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Roto will den schwächelnden Märkten trotzen

Dr. Eckhard Keill
Dr. Eckhard Keill (Bild vergrößern)
  

(8.11.2012) Während Regierungen, Institutionen und Wirt­schaftsforscher derzeit überwiegend noch einen gedämpften Optimismus verbreiten, sieht laut Roto „die Wirklichkeit in den meisten relevanten Märkten seit Mitte 2012 bereits ganz anders aus“. Für 2013 sei sogar vielfach ein „deutlicher Ab­schwung“ zu befürchten. Deshalb müsse sich auch die Roto-Gruppe marktbedingt auf „kräftigen Gegenwind“ einstellen. Sie sei jedoch gut gerüstet und man rechnet deshalb damit, den bisherigen Erfolgskurs fortsetzen zu können - das erklärte der Vorstand des Bauzulieferers während des 7. Internationalen Fachpressetages, an dem Anfang November 2012 rund 50 Journalisten aus 12 Ländern in Bad Mergentheim teilnahmen. Eine zentrale Aussage: „Wir gehen weiter von einer positiven Firmenkonjunktur aus.“

„Extrem schweres Wasser“

Nach Auffassung von Dr. Eckhard Keill bestätigt sich gegenwärtig, dass sich „die Rea­lität nicht um Prognosen kümmert“. Für den Vorstandsvorsitzenden der Roto Frank AG sind offizielle Vorhersagen, die der Weltwirtschaft zumindest eine stabile Entwicklung attestieren, häufig „reines Wunschdenken“. Ihre größte Schwäche liege in der Unfä­higkeit, tatsächliche Trend-Wendepunkte früh genug zu erkennen. Dabei sei die Ver­braucherstimmung der entscheidende Faktor. Sie habe sich schon erheblich ver­schlechtert oder werde es vermutlich bald tun.

Letztlich gehe es um eine „anhaltende Vertrauenskrise“. Sie führe zur Investitionskri­se, und die wiederum verursache am Ende eine Wirtschaftskrise. Das bedeute, dass auch viele internationale Fenster- und Türenmärkte in „extrem schweres Wasser kom­men“. Darunter leide zwangsläufig das Roto-Geschäft. Dank richtiger strategischer und operativer Entscheidungen hege man aber die Hoffnung, so weit wie möglich „ge­gen den Strom schwimmen zu können“. Keill: „Wenn Märkte stark schrumpfen, kann Stagnation schon ein großer Erfolg sein.“

Bedenkliches „Eurobarometer“

Die generelle wirtschaftliche Skepsis bestätigte während der Veranstaltung auch Prof. Manfred Güllner. Der Chef des Berliner forsa-Institutes wies u.a. auf die Stimmungsla­ge in Deutschland hin. Danach bereitet z.B. die Euro-Krise 83% der Bevölkerung „gro­ße bzw. einige Sorgen“. Auf der Unternehmerseite sehe das Bild mit 80% genauso aus. Die wirtschaftlichen Erwartungen bewegten sich inzwischen wieder auf dem tiefen Krisenniveau von Mitte 2008:

Bedenkliches „Eurobarometer“

Keill untermauerte diese Tendenz mit europäischen Zahlen. So habe die EU-Kommis­sion für Oktober 2012 beim Verbrauchervertrauen einen - im Übrigen seit Monaten fallenden - Indexwert von rund minus 25 und damit ein Drei-Jahres-Tief gemessen. Noch bedenklicher seien die Resultate des letzten derzeit verfügbaren „Eurobarome­ters“. Dabei wurden im Mai 2012 knapp 27.000 Bürger in den 27 EU-Staaten befragt.

Unter dem Strich stuften je nach Region 69% bis 75% die aktuelle wirtschaftliche La­ge als „schlecht“ ein. Für die nächsten 12 Monate rechnen 32% bis 37% damit, dass sich die Situation sogar noch mehr verschlechtert. Lediglich 17% bis 19% glauben an eine Besserung. Auf der persönlichen „Sorgenebene“ liegen ...

  • steigende Preise/Inflation (45%),
  • Arbeitslosigkeit (21%) und
  • die wirtschaftliche Verfassung des jeweiligen Landes (19%) auf den ersten drei Plätzen.

Zum Vergleich: Wichtige „Medienthemen“ machen den EU-Bürgern wesentlich weniger Kopfzerbrechen:

  • Steuern und Renten (jeweils 14%),
  • Bildung (10%) und
  • Umwelt (5%).

60% der EU-Bürger meinen, dass am Arbeitsmarkt „das Schlimmste noch bevorsteht“. Die Bandbreite erstrecke sich hier von 40% (Bulgarien) bis 77% (Griechenland) und 78% (Portugal).

Besser sein und besser abschneiden

Die Vertrauenskrise sei also da und werde von der „Eurobarometer“-Herbststudie wohl erhärtet. Das Resultat laut Keill: „Wenn Menschen Ängste und Sorgen haben, kaufen bzw. investieren sie weniger oder gar nicht.“ Gleiches treffe weltweit auf Unternehmer im Allgemeinen und Fenster- und Türenhersteller im Besonderen zu. Auf deren Liefe­ranten wirke sich das natürlich ebenfalls aus.

