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Freizeit- und Sportbad mit energetisch optimiertem Beckenkopfsystem

(17.1.2012) Das Bambados im oberfränkischen Bamberg ist ein Freizeit-, Sport- und Familienbad mit konsequent ökologischer und ökonomischer Ausrichtung. Ende Novem­ber 2011 eröffnet, handelt es sich um das erste Hallenbad Europas, das nach Passiv­haus-Standard zertifiziert ist. Einen nachhaltigen Beitrag dazu leistet eine neue keramische Beckenkopflösung, die erstmals bei diesem Projekt Verwendung fand und daher den Namen „System Bamberg” trägt. Entstanden ist es in enger Zusammenar­beit zwischen Bauherr (Stadtwerke Bamberg), Planungsbüro (pbr Planungsbüro Rohling AG mit Hauptsitz in Osnabrück) und Agrob Buchtal (siehe Google-Maps):

Hauptkriterium bei der Entwicklung des neuen Randsystems war die deutliche Redu­zierung der Verdunstung von Beckenwasser - ein Aspekt, der bei insgesamt rund 1.800 m² Wasserfläche und mehr als 400 Meter umlaufendem Beckenrand energetisch relevant ist.

Um das angestrebte Ziel zu erreichen, wurden ausführliche Untersuchungen und detaillierte Messreihen beauftragt. Die Durchführung erfolgte nach fundierten wissen­schaftlichen Methoden am Institut für Energie und Gebäude (IEG) an der Georg-Simon-Ohm-Hochschule für angewandte Wissenschaften in Nürnberg. Dort wurden zur Bewertung des „verdunstenden Wassermassenstroms“ Versuchsbecken mit verschie­denen Original-Beckenkopfsystemen aufgebaut. Diese waren in einer Klimakammer installiert, um die atmosphärischen Bedingungen einer Schwimmhalle abbilden zu können. Mittels Mechanik und Sensorik wurden Wellen sowie Wasser- bzw. Luftströme erzeugt und unzählige Daten analysiert, um die Einflüsse auf die Energiebilanz zu ermitteln, bis sich schließlich die ideale Variante herauskristallisierte.


Gegenüberstellung der Systeme 'Bamberg' (rechts) und 'Würzburg' (Bild vergrößern)

Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Gemäß den Laborversuchen im Vergleich zu einem herkömmlichen Beckenrandsystem „Wiesbaden” soll die Wasserverdunstung beim neuen System „Bamberg” um 45% niedriger sein.

Form follows function

Erreicht werden soll das durch eine ausgeklügelte Formgebung und Vermeidung sämtlicher Störfaktoren (wie z.B. Abdeckrost-Auflager u.ä.), die den „Wasserfluss“ behindern könnten. Der konkrete Nutzen besteht darin, dass sich dank reduzierter Wasserverdunstung die Wärmeverluste verkleinern. Dies spart Energie bei der Wassererwärmung, aber auch bei den Klimati­sierungsanlagen. Diese brauchen weniger Luft umzuwälzen, so dass der Energiebedarf für den Antrieb der Ventilatoren sinkt. Per Saldo wird dadurch bei den insgesamt fünf Becken des Bambados Jahr für Jahr eine Senkung des Strombedarfs um 14.500 kWh prognostiziert. Die Neu-Entwicklung ist demnach nicht nur ökologisch, sondern auch ökonomisch sinnvoll. Dies gelte ebenso für die Erstellung - verspricht der Hersteller: Einfache Rohbaukonstruktion und unkomplizierte Verlegung würden das neue System auch von der Ausführung her sehr wirtschaftlich machen.

Die spezielle Formgebung verspricht außerdem einen sanften Einlauf des Wassers in die Rinne. Einer Spritzwasserbildung, die energetisch und akustisch ungünstig wäre, werde somit weitgehend vorgebeugt und der Lärmpegel spürbar herabgesetzt. Als kongeniale Ergänzung dazu lieferte Agrob Buchtal das Flüsterablaufventil Silent W 2000, das störende Schlürf- und Gurgelgeräusche mittels einer speziellen Innenbelüf­tung minimiere. Bemerkenswert sei zudem die Robustheit des neuen Systems: Der bloße Rinnenstein mit 25 cm Länge konnte bei Bruchlast-Tests an seiner Vorderkante mit bis zu 800 kg belastet werden, eingebaut sollen sogar noch höhere Resultate erreicht werden.

Wasserüberlaufkante und Ablaufkanal (Rinne) bestehen aus einem Stück. Dadurch kann der Umgangsbelag bis unmittelbar an den Beckenrand gezogen werden, so dass der Eindruck entstehen kann, der das Becken als integralen Bestandteil der Gesamt­konzeption wirken lässt. Eine vorteilhafte Optik soll es aber nicht nur beim Blick von außen in das Becken, sondern auch umgekehrt aus der Warte der Schwimmer/innen geben: Bei früheren tiefliegenden Rinnen lag der Wasserspiegel rund 30 bis 35 cm unter dem Niveau des Beckenumgangs. Dies konnte je nach Winkel die Sicht aus dem Becken beeinträchtigen bzw. je nach persönlichem Empfinden psychologisch beengend wirken. Beim System „Bamberg“ beträgt dieser Abstand gerade mal die Hälfte. Die beschriebenen Mankos werden somit weitgehend vermieden.

Weitere Informationen zu Schwimmbadkeramiken und speziell zum System Bamberg können per E-Mail an Agrob Buchtal angefordert werden.

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