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Neue Fassade fürs Hans-Böckler-Haus bei laufendem Betrieb

(5.9.2012) Um 250 Mitarbeiter nicht umquartieren zu müssen und dennoch die Fassa­de des Hans-Böckler-Hauses in Düsseldorf (siehe Bing-Maps und/oder Google-Maps) optisch und vor allem energetisch auf den heutigen Standard zu brin­gen, entschieden sich Bauherr, Architekturbüro und Metallbauer für die Schüco Mo­dernisierungsfassade ERC 50.

Eine Fassadenmodernisierung bei laufendem Gebäudebetrieb ist nicht die Regel - zu groß sind im Allgemeinen die Belästigungen durch Lärm und Schmutz, zu hoch der Aufwand an Arbeitsvorbereitung und Planung. Beim Hans-Böckler-Haus in Düsseldorf ließ sich der Bauherr dennoch vom Gegenteil überzeugen.

Architekt Udo Sadowski beschreibt die Ausgangssituation: „Das Gebäude hat für den DGB einen besonderen Stellenwert. Bis zum Umzug nach Berlin war das Gebäude in der Hans-Böckler-Str. die Zentrale des Deutschen Gewerkschaftsbun­des. Eine Vorgabe der Sanierung war daher, die bauphysikali­schen und funktionalen Defizite der Bestandsfassade zu besei­tigen, jedoch den Charakter des Gebäudes beizubehalten, um der besonderen Historie des Objekts gerecht zu werden. Weiterhin war die Grundvoraussetzung zur Durchführung der Maßnahme, die Nutzer im Gebäude während der Sanierung so wenig wie möglich zu beeinträchtigen.“

Durch die innerstädtische Lage des Hans-Böckler-Hauses war es bereits im Vorfeld der Bauarbeiten zwingend nötig, ein gut durchdachtes Konzept für Baustelleneinrichtung, Feuerwehrzufahrten sowie Lager- und Arbeitsplätze aufzustellen. Auch die Logistik­planung hinsichtlich Materialanlieferungen und Abtransport demontierter Fassaden­elemente war elementarer Bestandteil des Gesamtkonzeptes. So wurden beispielswei­se die schwarzen Granitplatten der Brüstung nach einer sorgsamen Demontage direkt auf dem Grundstück aufgearbeitet und gereinigt, die überarbeiteten Platten zum Groß­teil später wieder eingebaut. Gemeinsam mit der Metallbaufirma Anders, die bereits vielfältige Erfahrungen mit Fassadensanierungen vorweisen konnte, erstellte der Archi­tekt Udo Sadowski daher bereits frühzeitig einen mit allen Beteiligten abgestimmten, detaillierten Werk- und Montageplan, der alle Aspekte und Anforderungen aus der Ablaufplanung berücksichtigte.


alte Bestandsfassade (Bild vergrößern)
  

neue Fassade (Bild vergrößern)

Das Hans-Böckler-Haus in Düsseldorf war im Jahr 1968 als Stahlbeton-Skelettbau mit Fertigteilbrüstungen errichtet wor­den. Während die Innenräume zwischenzeitlich renoviert und in gutem Zustand waren, entschied man sich 2010 für die Moder­nisierung der im typischen Stil der 70er Jahre gestalteten Fas­sade, um das Gebäude auch für die nächsten Jahre zukunfts­sicher und zeitgemäß zu gestalten. Besonders im Bereich des sommerlichen Wärmeschutzes wies das Gebäude Defizite auf. Der Energieverbrauch lag weit über dem heutigen Standard. Die an der Südseite installierten Raffstores an den durchgän­gigen Fensterbändern waren zum Teil nicht mehr funktionsfähig und somit wirkungslos. Die Brüstungselemente waren gänzlich ungedämmt, der U-Wert der Aluminium-Fensterbänder lag bei ca. 3,0 W/m²K, der g-Wert bei ca. 70%.

Die Modernisierungsmaßnahmen, die aufgrund des niedrigen Komforts sowie der gestiegenen Anforderungen an sommer­lichen und winterlichen Wärmeschutz dringend nötig waren, sollten zudem in einer möglichst kurzen Bauzeit umgesetzt werden.

Neue Fassade speziell für Modernisierungsprojekte

Für die neue Fassade des Hans-Böckler-Hauses wurden ver­schiedene Systemvarianten untersucht. Die Entscheidung fiel schließlich zwischen Architekt und Bauherrn auf die speziell für Sanierungsprojekte entwickelte Modernisierungsfassade ERC 50 von Schüco. Ausschlaggebend war, dass das System durch seine Isolierverglasung und den integrierten Sonnenschutz zum einen energetisch effizient ist und zum anderen auch eine sichere Montage verspricht: Im ersten Schritt wurden die vor­handenen Natursteinplatten entfernt und die Bestandsbrüs­tungen, an denen im Nachgang die Befestigungskonsolen der neuen Fassade befestigt wurden, gesichert. Nach der Montage der Lisenen und der neuen Fensterelemente wurden die Alu­minium-Elemente der Bestandsfassade Schritt für Schritt ge­schossweise von oben nach unten demontiert.

Erst wurden also die neuen Elemente vor der Bestandsbrüstung angebracht, im An­schluss die alten Fenster ausgebaut. Zuletzt folgten die Arbeiten an der Innenver­kleidung, der Einbau des Sonnenschutzes und der Wiedereinbau der auf der Baustelle sorgfältig gesäuberten Natursteinplatten.

Da für die Sanierungsmaßnahmen nur ein eng begrenztes Budget zur Verfügung stand, waren die Bautätigkeiten schon im Vorfeld auf das Notwendige begrenzt worden. Der Innenausbau war auf Brüstungs- und Deckenanschlüsse sowie die Ergänzung von Trennwänden minimiert. Außer dem elektrischen Anschluss für den Sonnenschutz gab es im Rahmen der Fassadensanierung keinerlei Eingriffe in die vorhandene Haustechnik, das Gebäude war bereits im Frühjahr 2011 mit einer Umluftkühlanlage und Photovol­taikelementen auf den Flachdachbereichen ausgestattet worden.

Hinsichtlich des Brandschutzes war lediglich die Abschottung der Brüstungen durch ein Stahlblech notwendig. Diese Reduktion der Maßnahmen führte zu einer geringen An­zahl der Gewerke. Es waren im Wesentlichen nur drei, die dank der mit dem Nutzer ab­gestimmten Ablauflaufplanung gut zu koordinieren waren. Ein entscheidender Vorteil der Modernisierungsfassade - der hohe Vorfertigungsgrad der Elemente - macht eine Baustelle gut planbar und sorgt für eine kurze Bauzeit. Die Fassadenmodernisierung des Hans-Böckler-Hauses, mit insgesamt mehr als 5.000 m² Fassadenfläche, konnte in nur 5 Monaten fertiggestellt werden.

Weitere Informationen zur Modernisierungsfassade ERC 50 können per E-Mail an Schüco angefordert werden.

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