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EU-Studie: „Klimaschutz mit kurzen Amortisationszeiten“ bei Industrie-Dämmungen

(24.6.2012) Die am 19.6. von Ecofys und EiiF veröffentlichte EU-Studie „Climate pro­tection with rapid payback“ (Klima­schutz mit kurzen Amortisations­zeiten) belegt große Energie- und CO₂-Einsparpotentiale von Industrie-Dämmun­gen. Der Großteil der ermittelten Potentiale könnte zudem sofort und wirtschaftlich genutzt werden. D.h. die europäische Industrie verschwendet täglich nicht nur Energie und Geld, sondern produziert dabei auch noch Tonnen von vermeidbarem CO₂. „Allein zwei Drittel der Energie- und CO₂-Einsparpotentiale könnten durch verbesserte Instandhaltungsmaßnahmen und das konsequente Dämmen von Industrieanlagen realisiert werden,“ erklärt der wissenschaftliche Leiter von Ecofys Professor Kornelis Blok. „Und da sich die Investitionen in Dämmungen in der Regel schon nach weniger als einem Jahr amortisieren, sind diese auch wirtschaftlich sehr sinnvoll.“

Die EU-Energieeffizienzrichtlinie sieht bis zum Jahr 2020 eine Verringerung des Ener­gieverbrauchs um 20% vor. Bleibt es jedoch bei der aktuellen Entwicklung, wird Europa nur die Hälfte davon tatsächlich erreichen. Deshalb sind so genannte „beste verfüg­bare Techniken“ (Best Available Techniques), die zu einer Reduzierung des Energie­verbrauchs innerhalb der EU beitragen können, notwendiger den je.

Die technische Dämmung von Industrieanlagen ist eine solche beste und bereits seit Jahren verfügbare Technik. Ihr Einsparpotential besteht in sämtlichen Regionen, In­dustriesektoren, technischen Anlagen und Prozesstemperaturen. Mit der Dämmtech­nik, so ermittelt die Studie, könnte der gesamte Brennstoffverbrauch der europäischen Industrie um 620 PJ und ihr CO₂-Ausstoß um rund 49 Megatonnen gesenkt werden.

  • Dieses jährliche Einsparpotential von 620 PJ entspricht dem Jahresener­gieverbrauch von 10 Millionen Haushalten.

  • Das jährliche CO2-Einsparpotential von 49 Mt entspricht dem CO2-Aus­stoß von 18 Millionen Autos.

Erfahrungen aus der Praxis belegen, dass in industriellen Anlagen bis zu 10 Prozent und mehr der Anlagenteile ungedämmt sind oder eine beschädigte Isolierung haben. Darüber hinaus sind die meisten existierenden Dämmsysteme nach Kriterien ausgelegt, wie ...

  • möglichst geringer Preis (Minimum-Investition),
  • Einhaltung der maximal erlaubten Oberflächentemperatur (Sicherheit),
  • Sicherstellung des Prozesses oder
  • auf Basis von allgemeinen und heute deutlich zu hohen Wärmeverlustraten.

Anforderungen wie Wirtschaftlichkeit oder maximale Energieeffizienz von Dämmsyste­men sind und werden meist nicht berücksichtigt.

„In der Vergangenheit, als die Treibstoffpreise noch deutlich niedriger waren, hätten energieeffiziente Dämmlösungen wahrscheinlich keinen großen Unterschied gemacht,“ erklärt Andreas Gürtler, Geschäftsführer der EiiF. „Heute aber ist der Preis für Energie höher und wird voraussichtlich noch weiter steigen. Die Konsequenz ist, dass der Un­terschied zwischen aktuellen Dämmstandards und wirtschaftlich sinnvollen Lösungen heute immer größer wird.“

Wenn die Industrie reagiert und mittels technischer Dämmungen das vorhandene Einsparpotential nutzt, kann dieser Trend gestoppt werden. In einem ersten Schritt sogar relativ einfach durch konsequentes Dämmen noch nicht isolierter Anlagenteile und das Austauschen von beschädigten Dämmungen. Wenn die europäischen Indus­trieunternehmen jedoch weiterhin dieses auch wirtschaftlich attraktive Einsparpoten­tial übersehen, wird es immer weiter wachsen. Zusätzliche Kosten für CO₂-Emissions­rechte werden diesen Trend noch beschleunigen.

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