gründen Wind-Allianz

Wie die Deutsche Messe AG und die Messe Husum & Congress am 13.10.2011 mitgeteilt haben, wollen die beiden Messegesellschaften ihre Kooperation weiter ausbauen und eine Wind-Allianz gründen. Ziel sei es, durch "ein einzigartiges Kommunikationspaket aus einer Hand ein Schaufenster für die Branche mit internationaler Strahlkraft zu bieten. Und über die neue Wind-Allianz sollen weitere internationale Märkte erschlossen werden."

Im Rahmen der neuen Allianz sollen u.a. Forschungsprojekte initiiert und ein internationaler Wind-Award ausgeschrieben werden. Husum und Hannover wollen dazu auch ihre Vertriebs- und Marketingaktivitäten bündeln. Die Deutsche Messe AG ist in mehr als 100 Ländern der Welt mit Repräsentanzen vertreten. Außerdem soll die Branche auch von einem neuen Windnetzwerk international profitieren. "Wir glauben, dass wir in dieser Allianz unsere jeweiligen Stärken optimal bündeln und der Branche so ein Messe-Angebot mit klarem Profil bieten können", so Peter Becker, Geschäftsführer der Messe Husum.

Als Veranstalter der beiden weltweit bedeutendsten Windmessen bieten die Messegesellschaften Husum und Hannover der Branche im Jahreswechsel eine internationale Präsentationsplattform, die die Hersteller von Windkraftanlagen schätzen.

  • In den geraden Jahren trifft sich die komplette Branche zur HUSUM WindEnergy, der internationalen Leitmesse für die Windenergie. Als solche deckt sie alle Bereiche angefangen von Onshore und Offshore, über Services, Repowering, Planung und Projektierung bis hin zur Finanzierung ab.
  • In den ungeraden Jahren veranstaltet die Deutsche Messe AG die Leitmesse Wind im Rahmen der HANNOVER MESSE. Dort werden Anlagen, Services und Komponenten für die Windenergie im industriellen Kontext präsentiert. Im Zusammenwirken mit den parallel stattfindenden Energieleitmessen Energy und Power Plant Technology sowie der weltweit größten Messe für Antriebstechnik MDA steht die Wind in Hannover im Fokus von Ausstellern und Besuchern aus der Energiewirtschaft, Industrie, Politik und öffentlichen Hand.

Update vom 27.11.2011: Als "neue internationale Windleitmesse" soll die WindEnergy Hamburg erstmals vom 23. bis 26. September 2014 in der norddeutschen Metropole veranstaltet werden - parallel zur zeitgleich geplanten HUSUM WindEnergy. Das hat der Hamburger Messefachbeirat entschieden, der sich jetzt konstituiert hat - siehe auch Beitrag dazu vom 27.11.2011.

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