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Neue Beschichtung von Euroglas verhindert das Beschlagen von Fenstern von außen

(14.12.2011) Unter bestimmten Wetterbedingungen können moderne Isolierverglasungen von außen beschlagen. Dieser physikalische Effekt lässt sich auf die verbesserte Wärmedämmung des Glases zurückführen und tritt umso wahrscheinlicher auf, je niedriger der U-Wert ist. Auch wenn dies keinen funktionalen Mangel darstellt, kann es als optische Beeinträchtigung empfunden werden. Die neue Beschichtung Silverstar Free Vision T von Euroglas - gemeinsam mit dem Schweizer Mutterhaus Glas Trösch entwickelt - kann dieses Problem offenbar lösen.


Versuchsaufbau mit unterschieldichen Gläsern und Beschichtungen (Bild vergrößern)

Seit Jahren arbeitet die Glasindustrie erfolgreich daran, die Wärmedämmung von Isoliergläsern immer weiter zu optimieren: Hocheffektive Wärmeschutzschichten senken den Durchgang von Wärmeenergie durch das Glas auf ein Minimum, und der Einsatz von 3-fach-Isoliergläsern nimmt stetig zu. Als Folge dieser verbesserten Dämmung erwärmt sich die innere Scheibe nahezu auf Raumtemperatur, während die Außenscheibe kaum noch etwas von der Raumwärme spürt und je nach Witterungslage stark abkühlt. Ist sie kälter als die Umgebungsluft, kann Taubeschlag auftreten. Er tritt insbesondere bei hoher Luftfeuchtigkeit im Frühling und Herbst nach klaren, wolkenlosen Nächten mit geringer Windgeschwindigkeit auf. Dann entsteht ein physikalischer Effekt, der auf der variierenden Wasseraufnahmekapazität von Luft beruht: Kalte Luft kann weniger Wasser speichern als warme. Bei konstantem Wassergehalt und sinkender Temperatur steigt daher die relative Luftfeuchte an, bis bei einem Sättigungsgrad von 100 Prozent Kondensat entsteht.

Liegt also die äußere Oberflächentemperatur einer Isolierverglasung unter der Taupunkttemperatur der umgebenden Luft, kommt es unvermeidbar zu Beschlag. Besonders häufig geschieht dies bei Dachfenstern, aber auch bei sehr gut gedämmten vertikalen Isolierglaselementen. Tiefe Fensterlaibungen oder Sonnenschutzelemente unterstützen den Effekt, da sie die Glasoberfläche verschatten und die Luftzirkulation verringern können. Schlecht gedämmte Fenster hingegen verhindern ihn, da sie bei niedrigen Außentemperaturen stetig Wärme abgeben. Je besser der U-Wert eines Isolierglasfensters, desto geringer ist die Temperatur der Außenscheibe und desto höher die Neigung, Kondensat anzusetzen. Bei einer sehr guten Dachverglasung mit einem Ug-Wert von < 1.0 W/m²K kann es an bis zur Hälfte aller Tage zu Außenbeschlag in den frühen Morgenstunden kommen.

Beschichtung gegen Außenbeschlag

Wie kann hier Abhilfe geschaffen werden? Es muss z.B. sichergestellt sein, dass die äußere Glasoberfläche ausreichend warm ist, ohne die Wärmedämmung des Glases zu verschlechtern. Dazu wird von Euroglas zusätzlich zu den Wärmeschutz-Beschichtungen auf den Positionen zum Scheibenzwischenraum hin auch auf der äußersten Scheibenoberfläche mit Silverstar Free Vision T eine Beschichtung aufgebracht, die die Wärmestrahlung in der Scheibe hält. Dank ihr sollte die Temperatur der Glasoberfläche unabhängig von der Witterungslage immer oberhalb der Umgebungstemperatur bleiben, so dass eine Kondensation der Luftfeuchte verhindert wird.


Anders als hydrophile Beschichtungen, die Kondensat-Tröpfchen über die gesamte Glasoberfläche zu einem gleichmäßigen Wasserfilm verbinden und so die Durchsicht durch die beschlagene Scheibe nur geringfügig verbessern, verhindert Silverstar Free Vision T die Kondensatbildung offenbar grundsätzlich. Dabei sei die Beschichtung farbneutral und lasse die optischen Eigenschaften des Glases unbeeinträchtigt - die lichttechnischen Werte würden sich sogar verbessern: Ein 3fach-Isolierglas mit 4 mm dicken Scheiben mit Silverstar TRIII E-Beschichtung, insgesamt 12 mm Scheibenzwischenräumen mit Argon-Füllung sowie Silverstar Free Vision T weise beispielsweise auf ...

  • einen Lichttransmissionsgrad von 74 Prozent,
  • einen äußeren Lichtreflexionsgrad von 17 Prozent,
  • einen Gesamtenergiedurchlassgrad nach EN 410 von 62 Prozent sowie
  • einen Ug-Wert nach EN 673 von 0,8 W/m²K - ermittelt für den senkrechten Einbau.

Als vorspannbare Beschichtung wird Silverstar Free Vision T zunächst mit dem Magnetron-Sputter-Verfahren auf die zukünftige Außenscheibe des Isolierglases aufgebracht. Später werden die beschichteten Bandmaße im Verarbeitungsbetrieb zugeschnitten und thermisch gehärtet - die Außenscheibe ist also sowohl bei 2fach- als auch bei 3fach-Isolierglas stets als Einscheibensicherheitsglas (ESG) auszuführen. Die Wärmebehandlung aktiviert die Beschichtung und soll sie unempfindlich machen gegen mechanische Einwirkungen: Mit einer widerstandsfähigen Oberflächenschicht sei Silverstar Free Vision T vergleichbar hart bzw. kratzfest wie das Glas selbst.

Weitere Informationen zu Fenstern bzw. Glasscheiben mit Silverstar Free Vision T-Beschichtung können per E-Mail an Euroglas angefordert werden.

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