In den für Roto relevanten internationalen Märkten sei das unabhängig von länderspe­zifischen Sonderentwicklungen konkret spürbar. Man habe entweder mit einer rück­läufigen Tendenz - z.B. in Südeuropa - oder mit einer nachlassenden Wachstumsdy­namik zu kämpfen - etwa in China. Für 2012 konstatierte Keill im Jahresverlauf einen sukzessiven Wandel von „Rückenwind zu Gegenwind“. 2013 gebe es voraussichtlich fast nur noch ausgeprägten Gegenwind. Gerade in diesem „eher widrigen Umfeld“ bleibe das Roto-Ziel unverändert. Der Bauzulieferer wolle „besser sein und besser abschneiden als Märkte und Wettbewerber“.

Informationen über Divisionen

Michael Stangier
Michael Stangier
  

Das gelang 2012 erneut, betonte Michael Stangier. Der Finanz­vorstand erinnerte zunächst an die Ausgangsbasis 2011. Sie war nach seinen Worten nicht nur von einer weiteren Umsatz-Bestmarke (657 Mio. Euro) in der Unternehmensgeschichte, sondern u.a. dank der konsequenten Kundennutzenorientierung auch durch per saldo klare Marktanteilsgewinne in vielen Län­dern gekennzeichnet. Die ursprüngliche Prognose weiter mode­rat steigender Verkaufserlöse sei 2012 trotz der vielfältigen Marktstörungen immer noch realisierbar.

Ende September stehe in der Division „Fenster- und Tür­technologie“ insgesamt ein knappes Umsatzplus gegenüber dem Vorjahr zu Buche. Es beruhe letztlich auf einem relativ guten ersten Halbjahr, während das dritte Quartal weit schwä­cher verlaufen sei. Parallelen gegenüber 2011 seien gegeben in den zum Teil signifikanten regionalen Unterschieden auf der einen und der im Wettbewerbsvergleich wieder „starken Roto-Position“ auf der anderen Seite.

In der Division „Dach- und Solartechnologie“ stelle sich die Situation per Ende September differenziert dar. Die positiven Impulse durch ein weiter wachsendes Kern­geschäft mit Wohndachfenstern vor allem in Deutschland wurden durch den nochmali­gen Rückgang im Solarsektor mehr als kompensiert. Dadurch weise die Umsatzbilanz per Stichtag ein geringes Minus gegenüber der entsprechenden Vorjahresperiode aus. Man glaube jedoch, dass die Talsohle im Solargeschäft mittlerweile weitgehend er­reicht sei. Unabhängig davon ließ Stangier keinen Zweifel an seiner Meinung, dass das „klassische“ Geschäftsmodell der Solarbranche, das im Wesentlichen auf der Hoffnung auf staatliche Förderung basiere, „offenkundig gescheitert ist“. Bei Roto heiße die Devise: Differenzierung durch Spezialisierung. Das schlage sich in der Konzentration auf die Kompetenz bei Dachintegrations-Systemen nieder.

Unveränderte Eckdaten

Den Gruppen-Gesamtumsatz per 30. September 2012 bezifferte der Finanzvorstand auf 509 Mio. Euro. Er liege zwar 0,8% unter Vorjahr, stelle indes mit Blick auf die zum Teil „gekippten“ Markttrends ein durchaus akzeptables Ergebnis dar. Im vierten Quar­tal komme es darauf an, den Märkten zu trotzen. Stangier ist zuversichtlich, den Vor­jahresumsatz von insgesamt 657 Mio. Euro 2012 halten oder sogar noch leicht erhö­hen zu können. Der Gewinn weiterer Marktanteile steht für ihn „schon fest“.

Auf Gruppenebene bleibe die Relation zwischen Auslands- und Inlandsgeschäft bei etwa 2/3 zu 1/3. Die Mitarbeiterzahl des Bauzulieferers betrage im Jahresdurchschnitt erneut ca. 4.100, sei aber tendenziell abwärts gerichtet. Die Sachinvestitionen habe Roto gegenüber 2011 moderat aufgestockt. Ein Grund dafür war den Angaben zufolge der nochmalige erhebliche Ausbau des Beschlagwerkes im ungarischen Lövö, der bis Mitte 2013 ein Volumen von rund 10 Mio. Euro erfordere. Die Ertragssituation sei mit „unbefriedigend“ treffend charakterisiert. Der unverminderte Margen- und Kostendruck mache im Prinzip Preisanpassungen nötig. Ungeachtet dessen präsentiere sich das Un­ternehmen in einer nach wie vor „ausgeprägten wirtschaftlichen Stabilität“, die auch den Marktpartnern die unverzichtbare Sicherheit garantiere.

2013

In seiner Vorschau auf 2013 sprach Keill marktbezogen von einem international mehr oder minder schweren Krisenjahr. Wachstumschancen seien regional begrenzt und auch dann nur schwach vorhanden. Das schließe Deutschland ausdrücklich ein. Die Roto-Gruppe und damit ihre beiden Divisionen würden „alles tun“, um dem in Summe erwarteten Abschwung Paroli zu bieten. Das ehrgeizige Ziel: „Wir streben mindestens eine Umsatzstagnation, eher jedoch ein kleines einstelliges Plus an.“

Dabei baue Roto auf die Effizienz des langfristigen „K-Programmes“. Die fünf Elemente:

  • Kundennutzen auf jeder Ebene und in jedem Land,
  • Konsequenz bei Produkt-, Service- und Prozessinnovationen,
  • Kompetenz von Mitarbeiterqualifikation bis Kostenmanagement,
  • Kontinuität in der Marktbearbeitung und -erschließung,
  • Kommunikation zur Verbindung von Information mit Dialog.

Gerade Letzteres dokumentiere der inzwischen zur Institution gewordene Internatio­nale Fachpressetag nachdrücklich.

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