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ifo Architektenumfrage: Leichte Eintrübung des Geschäftsklimas, Lageurteile dennoch positiv

(16.12.2012) Nach den Ergebnissen der vierteljährlichen Umfrage des ifo Instituts bei den freischaffenden Architekten hat sich das Geschäftsklima zu Beginn des 4. Quar­tals 2012 etwas eingetrübt. Dennoch waren die Befragten mit ihrer Lage nicht unzu­frieden: Der Anteil der Umfrageteilnehmer, die ihre aktuelle Lage als „gut“ bezeichne­ten, verringerte sich zwar etwas von 42% auf 39%, gleichzeitig schrumpfte jedoch auch der Anteil der „schlecht“-Meldungen, wenn auch geringfügig, auf 18%. Damit überwogen weiterhin die positiven Urteile.

Bezüglich ihrer Geschäftsaussichten in den nächsten sechs Monaten äußerten sich die Architekten deutlich vorsichtiger. Zwar ging noch jeder achte Umfrageteilnehmer von einer „eher günstigeren“ Auftragssituation in etwa einem halben Jahr aus. Doch zugleich stieg der Anteil der Architekten, die eine „eher ungünstigere“ Entwicklung erwarteten, von 17% auf 19%. Der Anteil der freischaffenden Architekten, die im Ver­lauf des 3. Quartals 2012 neue Verträge abschließen konnten, betrug 52% (2. Quar­tal 2012: 55%).

Das geschätzte Bauvolumen aus den neu abgeschlossenen Verträgen (Neubauten ohne Planungsleistungen im Bestand) lag im Durchschnitt aller Bundesländer im 3. Quartal 2012 rund 8% unter dem Niveau des Vorquartals. Dabei schrumpften die Vo­lumina im Wohnungsbau um etwa ein Zehntel und im Nichtwohnbau um rund 6%.

Stabile Nachfrage nach Planungsleistungen für Ein- und Zweifamilienhäuser

Der Ordereingang für Planungen zum Bau von Ein- und Zweifamilienhäusern blieb sta­bil; nach zwei Rückgängen in Folge verzeichneten die befragten Architekten im Be­richtsquartal sogar ein kleines Plus von 4%. Dies ist allerdings allein auf umfangreiche­re Planungsaufträge in den beiden südlichen Bundesländern zurückzuführen. Die Ver­gaben von Planungsaufträgen zum Bau von Mehrfamiliengebäuden schrumpften dage­gen um knapp ein Sechstel. „Nach drei Quartalen, in denen sich der Umfang der neu akquirierten Aufträge mehr als verdoppelt hatte, ist eine derartige Gegenreaktion nicht außergewöhnlich“, erklärt Erich Gluch, Bau-Experte am ifo Institut.

Die von den Architekten akquirierten Planungsaufträge aus der Wirtschaft verrin­gerten sich erneut, dieses Mal sogar um gut ein Drittel. Allerdings wurden in allen drei vorangegangenen Quartalen Spitzenwerte erzielt. „Trotz des Rückgangs dürfte die positive Entwicklung im gewerblichen Bereich damit jedoch noch nicht beendet sein“, ergänzt Gluch.

Bei den öffentlichen Auftraggebern konnte der kräftige Einbruch vom Vorquartal fast wieder ausgeglichen werden. Das Ordervolumen erreichte im 3. Quartal 2012 sogar den zweitbesten Wert innerhalb der letzten elf Jahre.

Die Reichweite der Auftragsbestände schrumpfte leicht auf 5,7 Monate.

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