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Arbeitsmarkt im Bausektor: Demografischer Wandel erreicht Bauwirtschaft

(5.8.2012) „Der Bedarf an Fachkräften in der Bauwirtschaft bleibt weiterhin hoch. Seit Jahren jedoch übersteigen die al­tersbedingten Abgänge die Zugänge an Nachwuchskräften deutlich. Hier bekommt unsere Branche die Auswirkungen des demografischen Wandels zu spüren.“ Dies erklärte der Haupt­geschäftsführer des Hauptverbandes der Deutschen Bauin­dustrie, RA Michael Knipper, bei der Vorstellung des Branchen­berichtes „Der Arbeitsmarkt im Bausektor“, den die Bundesa­gentur für Arbeit und das Institut für Arbeitsmarkt- und Be­rufsforschung gemeinsam mit dem Hauptverband der Deut­schen Bauindustrie bereits zum zweiten Mal herausgeben ha­ben.

Zwar wollten viele Bauunternehmen ausbilden, für die Unter­nehmen werde es aber immer schwieriger, die angebotenen Ausbildungsstellen auch zu besetzen. Schon im vergangenen Jahr habe rund jede dritte Bauunternehmung ange­botene Ausbildungsplätze nicht vergeben können, erklärte Knipper. „Wir werden daher gemeinsam mit der Bundesagentur für Arbeit, unseren Sozialpartnern und den Unter­nehmen Strategien entwickeln, um mehr Nachwuchskräfte zu gewinnen und zu hal­ten“, so Knipper.

„Insbesondere müssen wir darauf hinweisen, dass wir als Branche einen Facharbeiter­anteil von 80 Prozent haben und attraktive Aufstiegsmöglichkeiten anbieten. Das ist in der Öffentlichkeit leider zu wenig bekannt“, sagte Knipper.

Abbrecherquoten zu hoch

Ein erster wichtiger Schritt ist für Knipper die Senkung der Abbrecherquote bei den Auszubildenden, die mit rund 20 Prozent über dem gesamtwirtschaftlichen Durch­schnitt liegt. Knipper appellierte an die Unternehmen, die von der BA entwickelten In­strumente für die Begleitung von Jugendlichen im Übergang von der Schule in den Be­ruf zu nutzen. Vor dem Hintergrund des sich verschärfenden Wettbewerbes um Fach­kräfte liege es im Interesse der Unternehmen, den Ausbildungserfolg aller Auszubilden­den sicherzustellen.

Aber auch im akademischen Bereich, insbesondere im Studiengang Bauingenieurwesen, müsse durch Veränderungen in den Studieninhalten die sehr hohe Abbrecherquote von fast 50 Prozent schnell gesenkt werden. „Wir brauchen jedes Jahr 4.500 Bauingenieu­re, haben dieses Ziel in den vergangenen Jahren aber mit rund 3.000 Absolventen nie erreicht“, erklärte Knipper. Auch Jugendlichen, die nicht über die erforderliche Ausbil­dungsreife verfügten, sollte ein Angebot gemacht werden. Hierzu könnten die Sozial­partner am Bau gemeinsam mit der BA entsprechende Programme entwickeln.

„Der Bedarf an Auszubildenden wird in den nächsten Jahren sogar noch zunehmen“, so Knipper. Durch die Energiewende, die Nachfrage nach Wohnungen als Kapitalanlage, aber auch den Nachholbedarf bei Infrastrukturmaßnahmen oder den altersgerechten Bauen erwartet er für die Branche - bei stabilen gesamtwirtschaftlichen Rahmenbe­dingungen – mittelfristig ein durchschnittliches reales Wachstum von 1% bis 2%. Vor diesem Hintergrund müssten die Bauunternehmen alle Maßnahmen ergreifen, um si­cherzustellen, dass sich der Mangel an Facharbeitern, der sich bereits jetzt auf dem Bauarbeitsmarkt zeige, nicht noch größer werde.

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