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Stahlbau-Förderpreis 2012: Gewinner kommen von der Münster School of Architecture

(19.6.2012; upgedatet am 11.11.2012) Der von Bauforumstahl ausgelobte "Förderpreis des Deutschen Stahlbaues" für den Architekten- und Bauingenieure-Nachwuchs prä­miert alle zwei Jahre Ideen und Lösungen für Stahlkonstruktionen aus den Bereichen Hoch- und Brückenbau. Bei offener Aufgabenstellung sind Entwürfe und Arbeiten zur kompletten Bandbreite gefragt, in der sich der Baustoffes Stahl einsetzen lässt. Dabei zeigt sich, dass die Entwürfe der Studierenden immer öfter von realen Bauaufgaben und aktuellen Themenstellungen ausgehen - dazu zählen städtebauliche Anforderun­gen beim Bauen im Bestand, Ausstellungsarchitektur oder temporäre Sportbauten.

Ausstellungsraum am Drubbel in Münster
1. Preis: (neu)bewehrt – Ausstellungsraum am Drubbel in Münster (Bild vergrößern)

Die Jury unter Vorsitz von Prof. Karsten Geißler hatte heuer unter 60 Einreichungen mit 147 Teilnehmern die Wahl zu treffen. Insgesamt wurden ein 1. Preis, zwei 2. Prei­se, ein 3. Preis sowie fünf Lobe ausgesprochen. Die weitere Jury-Mitglieder waren Ulrike Sengmüller, Andrea Ruiken, Prof. Rainer Hempel, Prof. Annette Hillebrandt, Dr.-Ing. Jochen Stengel, Marc Blum sowie Dr. Bernhard Hauke (siehe Bild).

1. Preis an Hendrik Brinkmann und Holger Harmeier

Konzept der Verfasser: In prominenter Lage in Münsters wiederaufgebauter „historischer Altstadt“ findet sich ein Durchgangsort mit undefinierten Raumgrenzen und Restflächen (siehe Bing-Maps und/oder Google-Maps). Durch ein Ausbilden verschiedener Schwellen, Kanten und neuer Layer soll der Stadtraum geordnet und die gotische Kirche inszeniert werden. Die unter dem Straßenniveau liegenden Ausstellungsräume werden mit einem markanten Eingangspavillon erschlossen und treten über Auffaltungen an der Oberfläche in Erscheinung. Dem Stadtraum werden zwei weitere Ebenen hinzugefügt, die neue Bezüge ermöglichen. Der „steinerne“ Stadtraum wird durch eine Stahl-Verbundkonstruktion von Stahl und Stahl­beton erweitert im Sinne einer auf Zug und Druck spezifisch reagierenden Konstruktion. Dabei tritt der Stahl nicht nur als gestaltprägendes Element in Erscheinung, sondern wird den heutigen Möglichkeiten der Stahlverarbeitung entsprechend eingesetzt und kann seine Leistungsfähigkeit voll ausspielen.

Laudatio der Jury: Der Entwurf überzeugt durch seinen sensiblen Umgang mit der Altstadtumgebung, einhergehend mit einer klaren Abgrenzung davon. Die Auffaltung des Geländes schafft neue Raumbezüge und Szenerien. Besonders positiv sticht in der konstruktiven Ausformulierung die Verbundbauweise hervor. Stahl zeigt für den Be­trachter ablesbar und strukturiert seine Aufgabe und Stärke in diesem Projekt und wirkt gestaltprägend. Die Jury überzeugte vor allem dieser innovative Einsatz des Materials.

2. Preis an André Hieronimus

Laudatio der Jury: Der Entwurf überzeugt besonders durch die Gestaltung in Form zweier gegenläufiger Kurven. Die Brücke fügt sich harmonisch in das zu erwartende Stadtbild ein:

Die Wegeführung auf der Brücke nimmt die an den beiden Ufern auf und ist gekenn­zeichnet durch zwei Möglichkeiten am Kreuzungspunkt zwischen Bogen und Spann­band - den längeren Weg der Ruhe mit Verweilmöglichkeiten oder den der zügigen Querung. Dazu werden die Systeme Bogen und Spannband symbolisch verwendet. Der statische Grundansatz ist gelungen. Der Entwurf besticht durch seine Darstellung, auch in wesentlichen konstruktiven Details wie dem Geländer. Die wichtige Einheit zwischen Entwurf und Konstruktion ist gut erkennbar.

Anmerkung: Es gab schon einmal eine Brommybrücke in Berlin: Die dreifeldrige Stein­bogenbrücke über die Spree lag zwischen der Schillingbrücke und der Oberbaumbrücke (siehe Google-Maps und/oder Bing-Maps). Die Straßenbrücke wurde von 1907 bis 1909 erbaut, 1945 im Zweiten Weltkrieg zerstört und bisher nicht wieder aufgebaut. Siehe zudem "Spreebalkon Brommystraße, Berlin" im Beitrag "11. Deutscher Verzinker­preis verliehen" vom 19.10.2009.

2. Preis an Daria Kokscharova

Laudatio der Jury: Die leichte, filigrane Konstruktion, eingebettet in die Parkland­schaft, ist in der Nähe der großen Vorbilder der Olympiabauten von 1972 gut vorstell­bar. Initiiert von der kühlen Wirkung der Eisfläche entscheidet sich die Verfasserin für einen Kanon aus transluzenten und transparenten Hüllmaterialien:

Das daraus resultierende milde Licht bindet den Raum atmosphärisch gut zusammen. Der nachhaltige Ansatz wird durch die gewichtsminimierte Konstruktion, die Nachnut­zung und das Recyclingpotenzial glaubwürdig verfolgt. Die Arbeit ist von den Außen­anlagen, über die vielfältigen Nutzungsansprüche, das Tragwerk und die Detaillierung sehr konsequent durchgearbeitet.

3. Preis an Julia Pfeffer und Sandra Rogosch

Laudatio der Jury: Der Entwurf für eine Ansammlung von schwimmenden Ferienhäu­sern setzt sich intensiv mit dem Zusammenspiel von Architektur und Tragwerk in einem außergewöhnlichen Raumumfeld „Wasser“ auseinander.

Durch einen nahtlosen Übergang vom Ort über die Architektur zur Konstruktion wird durch spielerische Auseinandersetzung zwischen Stahlbau und Schiffsbau dem Aus­lobungsanspruch nach „fortschrittlichen und zukunftsweisenden Ideen und Lösungen“ für den Baustoff Stahl Rechnung getragen. Die Arbeit zeigt über den Hochbau hinaus weiterreichende Anwendungsfelder auf.

Dokumentation zum "Förderpreis des Deutschen Stahlbaues"Update: Zu den Stahl-Wettbewerben 2012, dem „Preis des Deutschen Stahlbaues“ und dem „Förderpreis des Deutschen Stahlbaues“ sind die Dokumentationen erschienen, die in begrenzter Stückzahl kostenfrei erhältlich sind - siehe Beitrag vom 11.11.2012.

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