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Wohnungsneubau unterhalb der Marktabsorption

(26.8.2012) Der IVD begrüßt die weiterhin ansteigenden Genehmigungszahlen im Woh­nungsbau: 4,9 Prozent mehr Wohnungen sind im ersten Halbjahr 2012 genehmigt wor­den, wie das Statistische Bundesamt mitteilt. Insgesamt wurden laut Statistischem Bundesamt deutschlandweit 114.000 Wohnungen genehmigt. „So erfreulich der An­stieg der Genehmigungen für sich genommen ist, so wenig dürfen wir uns mit dem Plus von 4,9 Prozent zufriedengeben“, kommentiert Jürgen Michael Schick, Vizepräsident des Immobilienverbands IVD, die Zahlen. Dafür gebe es eine Reihe von Gründen: „So fiel der Zuwachs im Vergleichszeitraum 2011 mehr als dreimal so hoch aus. Der häufig konstatierte Boom des deutschen Wohnungsbaus könnte also bereits seinem Zenit entgegengehen und sich möglicherweise bald wieder abschwächen“, befürchtet Schick.

Schere zwischen Angebot und Nachfrage öffnet sich weiter

Was die Zahlen weiterhin zeigen: Nach wie vor dominiert der Wohnungsbau im Seg­ment der Ein- und Zweifamilienhäuser: Zwischen Januar und Juni wurden genehmigt ...

  • 44.053 Einheiten in Einfamilienhäusern und
  • 8.860 Wohnungen in Zweifamilienhäusern sowie
  • lediglich 43.050 Einheiten in Mehrfamilienhäusern.

„Gerade der Geschosswohnungsbau aber ist für die angespannten Mietmärkte in den Ballungsgebieten von enormer Bedeutung“, führt Schick aus. „In diesem Segment beobachten wir eine besonders eklatante Differenz zwischen Angebot und Nachfrage. Und die jetzt vom Statistischen Bundesamt publizierten Neubauzahlen lassen befürch­ten, dass wir im Jahresverlauf kaum mit einer Beruhigung der Mietmärkte in Deutsch­lands Metropolen rechnen können.“ Der Neubau im Segment der Mehrfamilienhäuser liege nach Auffassung des IVD deutlich unterhalb der Marktabsorption.

Auch auf die Frage, wo die neuen Wohnungen entstehen, erlaube die Betrachtung einzelner Segmente Rückschlüsse. „Ein- und Zweifamilienhäuser werden vornehmlich an den Rändern der Ballungsgebiete und in ländlichen Gegenden genehmigt“, erläutert Schick. Dabei seien es die zentralen Lagen der Großstädte, in denen dringend Woh­nungen benötigt würden. „Da der Geschosswohnungsbau deutlich hinterherhinkt, scheint etwas mit den Bedingungen nicht zu stimmen, die die Wohnungswirtschaft in den Ballungsgebieten vorfindet. Hier sind alle Beteiligten gefordert, Hemmnisse aufzu­spüren und, wenn möglich, zu beseitigen“, konstatiert Schick - vergleiche mit Baulinks-Beitrag „Wohneigentums-Dynamik in Städten“ vom 20.8.2012.

Wohnungsneubau dank steigender Mieten

Erfreulich sei allerdings, dass die Genehmigungen von Wohnungen in Mehrfamilienhäu­sern auf dem Vormarsch seien. Gegenüber dem Vergleichszeiträum beträgt der Anstieg der Genehmigungszahlen in diesem Segment immerhin 14 Prozent. „Dieser positive Trend muss allerdings gerechterweise auch als das Resultat der seit gut zwei Jahren steigenden Mieten wahrgenommen werden“, wie Schick darlegt. Denn nur, weil die höheren Nettokaltmieten in vielen Städten Deutschlands den Wohnungsneubau auch unterhalb des Luxussegments rentabel machten, investiere die private Wohnungs­wirtschaft wieder vermehrt in diesen Bereich.

„So sehr über steigende Mieten auch geklagt wird - bei nüchterner Betrachtung sind sie unausweichlich für die dringend benötigte Belebung der Wohnungsmärkte“, kom­mentiert Schick. Schließlich registriert Schick auch Nachholbedarf bei der Wohneigen­tumsbildung. „Die mehrfachen Vorteile der eigenen Wohnung könnten von der Branche noch deutlicher kommuniziert werden. Die gegenwärtige Niedrigzinsphase wird nicht ewig anhalten - wer sie ungenutzt verstreichen lässt, verpasst womöglich eine historische Chance.“

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