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Blitze über Metalldächer sicher ableiten

(12.9.2012) Ein Blitz kann Menschenleben gefährden, Häuser in Brand setzen und elektrische Geräte zerstören. Blitzschutzsysteme sorgen bei einem Einschlag für die gefahrlose Ableitung des Stromes. Metalldächer können in die Schutzmaßnahmen einbezogen werden und unterstützen.

Über zwei Millionen Blitze gibt es pro Jahr in Deutschland. Davon entladen sich jedoch etwa 90% bereits in den Wolken und treffen nie auf die Erde. Ein Blitz dauert in der Regel noch nicht einmal eine Sekunde, doch mit einer Stromstärke von bis zu 500 kA kann er schnell ein Feuer auslösen oder elektrische bzw. elektronische Geräte beschä­digen oder gar zerstören. Da dies insbesondere in Krankenhäusern, Schulen oder Poli­zei- und Feuerwehrstationen die öffentliche Sicherheit sowie Menschenleben gefähr­den kann, sind laut Musterbauordnung „bauliche Anlagen, bei denen nach Lage, Bau­art oder Nutzung Blitzschlag leicht eintreten oder zu schweren Folgen führen kann, mit dauernd wirksamen Blitzschutzanlagen zu versehen.“ Höhere Anforderungen gelten ebenso für Versammlungsstätten, denn hier geht es darum, neben Menschenleben auch die sicherheitstechnischen Einrichtungen zu schützen. Da sich ein Blitz in der Regel an hoch gelegenen Punkten entlädt, sind Hochhäuser mit dauernd wirksamen Blitzschutzanlagen auszustatten.

Blitzschutznorm DIN EN 62305/VDE 0185-305

Die Ausführung von Blitzschutzanlagen ist in Deutschland in DIN EN 62305 / VDE 0185-305 geregelt. Die Norm ist im Oktober 2006 in Kraft getreten und bildet die Grundlage für ein umfassendes Sicherheitskonzept in puncto Blitzschutz. Gegliedert ist die Norm in vier Teile:

  • Die „Allgemeinen Grundsätze“ (Teil 1) informieren über die Gefährdungen durch Blitze, erläutern die Schutzprinzipien und definieren die wesentlichen Begriffe.
  • Teil 2 „Risikomanagement“ beinhaltet ein Verfahren, mit dem die Risiken von Blitzschäden berechnet und Schutzmaßnahmen hinsichtlich ihrer Wirksam- und Wirtschaftlichkeit abgeschätzt werden können.
  • Teil 4 „Elektrische und elektronische Systeme in baulichen Anlagen“ berücksich­tigt den zunehmenden Einsatz von Computern, Fernmeldeeinrichtungen und Steuerungssystemen und den dafür notwendigen Schutz.
  • Mit dem „Schutz von baulichen Anlagen und Personen“ beschäftigt sich Teil 3. Hierin geht es unter anderem um Methoden zur Festlegung der Fangeinrichtun­gen, Anzahl und Abstand der Ableitungen, Klassifizierung der Erdungsanlagen, den Blitzschutz-Potenzialausgleich für elektrische und elektronische Anlagen sowie um Prüfung und Instandhaltung von Blitzschutzsystemen.

Ergänzt wird Teil 3 durch fünf Beiblätter, von denen sich Beiblatt 4 der „Verwendung von Metalldächern in Blitzschutzsystemen“ widmet. Dies betrifft zum Beispiel Dach­deckungssysteme aus Titanzink, die als natürlicher Bestandteil eines Blitzschutzsys­tems eingesetzt werden können. Die dafür notwendigen Angaben und Hinweise zu Verbindungstechniken, Brandschutz, Montage, Ableitung, Qualitätssicherung und Typenprüfung sind in DIN EN 62305/VDE 0185-305-3/Beiblatt 4 festgeschrieben. Die Norm unterscheidet zwischen ...

  • beschichteten und unbeschichteten Metalloberflächen,
  • der Art der Verbindung,
  • handwerklich verlegten Dachdeckungen sowie
  • typgeprüften und nicht typgeprüften Dachelementen.

Metalldach als Bestandteil des Blitzschutzsystem

Aus der Charakteristik eines Blitzvorganges ergibt sich, dass Blitze bevorzugt in Stellen erhöhter elektrischer Feldstärke einschlagen. Bei Gebäuden sind dies die exponierten Bauteile, also First, Traufe und Ortgang, sowie die Aufbauten. Aus diesem Grund hat ein Metalldach, wenn es Bestandteil des Blitzschutzsystems ist, nach der aktuellen Blitzschutznorm folgende Anforderungen zu erfüllen:

  • Die Unterkonstruktion muss der Baustoffklasse B2 nach DIN 4102 entsprechen.
  • Systemhersteller oder Verbände stellen entsprechende Montagerichtlinien bereit.
  • Die Montage darf nur durch geschultes Personal erfolgen.
  • Alle Teile des Daches, wie First, Ortgang und Gauben, müssen leitend miteiander verbunden und geerdet sein.
  • Es muss eine protokollierte Übergabe an den Errichter des Blitzschutzsystems erfolgen
  • Bauherr und Errichter des Blitzschutzsystems müssen eine gemeinsame Abnahme und nach Inbetriebnahme regelmäßige Wiederholungsprüfungen durchführen.

Bei der Montage der Ableitungsanlage sind folgende Besonderheiten zu beachten:

  • Die Anschlussklemmen müssen so angebracht werden, dass die thermische Längenänderung der Schare nicht behindert wird.
  • Die Blitzschutzklemmen sollten aus Alu-Knetlegierung bestehen.
  • Um die Längenänderungen der Schare zu ermöglichen und den Blitzschutz sicherzustellen, sollten flexible Verbindungsdrähte eingesetzt werden. Dies trifft beispielsweise zu, wenn die Erdung über die Regenrinne erfolgt.
  • Die Anschlüsse zur Erdung stellt der Errichter des Blitzschutzsystems her.

Qualitätssicherung durch schriftliche Bescheinigung

Zur Sicherung der Qualität ist der Errichter des Dachsystems nach Fertigstellung ver­pflichtet, dem Auftraggeber schriftlich zu bescheinigen, dass das Dach als Teil des Blitzschutzsystems entsprechend DIN EN 62305 / VDE 0185-305-3 ausgebildet ist und ihre Anforderungen hinsichtlich Konstruktionsprinzip, Oberflächenbeschaffenheit und Verbindungen erfüllt. Aus diesem Grund muss die Erklärung genaue Angaben zu Werk­stoff, Materialdicke, Dachdeckungssystem, Verbindungsart sowie zur Ausführung der Unterkonstruktion nach DIN 4102 enthalten.

Weitere Informationen zur Verwendung von Metalldächern in Blitzschutzsyste­men können per E-Mail an Rheinzink angefordert werden.

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