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Deutscher Fassadenpreis 2012: Historische Gebäude und Stilfassaden

(2.10.2012) Der Deutsche Fassadenpreis 2012 ist entschieden. Auch bei Historischen Gebäuden und Stilfassaden sind architekturgerechte, dabei schöpferische Farbinterpretationen möglich. Das zeigen der 1. und 2. Preis in dieser Kategorie sowie die beiden Anerkennungen.

1. Preis – eine wohlklingend couragierte Ton­abstimmung

Die Puschkinstraße in Oschersleben (Sachsen-Anhalt) mit ihren gründerzeitlichen Bürgerhäusern hat einen weiteren Blickfang für ihre abwechslungsreiche Farbreihe hinzugewonnen: Die Hausnummer 43 glänzt jetzt mit einem historisch belegten Veroneser Grünton. Zur beherzten Wahl der Leitfarbe kommt großes Können in der Auswahl und Platzierung der weiteren Farbtöne hinzu. Weiß für Flächen wie Fenster­spiegel, Umrahmungen und den bekrönenden Obelisken steht brillant leuchtend im Kontrast zu diesem hellen, erdigen Grün.

Die kräftig grün lackierten Fensterrahmen zeigen, was ein Gespür für die richtige De­tailnuance im Gesamtkontext zu leisten vermag. Nicht zuletzt sorgt der asphaltgraue Sockel dafür, dass das Gebäude gut geerdet dasteht. Besonders „Mut und Gelingen der Tonwertabstimmung“ veranlassten die Jury, dieses Objekt auf Platz 1 in der Kate­gorie Historische Gebäude und Stilfassaden zu wählen. Diese Auszeichnung prämiert die elegante Leistung des Malerbetriebs Hasselmann aus Oschersleben.

2. Preis – unbunte Farbgebung für Fachwerk und Ornament

Das Gutswohnhaus des Gräftenhofs Ehling in Recklinghausen wurde 1836 im damals typischen Fachwerkstil errichtet und 1904 umgebaut. Dabei erhielten die Außenwände einen Ze­mentputz. In ihn eingearbeitet wurde in der Schaufassade neben den Fachwerkelementen eine ganze Reihe von Orna­menten. Bei den jüngsten Sanierungsarbeiten hatte sich he­rausgestellt, dass der damals sehr dicht aufgetragene Putz den Feuchtigkeitsaustausch der tragenden Eichenbalken stark behindert hatte. Stellenweise mussten Fachwerkträger ausge­tauscht werden. Die Giebelseiten erhielten von innen davor­gesetztes, tragendes Holzfachwerk. So konnte die Schau­fassade in Gänze erhalten werden.

Die farbliche Wiederherstellung des Gebäudes verlässt sich auf die subtile Wirkung gedämpfter Farben. Pfosten, Riegel, Bänder und Rahmholz der ab dem zweiten Ober­geschoss sichtbaren Fachwerkkonstruktion heben sich in einem leichten Grau dezent vom sandfarbenen Putz ab. Derselbe unbunte Ton akzentuiert Bossierungen und die Ornamente in den Gefachen.

Die Fenster sind weiß gefasst und verbinden sich mit den ebenfalls weißen, in dunklem Graugrün umrandeten Klappläden zu harmonischen Blickfängen. Eine „liebevoll ausge­führte Sanierung“, so die Jury, die einen 2. Preis verdient hat: Er ging an das Duo aus Planung und Handwerk, Architekt Thomas Serwe (Recklinghausen) und Malermeister Herbert Behrendt (Oer-Erkenschwick).

Anerkennung – ein Fest in Grau und Weiß

Mit einem freundlichen „Salve“ begrüßt die Villa Johannisberg in Wuppertal seine Bewohner und Besucher - und das seit der Sanierung in 2011 in einem einladenden farbigen Gesamtklang. Das 1903 erbaute Gebäude mit seinen dezenten Jugendstil-Elementen wurde aufwändig renoviert. Durch die Reduktion auf einen Farbkanon von Weiß bis zu dunklem Eisenglimmer wird eine konsequente zarte graue Farbigkeit erreicht. Die feine Abstimmung der Farbtöne schafft neue Qualitäten im Licht- und Schattenspiel. Gerade den Stuckelementen gibt dies einen besonderen Stellenwert.

Die klassische Abfolge, von dunklem Sockel über den helleren Hausgrund hin zu den Fensterumrankungen in Weiß, korrespon­diert mit der Titan-Zinkblechabdeckung der Gauben und der dunklen Dacheindeckung. Die Jury sah hier ein „Fest in Grau und Weiß“. Die Prämierung, eine Anerkennung, zeichnet die Leistung von Jürgen Feistel Malerbetrieb (Wuppertal) aus.

Anerkennung - ein bewusst schlichtes Konzept

Die kleine, wohlproportionierte Villa auf einem großen Garten­grundstück in Dresden-Blasewitz gefällt durch ihre dezente Eleganz und ihr sparsames plastisches Dekor. Einfühlsam zu­rückgehalten hat man sich folgerichtig auch bei der Farbge­bung des denkmalgeschützten Baus von 1911.

Die Gestaltung nach der Sanierung beschränkt sich auf nur zwei Nuancen warmer Grautöne. Das der umgebenden Natur entlehnte, gedämpfte Grün der Klappwinden komplettiert den ausgewogenen und sympathischen Gesamteindruck, den die Jury mit einer Anerken­nung würdigte. Mit der Prämierung wur­de Hausbesitzer Phillip Herrich und sein Büro Stellwerk Archi­tekten (Dresden) ausgezeichnet. In Personalunion hat er so­wohl die Planungs- als auch die Fassadenarbeiten geleistet - und es geschafft, beim Deut­schen Fassadenpreis 2012 gleich für zwei Objekte prämiert zu werden.

 

Vorstellung der ausgezeichneten Projekte 2012 in den Kategorien ...

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