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Vier Tonnen verdrehter Sichtbeton für die Kunst im Bau

(22.5.2012) Kunst am Bau war die Vorgabe - Kunst im Bau gleichsam das Ergebnis: Für „Tondo“ hat Martin Bruno Schmid aus einer massiven Sichtbetonwand eine 2 Meter 50 große, kreisrunde Scheibe heraussägen und um 10° verdreht flächen­bündig wieder einsetzen lassen - und damit einen bemerkens­werten Hingucker geschaffen: Indem sich auch das Muster der Schaltafeln mitverdreht hat, scheint an der Sichtbetonwand im Foyer des neuen Instituts- und Bibliotheksgebäudes der Hochschule Furtwangen (siehe Bing-Maps und/oder Google-Maps) etwas Unver­rückbares aus dem Lot gebracht worden zu sein: „Tondo“ kit­zelt so die Ordnung unserer Sehgewohnheiten.

Sichtbetonwände, zumal tragende, sind massive Bauteile mit einer Menge an Stahlarmierungen im Innern. Zudem unterliegt die Betonage strengen Regeln - vor allem dann, wenn sich die Anordnung der Schalung markant an der glatten Betonober­fläche abzeichnen soll. Gut ausgeführte Oberflächen nach Sichtbetonklasse 3 erfordern deshalb ein hohes Maß an Ab­sprachen im Sichtbeton­team - also zwischen den beteiligten Architekten, Bauaus­führenden und Betonher­stellern.

Für „Tondo“ wurde eine tragende Wand des doppelgeschossigen Foyers auserkoren. Sie ist geprägt durch das klare Fugenbild liegender Schaltafeln. Hier, an zentraler Stelle markierte der Künstler den Mittelpunkt seines Kunstwerkes und ließ die vier Tonnen schwere Wandscheibe mit zweieinhalb Metern Durchmesser mittels Zirkelseil­säge komplett heraustrennen. Stück für Stück fräste sich das Sägeseil der Betontrenn GmbH, einem auf den Schnitt massiver Bauteile spezialisierten Unternehmen, durch den Stahlbeton. Kontinuierlich wurde dabei der Einschnitt von Stangen mit 12 Millime­tern Durchmesser gestützt. So blieb die runde Platte mittig fixiert und konnte nach getaner Sägearbeit wie in einem Kugellager um die geforderten zehn Grad verdreht werden.

Die Qualität der Arbeit hat die Jury der baden-württembergischen Kunstkommission 2011 bei einem Wettbewerbsverfahren sofort erkannt und sie - vorbehaltlich ihrer Realisierbarkeit - ausgewählt. Oft fügt Kunst am Bau den Bauwerken mit Skulpturen, Farbkonzepten oder Bildern etwas zu, mit „Tondo“ wählte der Künstler einen anderen Ansatz. „Es handelt sich hier eher um Kunst im Bau“, meint Martin Bruno Schmid, der sich bei seinen „Zeichnungen“ mit der Bohrung unterschiedlichster Trägermaterialien von Büttenpapier bis zu großformatigen Bauplatten auseinandersetzt. Beim neuen Institutsgebäude scheint ihn vor allem der Ort und die vorgefundene Bauweise inspi­riert zu haben. So lässt sich die vorgerückte Betonscheibe mit ihren zweieinhalb Metern Durchmesser auch als Hommage an die Zeiten der Schwarzwälder Uhrenindustrie, namentlich der Uhrenfabrik Kienzle verstehen, auf deren ehemaligem Areal der Neubau entstanden ist.

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