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Fachverband WDVS startet Recycling-Forschungsprojekt

(12.12.2011) Der Fachverband Wärmedämm-Verbundsysteme (FV WDVS) lässt die Möglichkeiten der Wiederverwertung von WDVS-Bestandteilen wissenschaftlich erforschen. Dies wurde anlässlich der Mitgliederversammlung Mitte November in Fulda bekannt. Dort berichteten auch die technischen Arbeitskreise des Verbandes über ihre aktuellen Aktivitäten. Außerdem beschäftigten sich die Delegierten der Mitgliedsunternehmen mit der EnEV 2012 und dem Thema WDVS und Architektur.


Volles Haus bei der Mitgliederversammlung 2011 des FV WDVS in Fulda (Bild vergrößern)

Der exakte Titel des Recycling-Forschungsprojektes lautet „Möglichkeiten der Wiederverwertung von Bestandteilen des Wärmedämm-Verbundsystems nach dessen Rückbau durch Zuführung in den Produktkreislauf der Dämmstoffe bzw. Downcycling in die Produktion minderwertiger Güter bis hin zur thermischen Verwertung“. Als Partnerverband fungiert der Industrieverband Hartschaum (IVH). Forschungsgegenstand sei im ersten Schritt expandiertes Polystyrol (EPS), weil dieses Material die mit Abstand größten Marktanteile hat. „Wir wollen wissenschaftlich ermittelte Antworten geben auf kritische Fragen und teilweise falsche Äußerungen zur Recyclingfähigkeit von WDV-Systemen“, so Vorstandsvorsitzender Lothar Bombös.

Der Forschungsauftrag soll an das Fraunhofer Institut für Bauphysik (Holzkirchen) und das Forschungsinstitut für Wärmeschutz (München) gehen. Zunächst läuft ein Antrag auf Fördermittel beim Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung innerhalb des Bundesamtes für Bauwesen und Raumordnung. Das Bundesbauministerium befürwortet das Projekt, wie Ministerialrat Hans-Dieter Hegner in Fulda am Rande seines Vortrages über „die Zukunft der EnEV“ durchblicken ließ. Die Vorrecherchen des Fachverbandes bei den Mitgliedsunternehmen lassen bereits zwei wesentliche Trends erkennen:

  • Es fallen derzeit so gut wie keine EPS-Abfälle an; der Bedarf an EPS-Recyclingprodukten sei vielmehr erheblich größer als die zur Verfügung stehende Menge.
  • Viele Hersteller betreiben zudem bei den zurückgelieferten bzw. eingesammelten EPS-Resten bereits 100%iges Downcycling.

Nach erfolgter Finanzierungszusage soll das Forschungsprogramm mit einer Laufzeit von insgesamt 18 Monaten starten.

Anwendungsrichtlinie zur Innendämmung fast fertig

Schwerpunkte der Mitgliederversammlung waren die Berichte aus den acht technischen Arbeitskreisen (AK), insbesondere der beiden in diesem Jahr gegründeten Gremien zur Innendämmung und zu alternativen Dämmstoffen. Heiko Riggert als Leiter des AK Innendämmung stellte die wichtigsten Inhalte der nahezu fertiggestellten Anwendungsrichtlinie vor. Mit diesem Dokument, das unter Einbeziehung des Deutschen Instituts für Bautechnik (DIBt) entsteht, soll den Anwendern verbindliche praktische Hilfestellung gegeben und gleichzeitig zusätzliche Regulierung vermieden werden. Riggert kündigte für 2012 eine eigene Imagebroschüre zur Innendämmung an, außerdem wird der Internet-Auftritt des FV WDVS entsprechend erweitert.

Qualitätsrichtlinie für alternative Dämmstoffe geplant

Dr. Stefan Roßmayer, Leiter des AK alternative Dämmstoffe, berichtete über den Stand der geplanten Qualitätsrichtlinie. Sie werde für jede im Gremium vertretene Dämmstoffart höhere Anforderungen fixieren als derzeit in den entsprechenden Normen verankert. Dies gelte vor allem für das Kriterium Dimensionsstabilität. Eine spezielle Arbeitsgruppe beschäftigt sich mit den bauphysikalischen Eigenschaften alternativer Dämmstoffe, z.B. der Kapillaraktivität und Feuchteaufnahme. Eine weitere Arbeitsgruppe behandelt die Marketingaktivitäten dieses Arbeitskreises.

herstellerübergreifende Mischung von WDVS-Komponenten

Technik-Vorstand Rüdiger Lugert wies in einem speziellen Statement nochmal auf die gremienübergreifende Bedeutung des Systemgedankens hin. Die Konsequenzen des Mischens von WDVS-Komponenten unterschiedlicher Hersteller müssten noch stärker in den Mittelpunkt rücken, so Lugert. Hierzu wird der FV in Kürze ein eigenes Positionspapier und eine Broschüre für die Fachöffentlichkeit präsentieren.

Datum der EnEV 2012 „nicht sicher“

Im Vortragsteil der Mitgliederversammlung skizzierte Ministerialrat Hans-Dieter Hegner (BMVBS) einige Eckpunkte der neuen EnEV, die aufgrund der europäischen Vorgaben sicher 2012 kommen wird, nur das Datum sei „nicht sicher“. Wo und in welchem Ausmaß es Verschärfungen geben werde, habe das Bundesbauministerium noch nicht beschlossen, derzeit lägen den Experten verschiedene Gutachten vor, die zum Teil „unterschiedliche Akzente setzen“, so Hegner. Sicher sei hingegen die Stabilisierung der KfW-Programme im neuen Jahr, hierfür werden 1,5 Mrd. Euro zur Verfügung stehen.

Zum Abschluss des Treffens diskutierten die Teilnehmer mit dem Architekten und Journalisten Klaus Siegele das Thema WDVS und Architektur. Baukultur zu verstehen sei ein wichtiger Aspekt für die WDVS-Industrie, so Siegele, der zugleich beklagte, dass viele Bauvorhaben mit WDVS ohne Beteiligung von Architekten ablaufen und dass oft allein die Kosten im Vordergrund stünden. Einig war man sich über die Notwendigkeit einer stärkeren Kommunikation zwischen Industrie und Architekten. „Die Hersteller haben eine große Verantwortung der Aufklärung gegenüber Architekten“, so Siegele. Dieser will man seitens der Verbandsmitglieder gern noch stärker als bisher nachkommen, versicherte Dr. Clemens von Trott als zuständiger Vorstand Öffentlichkeitsarbeit.

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