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Stichpunktartige Untersuchung zur Langlebigkeit von Funktions-Isolierglas

(15.8.2012) Wie lange „funktioniert“ eigentlich eine moderne Verglasungseinheit op­tisch und hinsichtlich ihrer technischen Performance? Eine Untersuchung an ausge­wählten Isolierglaseinheiten, die von der Interpane Entwicklungs- und Beratungsge­sellschaft vorgenommen wurde, verspricht Aufschluss.

Langzeitstudien an Isoliergläsern sind nicht leicht zu realisieren. Nur schwer lässt sich nach 20 oder mehr Jahren der Aufenthaltsort gelieferter Isolierverglasungen feststel­len. Noch schwerer ist es, die Scheiben zu Laboruntersuchungen zurück zu holen, denn wer trennt sich schon für einige Tage von seiner (funktionsfähigen) Verglasung. Da kam es zupass, dass Interpane, als Produzent moderner Glascoater, eine Vakuum-Beschichtungsanlage zur Herstellung elektrochrom dimmbarer Verglasungen an das Un­ternehmen EControl-Glas (Plauen) geliefert hat. Nach dem Anlaufen der Produktion wurde eine bestehende Fensterfassade des Interpane Verwaltungsgebäudes in Lau­enförde mit EControl-Verglasung umgerüstet.

Funktionsfähigkeit (Dichtheit) des Randverbundes „alter“ Isolierglasele­mente

Was aber tun mit den ausgebauten Isolierglasscheiben? Es handelt sich um Sonnen­schutzisoliergläser Typ ipasol neutral R 51/43 aus dem dritten Quartal 1987, also Glä­ser, die bereits rund 25 Jahre eingebaut waren (und schon längst nicht mehr Teil der Produktpalette sind). Diese Isolierglaseinheiten wurden, wie damals üblich, mittels Füllstutzen über Bohrungen mit Argon-Gas befüllt und anschließend mit Popnieten ver­schlossen. Die Abstandhalter waren damals noch nicht gebogen, sondern mit Metall­eckwinkel gesteckt. Eingebaut waren die Scheiben in Holzfenster mit dichtstofffreiem Falzraum ohne Belüftung. Die Klotzung erfolgte mit Kunststoffklötzen.

An allen 28 ausgebauten Isolierglaseinheiten wurden folgende Faktoren untersucht:

a) Visuelle Beurteilung des Randverbundes

Auffälligkeiten am Primär- und Sekundärdichtstoff, wie z. B. farbliche Veränderungen, Dichtstoffablösungen vom Glas wurden nicht festgestellt.

b) Gasfüllgrad

Folgende Argon-Gasfüllgrade wurden nach dem Ausbau gemessen:

Die Scheiben waren korrekt gefüllt (Ausnahme eine Scheibe mit null Prozent). Das zweistufige Randverbundsystem Polysulfid und Polyisobutylen (selbst mit gesteckten Ecken) war über einen Zeitraum von 24 Jahren dicht. Eine Erhöhung des Ug-Wertes durch Gasverluste trat nicht auf.

c) Trocknungsmittelfüllmenge und Wasserbeladung des Trockenmittels

Bei den Isolierglasscheiben waren jeweils ein kurzer und ein langer Abstandhalter­schenkel mit Trocknungsmittel gefüllt. Über alle Isoliergläser gemittelt lag die Füll­menge bei circa 14 g/m.

Da die maximale Wasseraufnahmekapazität des Trocknungsmittels bei circa 18 Prozent liegt und eine Vorbeladung zum Zeitpunkt der Isolierglasproduktion von etwa zwei Pro­zent in der gemessenen Wasserbeladung zu berücksichtigen ist, könnte für diese Iso­liergläser eine Lebenserwartung von 50 bis 75 Jahren prognostiziert werden.

d) Dichtstoffüberdeckung

Im Mittel lag die Sekundärdichtstoffüberdeckung über dem Abstandhalterrücken bei circa vier Millimeter.

Zusammenfassung

Von Mehrscheibenisolierglas wird in der Regel eine mittlere Lebenserwartung von 25 Jahren erwartet. Die bei Interpane vorgenommene - zugegebenermaßen nur stich­punktartige - Untersuchung zeigt, dass bei qualitativ hochwertigen Isolierglasmarken­produkten, die nach Vorgaben der RAL-Güte- und Prüfbestimmungen gefertigt sind, auch die zwei- bis dreifache Lebensdauer erzielt werden kann - ohne Verlust der funk­tionellen Eigenschaften der Verglasung.

Weitere Informationen zu Mehrscheibenisolierglas können per E-Mail an Interpane angefordert werden.

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